7th February 2012

Filmreview: Dick und Jane

Posted by Reviewnator on Januar-8-2006 Add Comments

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Jim Carrey ist der König des Slapsticks und der Pantomime. Kein anderer Schauspieler hat es geschafft, alleine durch seine derart facettenreichen Gesichtsmimiken, so viele Zuschauer zum Lachen zu bringen. Mit der Hauptrolle in “Die Maske” und der Rolle als The Riddler in “Batman” überzeugte er selbst den letzten Hollywood Kritiker und löste sozusagen ein Ticket für die Traumfabrik für Lebzeit.

Mit “Fun With Dick And Jane”, oder wie, unsinnigerweise, der deutsche Filmtitel heißt, “Dick und Jane: Zu allem bereit, zu nichts zu gebrauchen”, ist Carrey bereits in seinem 17. Streifen zu sehen, diesmal sogar selbst produziert. Auf dem Regiestuhl durfte Dean Parisot Platz nehmen, der dieser beißenden Satire einen Hauch von Independent Kino zu verleihen versucht. Bittere politische Kommentare werden hier gepaart mit dem Slapstick Carrey’s. Das fällt leider nicht immer gelungen aus, so hat man durchgehend das Gefühl, dass der Film zwar Kritik an der gesellschaftlichen Oberschicht und deren Dunstkreisen übt, diese skeptische Sichtweise jedoch mit den Hampeleien der Protagonisten auf die ironische Schiene lenken will.

Dabei hätte alles so schön sein können. Dick ist gerade zum Marketing Chef des Konzerns “Globodyne” aufgestiegen, da bahnt sich schon der Absturz an. Von heute auf morgen sitzt er, wegen dem Bankrott der Firma, mit seiner Frau Jane (Téa Leoni) und ihrem Kind auf dem Matschboden vor einem typisch amerikanischen Mittelstands-Haus, in einem typisch amerikanischen Vorort. Den Rollrasen können sich die beiden nämlich nicht mehr leisten, genauso wenig wie schon bald darauf den Strom und das Wasser. Hier merkt man die Kritik am amerikanischen System durch und durch, zuerst verliert man den Job, darauf das Haus und dann seine Würde. So sieht das gescheiterte Paar keinen anderen Ausweg, als sich mit Raubüberfällen auf Restaurants, Tankstellen und Banken finanziell abzusichern, was anfangs schief geht und einige slapstick-typische Elemente enthält, am Ende jedoch zum riesen Coup wird, in Höhe von 400 Millionen Dollar.

Eine einzige Übertreibung ist der Fim geworden, was in diesem Kontext nicht ausschließlich negativ aufzufassen ist. Jeder einzelne Schauspieler wurde hier penibel in eine Rolle gepresst, die, stark vereinfacht gesagt, dennoch einen Funken human ist. Neben dem chronischen Selbstdarsteller Jim Carrey, der zu jeder Zeit den Film mit seiner Präsenz überflutet, spielt Téa Leoni ihre Rolle grandios. Als eine Art Bonnie & Clyde der Moderne könnte man das Paar bezeichnen. Dazu kommt noch der spießige Vorstadtnachbar, der skrupellose Boss und der daueralkoholisierte Finanzchef. Gespielt ist der Streifen einwandfrei, da gibt es nichts zu rütteln, doch die Rollen selbst, wirken zeitweise etwas unausgereift.

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Am Ende gibt’s, wie man das so von Hollywood-Kino kennt, ein pompöses Finale mit Happy End. Wenn sich der Kinovorhang schließt, denkt man noch einige Minuten an die durchaus gut gelunge Komik im Film, der gesellschaftskritische Aspekt verliert sich jedoch schnell.

“Fun with Dick And Jane” ist ein lustiger Film, mit dem man schleppend verlaufende Abende im Freundeskreis etwas auflockern kann. Es gibt tatsächlich kaum eine Szene, in der Jim Carrey nicht zum totlachen ist, das war’s aber auch schon. Wer Tiefgang und beißende Satire, wie das beim Orginalfilm der Fall war, haben will, braucht sich diese Carrey One-Man-Show nicht ansehen.

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