7th February 2012

Künstlervorstellung: Ghostface Killah

Posted by Reviewnator on März-28-2006 Add Comments

Ghostface Killah

Schon Freddie Foxx aus dem Gangstarr Umfeld rappte 1998: “I save Hip Hop, like Ghost saves the Wu.” Für die Oldschooler ist er der Mann mit der Maske. Für viele Newschooler ist er der Retter der Wu-Tang Ära. Ghostface Killah ist Kult. Ghostface Killah ist History. Ghostface Killah is back!

Als Dennis Coles erblickt Ghost das Licht der Ghettowelt in den Stapleton Projects von Staten Island, New York. Seine frühe Kindheit verläuft nicht reibungsfrei, denn Coles leidet unter Diabetes und hat deshalb erhebliche Gewichtsprobleme. Später bekommt er jedoch seine Erkrankung mit Heilpraktiken aus China in den Griff. Den Kontakt zum Wu-Tang Clan nimmt der damals schon ambitionierte Rapper Ende 1993 auf. Der Einstieg in die Truppe, die Hiphop auf ein neues Level hieven soll, fällt nicht besonders schwer, denn Ghostface ist ein Verwandter des RZA und hat somit ein Gründungsmitglied auf seiner Seite. Doch das Vitamin B ist überflüssig, denn Ghost hat ein unverkennbares Talent. Das Energiebündel lässt sich weder on- noch off stage aufhalten, was ihm 1998 zum Verhängnis wird. Wegen eines Raubüberfalls wandert das Geistergesicht für mehrere Monate hinter Gitter.

Ghostface Killah hat zusammen mit seinen Crew Mitgliedern RZA, ODB, Method Man und Raekwon eine ganze Generation Raphörer als auch Musiker geprägt. So wirkt die Tatsache nicht erstaunlich, dass er es war, der auf dem Clan-Debüt “Enter The Wutang” gleich die ersten 16 Bars ins Studiomikro presste: “Ghostface, Catch the blast of a hype verse, My glock bursts, leave in a hearse, I did worse, I come rough, tough like an elephant tusk, Your head rush, fly like Egyptian musk, Aw shit, Wu-Tang Clan spark the wicks an’ however, I master the trick just like Nixon, causin’ terror, quick damage your whole era, Hardrocks is locked the fuck up, or found shot, P.L.O. style, hazardous cause I wreck this dangerous, I blow sparks like Waco, Texas.” Boooom! Instant Classic.

Ghostface Killah

In der dunklen Wu-Tang Zeit um 1998/1999, als U-God, Inspektah Deck oder Cappadonna eher misslungene Scheiben auf den Markt werfen ist es wieder einmal dieser Ghost, der die Ära mit seinem zweiten Album “Supreme Clientele” rettet und somit direkt an sein Erstlingswerk “Ironman”, das bereits 2 Monate nach Erscheinen auf den Straßen von New York zum Klassiker ausgerufen wird, anknüpft. 2001 erscheint das dritte und vieler Rapfans nach das bis dato schlechteste Album mit “Bulletproof Wallets”. Danach verschwindet der selbsternannte Wally Champ für ganze drei Jahre in der Versenkung und feiert mit “The Pretty Toney Album” seine grandiose Auferstehung. Viel kritisiert wird das bereits vierte Album. In den großen amerikanischen Magazinen wird es zu einem mittelmäßig bis schlechten Werk degradiert und hier in Deutschland wendet sich der ein oder andere eingeschworene Wu-Tang Fan schlagartig vom Clan ab, nachdem dieses Album seine Ohren erreicht. Doch die wahre Schönheit des “Pretty Toney” Albums erkennen die Wenigsten. Ein einziges, renomiertes Mag betitelt das Album wiefolgt: “Marvin Gaye lebt! Oder manifestiert sich zumindest in der Person des Ghostface Killahs”. Und trifft damit den Nagel auf den Kopf.

Nun, besser gesagt am 28. März 2006, lebt die Legende des Ghostface Killahs noch einmal auf, mit einem neuen Album. “Fishscale” heißt das neuste Werk und wird unter Jay-Zs Aufsicht über Def Jam Records vertrieben. Feature Gäste wie unter anderem der Wu-Tang Clan, Keyshia Cole und Ne-Yo, der bei der ersten Singleauskopplung “Back Like That” mitwirkte, geben sich die Ehre. Produktionstechnisch tauchen in den Credits von “Fishscale” Namen wie MF Doom, RZA, Pete Rock, J Dilla und Madlib auf. Diesen Artikel möchte ich abschließend mit ein paar Pressestimmen beenden:

“Fishscale ist das beste Album, das der Rapper je gemacht hat und er wird damit neue Hörer gewinnen” – XXL

“Alles Killah, keine Füller. Sonderbar, aufreibend und brilliant.” – Blender

“It’s pretty fucking great.” – The Village Voice

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