Der Name Wachowski steht vor allem für eins: Die Matrix. Die Produzenten-Brüder schufen mit den drei Matrix Teilen eine Kulttrilogie, die von Fortsetzung zu Fortsetzung schlechter wurde. Sowohl inhaltlich als auch rein visuell lassen sich die Parellelen zwischen “V wie Vendetta” und der Matrix nicht wegreden. In beiden Filmen versucht ein Individuum aus den Zwängen einer rigiden Gesellschaft auszubrechen.
In “V wie Vendetta” sind die kontroll- und regulierungswütigen Medien, die von einem ideologisch geformten Regime gelenkt werden, die eigentlichen Übeltäter. Anfangs sieht es so aus, als ob dieser Plan aufgehen könnte. Mit ihrer Propaganda haben sie die Bürger Londons so weit eingeschüchtert, dass diese sich beispielsweise Ausgehverbote gefallen lassen. Bis sich eines Tages der superheldenhafte V gegen das Regime auflehnt und auf gewaltsame Weise versucht, den Bürgern die Augen zu öffnen. Seine Methoden: Sprengstoffanschläge und Morde. Stets mit einer Maske bedeckt treibt er die Regierung mit seinen Terrorismusspielchen in den Wahnsinn. Als er die junge Evey aus den Klauen dreier Männer rettet, wird sie mehr oder weniger freiwillig seine Verbündete. Nur zögerlich legt die Protagonistin ihre Ängste ab um sich dann doch von der Kraft revolutionärer Ideen mitreißen zu lassen.

Fiktives Fascho-Regime hin oder her, Parallelen zur Ideologie des dritten Reiches sind bei “V wie Vendetta” auf Meilen Entfernung zu erkennen. Alleine die hervorragend gewählte Diktator-Besetzung mit John Hunt vermittelt das unweigerliche Gefühl einen zweiten Hitler auf der Leinwand rumbrüllen zu sehen. Sturheit, Wut und utopisches Denken zeichnen den Londoner Alleinherrscher aus.
Natalie Portman könnte man zu Anfang des Filmes hingegen als eine zerbrechliche, wertvolle Vase bezeichnen. Einmal zu Fall gebracht rast sie unaufhaltsam zu Boden und kann nur durch den mutigen Helden V vor dem Zerschellen gerettet werden. Doch das bleibt nicht den ganzen Film über so, Portman macht einen Wandel ihrerselbst durch und am Ende sticht sie durch Furchtlosigkeit und Kurzhaarfrisur aus der Masse heraus. Ein besonderes Kompliment gilt auch Hugo Weaving, der den maskierten V darstellt und das so gut meistert, dass man sich nicht selten der Illusion hingibt, die Maske würde sich je nach Emotion verändern. Seinem Charakter, dem skrupellosen V, verleiht er Sympathie und beängstigende Züge zugleich. Dass der Superheld hierbei einem eskapistischen Comic-Universum entlehnt ist und nicht die aktuelle Terrorsituation auf der Welt reflektieren soll, kommt ausreichend zur Geltung und könnte nur von erzkonservativen Feuilleton-Schreibern missverstanden werden.

“V wie Vendetta” besitzt das, was der Matrix Trilogie fehlte: Herzblut statt Mindfuck. So befindet man sich in einer Gefühlsachterbahn, deren Wagons an Hochgeschwindigkeitszüge erinnern. Kurzweilig, klug, emotional und sehr düster ist der Film geworden. Und Natalie Portman mausert sich zu einem absoluten Volltreffer, was Rollenwahl angeht. Was steht als nächstes an Natalie? Egal, ich bin definitiv wieder dabei!










