19th May 2012

Filmreview: American Dreamz

Posted by Reviewnator on Mai-16-2006 Add Comments

American Dreamz

Ein US-Präsident, ein Araber und eine Blondine treffen sich in einer Reality Show…. Nein, das ist nicht der Anfang eines Witzes. Es ist der neue Film von Paul Weitz – „American Dreamz“. Paul Weitz, bekannt durch ‚American Pie’ und ‚About a Boy’, ist ein Multitalent. Er ist Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. Doch das allein scheint ihm nicht genug. Mit seinem neuen Film „American Dreamz“ versucht er seinen Lebenslauf um eine weitere Berufsbezeichnung zu erweitern – Satiriker.

Martin Tweed (Hugh Grant), ist der garstige, scharfzüngige und unheimlich selbstliebende Host/Judge der Reality Hit Show „American Dreamz“. Wie schon in den Jahren zuvor sucht er auch dieses Mal wieder nach dem nächsten auszubeutenden Pop Star. Allerdings ist er inzwischen von den Teilnehmern gelangweilt. Er braucht mehr Pep, mehr Drama, mehr Konflikte. Das gewisse ‚Etwas’, das die Zuschauer an den Bildschirm bannt. Und er hat auch schon eine Idee!

Sally Kendoo (Mandy Moore), eine Kleinstadt Mieze, träumt davon als Star ausgebeutet zu werden. Sie will die große Karriere. Und sie hat auch bereits hart daran gearbeitet. Ihr Lächeln ist perfekt, ihr blondes langes Haar sanft wie Seide und ihre Aura süß wie Zucker. Doch vor allem hat sie eines – den nötigen Egoismus, der sie vor nichts zurückschrecken lässt um ihr Ziel zu erreichen.

Omar (Sam Golzari) tanzt derweil eine halbe Erdkugel entfernt im Zelt eines Al Quaida Camps. Er ist ein nicht allzu vielversprechender Möchtegern-Terrorist, und wird aufgrund seiner Liebe für Show Tunes aus dem Camp verbannt. Doch wohin mit ihm? Ganz einfach, als Terrorist hat man immer Platz in den USA und so schicken ihn seine „Kollegen“ zu seinen reichen Verwandten nach Kalifornien.

American Dreamz

Und während Martin Tweeds Team sich auf die Suche nach ihnen begibt, sieht Präsident Staton (Dennis Quaid), ein großer Fan der Show und ahnungslos was seinen Job betrifft, seine Popularität sinken. Laut seinem Chief of Staff (William Dafoe), der ihm jedes Wort per Ohrknopf liefert – hilft da nur eines – ein Gastauftritt in der besten Show Amerikas. Fatale Folgen…
Kommt einem irgendwie bekannt vor oder? Jeder der ab und zu die Zeitung aufschlägt und wenigstens 5 Minuten Nachrichten schaut, weiß was der Film in Wirklichkeit darstellt – die Realität. Er behandelt auf satirische Weise die vieldiskutierten Themen unser heutigen Zeit. Unsere Faszination von Reality TV, unser Problem mit Immigration und Terrorismus, unsere sinkende Moral und einen nicht allzu hellen US Präsidenten.

So imitiert Hugh Grant auf gekonnte Weise das Jury Mitglied der echten Reality Hit Show American Idol, Simon Cowell, mit Sprüchen wie „meine Ohren bluten“ und „du bist wie ein musikalischer Ebola Virus“; Mandy Moore’s Version einer typischen Teilnehmerin ist nahezu identisch mit der Realität und abgesehen von Dennis Quaid als unsicherem George Bush, ist William Dafoe als Dick Cheney wie die Faust aufs Auge.

Dennoch wäre der Film nichts ohne das unterhaltsame Spiel der arabischen Terroristen, die tausende von Kilometern entfernt in ihren Höhlen sitzen, TV schauen und ohne Probleme mal kurz in die USA reisen. Besser noch, Omars arabische Verwandte, samt Prada, Gucci, Mercedes, Pool und homosexuellem Cousin.

Und obwohl sich der Plot doch ganz lustig anhört, gibt es ein Problem. Der Film kommt nicht in den Gang. Er wirkt langatmig und dadurch etwas langweilig. Schlimmer noch, er rennt von einer theoretisch guten Szene in die andere ohne knallhart auf den Punkt zu kommen. Nicht das man nicht grinst. Turban tragende Osama Bin Ladens in der Höhle sitzend mit Tivo ist schon lustig. Allerdings wünscht man sich die ganze Zeit, die Komödie würde sich nicht so stark in verschiedene Richtungen bewegen. Und das ist schade, da die Idee genial angelegt ist.

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