7th February 2012

Filmreview: Scary Moive 4

Posted by Reviewnator on Mai-1-2006 Add Comments

Scary Movie 4

Ein fantastisches Drehbuch und hervorragende schauspielerische Leistung – das macht einen guten Film aus. Ein unter Alkoholeinfluss geschriebenes Drehbuch und schauspielerische Selbstbeherrschung – das macht ein „Scary Movie“ aus.

Die Parodieerfindung der Wayans Brüder (”In Living Coplour”, “White Chicks”), welche 2000 als Antwort auf die Trilogie “Scream“ diente, ist mit ihrem mittlerweile vierten Teil wieder auf unserer Kinoleinwand zu sehen. Und diesmal haben die Macher der „Nackten Kanone“ das kreative Zepter fest in der Hand. David Zucker und Jim Abrahams. Eigentlich war es auch nur eine Frage der Zeit bis man genügend Material für Teil 4 gesammelt hatte. Es sind schließlich schon ganze drei Jahre vergangen, seitdem wir Cindy Campbell mit aufgerissenen Augen durch die Gegend haben stolpern sehen.
„Scary Movie 4“ basiert wieder auf dem Motto: nimm so viele Blockbuster wie möglich auf die Schippe, untersetze sie mit dem Leben der Stars und engagiere Prominente für Cameos. Da der Film aber auf Zucker und Abrahams Schultern ruht, lassen wir noch ein paar Leute gegen Wände, Pfähle und Tische rennen. Deutlicher gesagt, es ist der einfache Humor der den Film witzig machen soll.

Die Geschichte ist theoretisch einfach gestrickt. Cindy Campbell (Anna Faris) ist zurück. Nachdem scheinbar ihre journalistische Karriere den Bach runter ging, versucht sie sich nun als Krankenpflegerin einer alten Dame in einem Geisterhaus. Nebenan wohnt Tom (Craig Bierko), ein Vater-Versager, in den sie sich verliebt. Plötzlich greifen gigantische Tri-Pods die Erde an, Cindy und Toms Wege trennen sich, und Cindy versucht mit Hilfe ihrer Freundin Brenda (die bis jetzt in jedem Teil starb) die Welt von den Tri-Pod-Menschen-Vernichtenden-Monstern zu retten.

Ana Ferris in Scary Movie 4

Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Szenen-, Gedanken- und Vergangenheitssprünge vermeiden jede Logik und verwirren bis zu dem Grad, dass es eigentlich niemanden mehr interessiert worum es geht. Stattdessen versuchen Zucker und sein Team lediglich Filme wie z. Bsp. „War of the Worlds”, “Saw”, “The Grudge”, “Brokeback Mountain” und “The Village” umherzuprügeln. Wobei die eigentlich tragende Rolle wohl „War of the Worlds“  oder besser gesagt Tom Cruise spielt. Wer kann es sich verdenken? Dank seiner nicht enden wollenden „Katie-I-love-you“ Ausbrüche und seiner televisierten Couchsprünge, wird der frühere Publikumsliebling heute mehr oder weniger nur noch bei Scientology Treffen bejubelt.
Nichtsdestotrotz ist es Zucker gelungen jedem Kinobesucher zumindest für die meiste Zeit ein Grinsen auf das Gesicht zu zaubern. Auch wenn es manchmal einige Sekunden braucht um zu verstehen was vor sich geht, sind die Texte gerade weil sie so dumm sind brillant:
Cindy: “Hello?” „Herro?“ „Hitachi Nagasaki Toshiba Subaru?“
The Grudge: „Nagasaki Okinawa Hokkaido Yokohama”
Cindy: “Karate Judo Sumo Samurai”
The Grudge: „Nissan, Honda, Mitsubishi, Sibu“

Auch wird sich besonders Michael Moore über einen nicht agierenden Präsidenten freuen, der im Moment des Terroristenangriffes in der Schulklasse sitzt und mit den Worten „Ich will erst wissen wie es mit der Ente weitergeht“ wertvolle Zeit vergeudet.
Hilfreich sind natürlich auch Shaquille O’Neills Freiwurfprobleme, Carmen Electras Korsagendrang, Charly Sheens Playmate Fremdgeherei, Michael Jacksons Suche nach kleinen Jungs (gähn!) und Dr. Phils Lebenslektüren.

Der Schlüssel zum „Scary Movie“-Sehen besteht ganz einfach darin, den Film nicht als Film sondern als 85 Minuten mit mehreren Sketchen zu betrachten. Wer bei „Scary Movie“ nach einer intelligenten Storyline sucht, sollte sich das Geld besser sparen. Wer sich allerdings zurücklehnen will, Slapstick Humor mag und sich mit Hollywood Filmen und Stars auskennt wird Halleluja brüllen. Die Witze sind extrem auffällig und brauchen keinerlei Gehirnanstrengung.

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