Nach der beachtlichen Rückkehr des Ghostface Killahs stehen bei seinem Reimpartner Raekwon nun auch alle Lichter auf Grün. Der erst kürzlich mit Dr. Dres Label Aftermath Music abgeschlossene Plattendeal pusht die Karriere des Chiefs um ein beachtliches Maß in die Höhe. Der Öffentlichkeit muss er nichts mehr beweisen, soviel steht fest. Diesmal geht es einfach nur darum den New Yorker Hiphop zurück zu bringen, einem Wiedereroberungskreuzzug beizutreten, den Busta Rhymes und Ghostface gestartet haben.
Ein Wu-Gambino ist er, dieser Raekwon. Mit seinem Debüt-Album („Only Built For Cuban Linx”) kultivierte er den Mafioso-Style im Rapgame. Raeks Texte sind hart und dennoch lyrisch extrem durchdacht. Im Gegensatz zu einigen seiner Kollegen versucht er stets einen gewissen Grad an Ehrlichkeit zu erhalten und nicht in provokante und schockierende Hardcore-Attitüden zu verfallen, wie beispielsweise 50 Cent. So kommt es dann auch, dass er gerade mit dem G-Unit Boss seit jeher im Clinche liegt.
Corey Woods, so der bürgerliche Name von Raekwon, wurde 1968 in Staten Island/New York geboren. 1993 tritt er mit dem Ghostface-Duett „Can It All Be Simple“ erstmals aus dem Schatten des Wu-Tang Verbundes. Das legendäre Wu-Tang Clan Album „The 36 Chambers (Enter The Wutang)“ machte nicht nur die Shaolin-MCs bekannt, es bildete auch die Grundlage für eine Freundschaft zwischen Rae und Ghost, deren Unity sowohl musikalisch als auch persönlich fruchtet. Das bereits oben angesprochene Debüt-Werk Raekwons stellt einen ersten Höhepunkt dar. Fast jeder Song der LP featured den kongenialen partner-in-rhyme Ghostface Killah und macht die Platte zu einer der absoluten Hiphop Klassiker. Jay-Z bringt es damals auf den Punkt: „Me and Missy be the new Tag Team. Whoomp! There It Is. We like, Rae And Ghost, A.G. and Showbiz“. Kritiker überhäufen “Only Build For Cuban Linx” mit Top-Bewertungen und viele Künstler, selbst hier in Deutschland, nennen Raekwon als größte Einflussquelle oder erste Berührung mit der Jugendkultur Hiphop. Nach dem Solo-Durchbruch und einem weiteren Solo-Joint namens „Immobilarity“, der jedoch größtenteils enttäuscht, nicht zuletzt, weil weder RZA Beats schmiedete noch Ghost Zeilen droppte, widmet sich der Rapper wieder den Wu-Tang Aktivitäten und ist auf dem Clan Album „Iron Flag“ (2002) zu hören. Dem viel kritisierten „Immobilarity“ folgt schließlich im Jahre 2k3 das wiederum hervorragende „The Lex Diamond Story“ auf dem erstmals Raekwons Crew, eine Handvoll Rookie Talente, Ice Water Inc zu hören ist. Da die Begabung von Polite, Problem Child, Cigzra und Stumik allerdings geringer ist, als gedacht ist der Chief selbiger auf dem Album.

Zwischenzeitlich nehmen auch die Sticheleien zwischen 50 Cent und Raekwon ihren Lauf. Der Beef zwischen den Beiden beginnt mit 50 Cents Rundumschlag „How To Rob A Industry Nigga“: „I hit the studios take shit and leave. Catch Rae Ghost and RZA for them funny ass rings”. Daraufhin schlägt Rae auf dem „Clyde Smith Skit“ von Ghostfaces „Supreme Clientel“-Album in etwas dünnhäutiger und humorloser Spoken-Words Manier zurück: „Straight up, yo that nigga 50 Cent? That’s yo, I don’t even know why he try to do that little dumb ass shit. Right there. But I’mma tell you somethin. You could say all them other niggas name. But niggas, niggas gon see them based on that big daddy. I know why they ain’t bark on you. Cuz they ain’t try to let your new broke ass trying to come out in the game. And act like they lettin you live off they scruff. Ok, you ain’t even that big, dick and if I see you up in here, I’mma have about 500 wolves on you. You just fucked up, you fucked up bad. I don’t even know man. Matter fact, I’mma kick you in ya ass and all that shit. Faggot ass nigga.” Freestyle Attacken folgen (“Staten Island”, “Message From Ghost” und “Who’s 50 Cent”) und um 1998 verpufft der Beef einfach im Nichts. Doch bald darauf steht der Wu-Tang Mann bereits wieder auf der Abschussliste 50s. Diesmal versucht der G-Unit Soldier die komplette Rapszene gegen Raekwon aufzubringen, als er aus dem Nähkästchen plaudert und von alten Drogenkontakten zur Irv Gotti geführten Murder Inc Posse erzählt. Rae nimmt sich diese Vorwürfe zu Herzen und kontert auf „Lex Diamond Story“: „Nigga get down lay down. We don’t play around. I dunno waht ya heard but we don’t play around. Its the cook coke you. Look broke what the fuck happened. How you leave the dope game to pursue rappen. Already known that your shit was trash.“
Mit dem Release seines neuen Albums “Only Built 4 Cuban Linx II“ wird sich nun endgültig zeigen, ob Raekwon noch überzeugen kann. Einen Vorgeschmack konnte man schon auf Busta Rhymes neuem Album „The Big Bang“ hören, auf dem Rae einen eindrucksvollen Feature-Part („Goldmine“) einnimmt, der wirklich mehr als Hoffnung auf ein gelungenes viertes Solo-Album macht. Unter anderem sind Ghostface, Busta Rhymes, John Frusciante, RZA und GZA zu erwarten und als Executive Producer fungierten RZA und Busta Rhymes. Beats stammen aus der MPC von u.a. Jay Dee, Dr. Dre und Scram Jones. Eine erste Single namens „State Of Grace“ ist bereits erschienen. Get ready for the Wu-Gambino – Raekwon The Chief!










