
Einleitend muss mal eines gesagt werden: Euer alter Tino war nie ein Moralapostel, ist es jetzt nicht und wird auch zukünftig nicht dazu mutieren. Ehrlicherweise habe ich vor allem in meiner Jugend allerlei Dinge getan, die mir heute rückblickend die tiefste Schamröte ins Gesicht treiben. Viele weniger leidensfähige Mütter als die meine hätten angesichts dieser Kapriolen schon längst die Hand an ihren wild wogenden Busen gepresst und „Ich habe keinen Sohn mehr!“ deklamiert. Danke, Mom, für deine Kraft.
Archive for August, 2006
Tino geht ins Kino – und wird unverhofft zum Fürsprecher der schutzlosen Jugend
Filmreview: Snakes On A Plane
The motherfucking movie is finally here! Nicht ganz nach Norm geschrieben, aber das sind genau die Worte, die Tausenden von Internet Bloggern über die Lippen gekommen sein müssen. Noch nie gab es über Jahre so viel Wirbel und Interesse um einem Titel, bei dem das filmfertige Drehbuch noch nicht mal geschrieben war: „Snakes on a plane“. Die Vorgeschichte hört sich nach ‚Vom Tellerwäscher zum Millionär’ an. Das Drehbuch stammt ursprünglich aus dem Kopf eines Universität-Sachbearbeiters, der zum Vergnügen ab und zu Naturzeitschriften las. Das war 1992! Ganz angetan von den indonesischen braunen Baumschlangen, welche im 2. Weltkrieg mal ganz locker in Frachtflugzeuge krochen, veränderte er die Story und nannte es „Venom“.
Tino geht ins Kino – und hätte lieber ein Buch gelesen

Eben war es noch viel zu heiß, jetzt nahen sie wieder mit riesigen Schritten: die verregneten Herbstabende. Und man wird kaum 3x hintereinander „Spätvorstellung“ sagen können, dann stehen die langen, kalten, extrem finsteren Winternächte auf dem Programm. Da mutiert sogar ein emotional abgestumpfter Knochen wie ich zur nähebedürftigen Frostbeule mit ausgeprägtem Kuschelbedürfnis. Doch was tun, wenn die bessere Hälfte gerade nicht greifbar ist? Richtig – man wirft eine DVD ein, um die Nacht totzuschlagen.
Filmreview: Das Mädchen aus dem Wasser
Wenn man normalerweise einen Film kritisiert, ob nun positiv oder negativ, stehen grundsätzlich immer die Hauptdarsteller im Vordergrund. Es geht immer um „Julia Roberts beste Rolle“ oder „Jude Laws geniale Leistung“. Sie werden im Großen und Ganzen für den Erfolg oder auch Misserfolg des Filmes verantwortlich gemacht. Normalerweise. Denn es gibt Ausnahmen. Und die betrifft eine ganz besondere Gattung von Menschen. Scorsese, Spielberg, Kubrick, Allen oder – M. Night Shyamalan.
Filmreview: The Descent
Vorweg möchte ich schon mal ganz klar sagen – ich liebe Horrorfilme. Ich sah meinen ersten mit hochgezogener Bettdecke und gaaaanz leisem Ton (nur wenn die Musik kam) heimlich im Alter von 8 Jahren (Dracula, Christopher Lee). Seitdem habe ich einen gewissen Geschmack für diese entwickelt. Auf Deutsch – ich habe meine Ansprüche und bin relativ schlecht zufrieden zu stellen. Das gilt übrigens für jeden Film. Denn inzwischen entscheide ich bereits innerhalb 5 Minuten ob es sich für mich lohnt den jeweiligen Film oder die Sendung zu sehen. Zum Leidwesen anderer natürlich. Da sollte es auch niemanden wundern, wenn ich bei einem britischen Horrorfilm namens „The Descent“ meine Stirn runzel.
Tino geht ins Kino – ja, wie hätten Sie es denn gern?!

Nicht alles, was man irgendwo lesen kann, muss zwangsläufig auch der Wahrheit entsprechen. Gerade in boulevardjournalistischen Belangen ist diesbezüglich mehr als nur gesunde Vorsicht angebracht. Dennoch begibt sich Euer unbestechlicher, kritischer und von Natur aus misstrauischer Tino heute mal in die Untiefen der Filmwelt, um eines der unterhaltsamsten Themen ans Tageslicht zu zerren – die Star-Allüren. Natürlich ohne Gewähr auf Richtigkeit…
Filmreview: Fluch der Karibik 2
Drei Jahre ist es her, dass die Black Perl mit Kapitän Jack Sparrow am Ruder über unsere Kinoleinwände segelte. Ein riesen Hit, bei dem sich Johnny Depp nicht nur eine Oscar Nominierung für die Rolle des Kapitäns einheimste, sondern gleichzeitig auch die Besucherzahlen der gleichnamigen Attraktion des Disneyland Parks verbesserten. Bei so viel Erfolg (und Umsatz) gab es natürlich nur einen nächsten Schritt. Sequel. Und die ist mit ‚The Dead Man’s Chest’ und einem lauten und langen 2 ½ stündigen ‚Grrrrrgh’ jetzt auch da! Aber wie ist die Sequel geworden? Größer, teurer, animierter aber nicht unbedingt besser?
Tino geht ins Kino – und beobachtet die Opferung der Filmkunst

Die Zeit für Kinobetreiber ist bekanntlich momentan eine der härtesten überhaupt. Hitze, Fußball-WM, gähnende Leere im Geldbeutel der Besucher, Raubkopien per Internet,… Das Publikum bleibt fern. Selbst Multiplexe spüren einen empfindlichen Rückgang, da mittlerweile sogar per se sichere Blockbuster teilweise untergehen. Mein örtlicher Cinestar hatte zuletzt während der WM volle Säle – mit Übertragungen der Spiele. Noch härter trifft es die Programmkinos. Es scheint, als wäre die Klientel müde geworden; hochkarätige Filme wie „Lady Henderson präsentiert“ oder „Hard Candy“ fliegen nach kurzer Zeit vom Spielplan. Wer aktuell das Glück hat, Almodóvars neues Meisterwerk „Volver“ zeigen zu können, freut sich über temporäre Massenanstürme, alle anderen bleiben jedoch außen vor.
Tino geht ins Kino – Von lieblichem Geträller und dem Wal im Menschen

Man sagt ja vor allem Frauen nach, häufiger mal als Multitalent auf die Welt zu kommen. Manche Dame des Kinogewerbes nutzt diesen Umstand, fern oder eben auch auf der Leinwand ihre Stimmbänder öffentlich zum Klingen zu bringen. Wie die Erfahrung lehrt, ist das Ergebnis teils zwar nur durchschnittlicher Natur (Stichwort „Lindsay Lohan“), aber meistens geht das Ganze gut. Man denke an Michelle Pfeiffers Schwanengesänge in „Die fabelhaften Baker Boys“ oder „Grüße aus Hollywood“, wo sich in Form Meryl Streeps und Shirley MacLaines gleich zwei Aktricen in die Gehörgänge des Publikums schmeichelten.













