8th February 2012

Tino geht ins Kino – ja, wie hätten Sie es denn gern?!

Posted by Tino Socaly on August-17-2006 Add Comments

Tino geht ins Kino
Nicht alles, was man irgendwo lesen kann, muss zwangsläufig auch der Wahrheit entsprechen. Gerade in boulevardjournalistischen Belangen ist diesbezüglich mehr als nur gesunde Vorsicht angebracht. Dennoch begibt sich Euer unbestechlicher, kritischer und von Natur aus misstrauischer Tino heute mal in die Untiefen der Filmwelt, um eines der unterhaltsamsten Themen ans Tageslicht zu zerren – die Star-Allüren. Natürlich ohne Gewähr auf Richtigkeit…

Es steht zu befürchten, dass der Name „Christiane Hörbiger“ einigen (gar vielen?) Lesern überhaupt nichts sagt. Was ja generationstechnisch auch klar ist, schließlich interessiert sich die heutige Jugend wohl kaum für alte Schauspielerinnen aus österreichischen Landen. Nichtsdestotrotz soll Frau Hörbiger den Einstieg geben, da sie in einem Interview etwas sehr Treffendes sagte, nämlich: „Intelligente Schauspieler pflegen keine Allüren. Das hat auch etwas mit Reife – ich möchte nicht sagen Alter – zu tun.“ Gut gebrüllt, Löwin! Nur leider vergessen das zu viele der mehr oder weniger großen Stars, schenkt man den Gerüchten Glauben. So neigt beispielsweise Kevin Costner angeblich dazu, Regisseure aus seinen Filmen zu mobben – kann er sich so etwas bei seinem Status eigentlich wirklich leisten? Dass Russell Crowe gern mal Hotelzimmer zerlegt und/oder Zivilisten verprügelt, ist ebenfalls schon länger bekannt. Und Will Smith erträgt bei Szenen mit künstlichem Regen kein schnödes Leitungswasser, sondern möchte gern mit Mineralwasser berieselt werden. Schmeckt ja auch besser.

Solche Extrawünsche scheinen weit verbreitet zu sein, treten interessanterweise aber verstärkt auf weiblicher Seite auf. Da zoffen sich Meryl Streep und Glenn Close, also zwei eigentlich reife Damen, am Set von „Das Geisterhaus“ darum, wer den prunkvolleren Trailer bekommt. Und Demi Moore treibt mit ihren Forderungen Filmfirmen halb in den Bankrott. Interessant am letzten Beispiel: Tatsächlich sind es meist vor allem abgehalfterte Ex- oder aufstrebende Möchtegern-Diven, welche nicht müde werden, einen unbedingt abzuarbeitenden Katalog zu präsentieren. So reicht Sharon Stone, zuletzt mit dem unsäglichen Totalflop „Basic Instinct 2“ negativ aufgefallen, vor Drehbeginn eine Liste mit notwendigen Specials ein. Unter anderem wären da ein Privatjet, Leibkoch, bewaffnete Bodyguards, Wagen mit Chauffeur und – ganz wichtig – die Luxus-Suite im nächsten 5-Sterne-Hotel. Jennifer Lopez dagegen, schauspielerisch nur auf mäßigem Niveau angesiedelt, stellt angeblich Forderungen wie eine ganz Große: Ihre Garderobe hat vollständig weiß zu erstrahlen. Möbel, Blumen, Vorhänge, Tapete, Kerzen, sonstige Ausstattung – alles von unschuldiger Reinheit. Im Zweifel wird eben neu dekoriert. Damit das empfindliche Mädel weder den Kältetod stirbt noch einem Hitzschlag erliegt, hat die Raumtemperatur konstant bei 25,5°C zu liegen. Wehe dem Unglückswurm, der das verpatzt!

Paris Hilton dagegen, cineastisch eigentlich nur als „House of Wax“-Mordopfer in größere öffentliche Erscheinung getreten, braucht bei Pressekonferenzen zwei Helfer um sich herum, die bei Bedarf ihr Blondhaar mit einer neuen Ladung Spray fixieren. Und Mariah Carey, eine der wahrscheinlich miesesten Aktricen aller Zeiten (ganz zu schweigen von gesanglicher Qualität), greift auf ein überreiches Repertoire an Allüren zurück. So zerdeppert Carey gern das zu ihrer Labung gereichte Tee- oder Kaffee-Service (komplett!), weil sie den Gedanken nicht erträgt, es könnte jemand nach ihr aus der gleichen Tasse trinken. Wäre ja auch wirklich übel, würde ein Normalsterblicher am Kelch der Göttin nippen, gell?!

Wie gesagt: Man kann all das glauben oder nicht. Manchmal jedoch gibt es schlagkräftige Beweise. Und da wären wir bei Lindsay Lohan, neulich zwar nicht Gegenstand einer Kolumne, aber zweier Kommentare dazu. Das Mädel polarisiert – und da Euer Tino im Grunde ein fieser kleiner Sack ist, gießt er Öl ins Feuer…

Also: Lindsay L. dreht momentan unter der Regie von „Pretty Woman“-Macher Garry Marshall einen neuen Film, worüber man geteilter Meinung sein kann. Ich freue mich zumindest drüber, dass neben Lohan Jane Fonda, Leider-nicht-„Transamerica“-Oscar-Gewinnerin Felicity Huffman sowie Marshalls Stammakteur Hector Elizondo das Cast bereichern. Ab 2007 soll man sich im Kino daran ergötzen können; doch der Termin stand in den Sternen, da Lohan ständig von Krankheit, Hitzschlägen und ähnlichem geplagt wurde, somit also eher selten am Set auftauchte. Verzögerungen und Ausfälle waren die Folge. An sich zwar schade, aber nachvollziehbar, schließlich konnte man das Mädel nicht im Delirium spielen lassen (obwohl das an der erbrachten Leistung wohl nicht viel geändert hätte). Nur leider kam ihr James G. Robinson, Chef der produzierenden Firma „Morgan Creek“, auf die Schliche. Mit der ganzen Lebenserfahrung eines 70jährigen Filmbosses, der schon alles gesehen hat, griff Robinson zur Feder und schrieb einen Brief. Am nächsten Tag stand Lohan blitzgesundet wieder zur Verfügung. Ein Wunder war geschehen!

Oder doch nicht? Wie es in besagter Botschaft nämlich heißt, war der wahre Grund für Lohans körperliche Beschwerden das nächtliche Durchfeiern auf diversen Partys. Aha! Weiterhin wird Lohan von Robinson als „unhöflich, verantwortungslos und unprofessionell“ entlarvt, weiterhin sei durch ihren Egotrip bereits ein Schaden in Höhe mehrerer hunderttausend Dollar entstanden. Die logische Konsequenz ist deutlich: „Wir werden dieses Verhalten nicht länger dulden.“ Im letzten Absatz folgen einige Drohungen, welche nicht bloß auf finanziellen Schadensersatz abzielen, nebst der dringenden Mahnung, „diesen Brief ernst zu nehmen und dich professionell zu verhalten.“ Es hat geklappt. Lohan ist munter wie ein Fisch im Wasser und erscheint pünktlich zu jedem Dreh. Wer den kompletten Brief (natürlich im englischen Original) lesen möchte, folge übrigens diesem Link: http://www.thesmokinggun.com/archive/0728061lohan1.html

Ein dreifaches „Zick, zick, hurra!“ grölt derweil

Tino

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