7th February 2012

Filmreview: World Trade Center

Posted by Reviewnator on September-5-2006 Add Comments

World Trade Center

Diese Filmkritik wird anders als meine üblichen. Es gibt dieses Mal keine typische, manchmal vielleicht auch sarkastische Einführung in die Umstände des Filmes bei der ich jegliche Produktionsmotive in Frage stelle. Warum auch. Dieses Werk lässt keinen Platz für Sarkasmus. Nur für Emotionen. Und es fällt einem schwer diese Kritik ohne Emotionen zu schreiben.

Der 11. September 2001 wird für immer und ewig in die Weltgeschichte eingehen. Es ist der verhängnisvolle Tag, an dem unsere Welt aufgerüttelt wurde. Es ist der Tag an dem unser tägliches Handeln und Denken einen Wendepunkt nahm. An dem unsere wie wir annahmen blühende Zukunft, mit einen tiefgrauen Schleier aus Angst überzogen wurde. Es ist der Tag des Grauens den niemand vergessen kann. Ich hatte mich schon einmal diesem Thema mit „Flug 93“ gewidmet. Ein Film, den ich zwar patriotisch aber für die Filmkunst unnötig fand. Zu viele in dieser Art gedrehte Tatsachenberichte fand ich schon auf dem Discovery Channel. Teilweise sogar besser inszeniert. „World Trade Center“ ist aber auf einem ganz anderen Niveau.

Insgesamt fast 3000 Menschen kamen bei den Flugzeug-Attentaten ums Leben. Davon allein 2600 in und um die Tower des World Trade Center. Oliver Stones Drama „WTC“ zeigt uns nun die auf Zelluloid gebrachte wahre Geschichte der Port Authority Polizisten John McLoughlin und William Jimeno. Zwei Männer, die als erste an Ort und Stelle waren um den Verletzten und Eingesperrten zu Hilfe zu kommen. Es ist eine persönliche Geschichte im Bild des 9. Septembers, bei der nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Familien elendigen Stunden des Horrors hilflos ausgesetzt sind.

Insgesamt fast 3000 Menschen kamen bei den Flugzeug-Attentaten ums Leben. Davon allein 2600 in und um die Tower des World Trade Center. Oliver Stones Drama „WTC“ zeigt uns nun die auf Zelluloid gebrachte wahre Geschichte der Port Authority Polizisten John McLoughlin und William Jimeno. Zwei Männer, die als erste an Ort und Stelle waren um den Verletzten und Eingesperrten zu Hilfe zu kommen. Es ist eine persönliche Geschichte im Bild des 9. Septembers, bei der nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Familien elendigen Stunden des Horrors hilflos ausgesetzt sind.

Die Geschichte um die Polizisten wird von Stone aber auch auf die Familien ausgeweitet. Wie ihre Ehemänner, leben auch sie plötzlich in Angst. Ohne jegliche Ahnung wo oder ob sie noch am Leben sind, müssen die Ehefrauen versuchen für sich, die Kinder und Angehörige Stärke zu zeigen. Ihnen Hoffnung zu geben. Doch in Momenten wie diesen werden Dinge gesagt, die man nicht meint. Es werden Vorwürfe gemacht und Erinnerungen gesucht. Auf den Straßen New Yorks und in den Köpfen der Menschen herrscht das pure Chaos. Stone zeigt uns ebenfalls den Zusammenhalt der Bürger. Jeder will helfen und sucht nach Möglichkeiten dies zu tun. Genauso wie Dave Karnes (Michael Shannon), ein ehemaliger US Army Marine, der sein sicheres Umfeld verlässt um in New York seinen Mann zu stehen. Er wurde von der Drehbuchautorin Andrea Berloff als Sinnbild für Patriotismus benutzt. Was mich persönlich hierbei ein wenig gestört hat, ist dieser amerikanische Schalter, der dann scheinbar in den Köpfen umgelegt wird. Vom Büromann zum Krieger in einer Minute. Karnes bespricht mit seinem Pastor die Situation: „Gott gab mir das Geschenk, Menschen zu helfen. Unser Land zu verteidigen. Ich fühle, er ruft mich jetzt zu dieser Mission.” Danach lässt er sich beim Friseur die Armeefrisur verpassen und erscheint in voller Kluft am World Trade Center mit einer Kampf-Gesichtsmiene.

World Trade Center

Das Kameraspiel zwischen Trümmer, leeren Straßen und hektischen Familien hält die Geschichte am Leben. Sie gibt uns Einblick in das Leben der Polizisten. Auch wenn das keine hochdramatische Spannung bringt, und zu Zeiten flach wirkt, so übermittelt sie zumindest die Emotionen und Zeitvorgänge. Man kann sich vorstellen wie langatmig sich die Situation angefühlt haben muss. Das Warten. Der einzige Baustein der mir nicht gefiel ist die plötzliche Erscheinung Jesus’ mit einer Flasche Wasser, nachdem man Jimeno mit geschlossenen Augen sieht. Für Jimeno mit religiösem Hintergrund hat es sicherlich Bedeutung, für mich ist es kitschig. Allerdings ist dies wohl Bestandteil der wahren Geschichte, da diese u. a. ja auch von den Ehepaaren McLoughlin und Jimeno geschrieben wurde.

Und da sind wir schon beim Ausgang des Filmes angekommen. Jimeno und McLoughlin waren Nummer 18 und 19 von insgesamt nur 20 lebend geborgenen Menschen des eingestürzten World Trade Centers. Ihre Rettung ist dramatisch und gefährlich. Jeder falsche Schritt kann das Ende bedeuten. Doch zu allerguterletzt sind sie am Leben und in den Armen ihrer Familien. Zu den Schauspielern gibt es nichts zu sagen. Sie spielen ihre Rollen stark aber emotional, traurig aber hoffnungsvoll. Man kann sich in ihre Lage hineinversetzen und darauf kommt es an. Erwähnenswert hierbei sind natürlich Maria Bello als Donna McLoughlin und Maggie Gyllenhaal als Allison Jimeno.

Oliver Stone, der seine Filme sonst immer mit politischen Farben unterlegt, hat sich dieses Mal mit seiner Meinung zurückgehalten. Er kritisiert nicht die Regierung, er gibt keinen Hintergrund zu den Schuldigen und er weist keine Theorien auf. Was er stattdessen macht, ist uns eine wahre Geschichte zu bringen, die vom Großbild 9/11 abweicht und für die Welt ungehörte Seiten ans Tageslicht bringt. Er macht die Tragödie mit Einzelnen persönlich. Er zeigt Helden und Opfer. Und bei einem so hochexplosiven Thema wie 9/11, bei dem sich Gemüter überschlagen, hat er den richtigen Weg und Ton gewählt. Auch wenn man von Oliver Stone anderes gewöhnt ist, kann man ihn für die Darstellung von Fakten nicht kritisieren. Die Geschichte ist was sie ist. Was man machen kann, ist die Qualität zu kritisieren. Doch auch da gibt es nichts zu mäkeln. Mit einem Budget von 63 Millionen USD hat er einen Qualitätsfilm hergestellt. Er bringt uns in Gedanken zurück an diesen Tag. Aber was wir an Drama vorher nur vermuteten oder uns nicht wagten vorzustellen, wird uns kraftvoll bildlich erzählt.

Es ist ein Kampf ums Überleben. Ein grauenvoller noch dazu. Wenn man darüber nachdenkt, sollte man besser jeden Tag so leben als wäre es der letzte. ‚World Trade Center’ ist der bisher beste Film zur Thematik 9/11.

  • del.icio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • RSS
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • FriendFeed
  • LinkedIn
  • MySpace

Post a Comment

(required. But it will not be published)