
Es heißt, der Mensch definiere sich über seine Taten, nicht Worte. Hat man es mit einem Regisseur zu tun, bedeutet dies grundsätzlich Betrachtung seiner Filme, denn die wenigsten Zuschauer dürften das Vergnügen haben, beispielsweise Steven Spielberg persönlich zu kennen. Eigentlich müsste sich darum in der heutigen Kolumne alles um Werke wie “M*A*S*H”, “Short Cuts”, “Gosford Park” oder “The Player” drehen. Doch sie sprechen für sich, jedes einzelne von ihnen ein Meisterwerk, unvergessen und unnachahmlich. Es lohnt kaum, noch überflüssige Worte zu verlieren, um ihren Schöpfer Robert Altman zu porträtieren. Deshalb nähert sich Euer trauriger Tino tatsächlich über den verbalen Weg, um die Person Altmans wenigstens ein Stück weit zu erkennen.
Archive for November, 2006
Tino geht ins Kino – und trägt Trauer [zum Gedenken an Robert Altman]
Filmreview: The Departed
Was hat dieser Martin Scorsese nicht schon für klassiker gedreht: Von “Taxi Driver” über “Casino” bis hin zu “Gangs Of New York”. Insgesamt bringt es der Regisseur auf mehr als 40 Filme. Sein neustes Werk heißt “The Departed – Unter Feinden” und wird sich wohl in die Reihe der klassischen Gangsterfilme einreihen. Wie so oft in der Vergangenheit hat Scorsese seine beiden Freunde Leonardo di Caprio und Matt Damon erst zum Kaffee und dann zum Dreh eingeladen. Zusammen mit den vielen weiteren hochkarätigen Schauspielern gleicht der Film einer Broadway Aufführung. Und zwar einer verdammt gelungenen.
Filmreview: Alien Autopsy
Wir schreiben den 5. Mai 1995. Der Filmproduzent und Geschäftsmann Ray Santilli zeigt zum ersten Mal vor Vertretern der Presse und einigen UFO-Forschern einen Film, der die angebliche Autopsie eines Außerirdischen zeigt. Kurze Zeit später gibt es etliche Experten, die der Meinung sind, das ultimative Beweismaterial für Leben auf anderen Planeten gesehen zu haben. Santilli selbst behauptet, er habe den Film von einem ehemaligen amerikanischen Militärkameramann erworben, der die Ereignisse damals, 1947 im seither allseits bekannten Örtchen Roswell, live dokumentierte. Am 4. April 2006 tritt Santilli ein weiteres Mal vor die Presse. In einem Statement behauptet er nun, den Film gefälscht zu haben. Allerdings mit Hilfe der Originalvorlage – die er scheinbar mit eigenen Augen gesehen haben will. Soweit besagt es die Realität.
Tino geht ins Kino – mit der Lizenz zum Töten

Mein Name ist Socaly, Tino Socaly. Und ehrlicherweise bin ich kein sonderlich großer Fan des weltweit bekannten und verehrten Agenten mit der Kennung „007“. Na ja, zumindest vergöttere ich den Mann nicht so wie der 23jährige Engländer David Fearn. Letzterer hat nämlich neulich seinen durchaus gefälligen Namen abgelegt und eben in „James Bond“ geändert. Doch nicht nur das! Was ein echter Anhänger ist, der packt auch gleich noch sämtliche Filmtitel mit rein. Folgerichtig heißt dieser glühendste aller Fans nunmehr allen Ernstes „James Dr. No From Russia with Love Goldfinger Thunderball You Only Live Twice On Her Majesty’s Secret Service Diamonds Are Forever Live and Let Die The Man with the Golden Gun The Spy Who Loved Me Moonraker For Your Eyes Only Octopussy A View to a Kill The Living Daylights Licence to Kill Golden Eye Tomorrow Never Dies The World Is Not Enough Die Another Day Casino Royale Bond” und freut sich nach eigener Aussage schon tierisch drauf, mal nach seinem Namen gefragt zu werden… Aber ich schweife ab, sorry.
Filmreview: Scoop – Der Knüller
Der manchmal schwer depressiv wirkende Stadtneurotiger Woody Allen ist zurück. Nicht nur im Regiestuhl, auch vor der Kamera kann man seine schauspielerischen Künste seit kurzem in der Kriminalkomödie “Scoop” wieder bewundern. Neu ist auch, dass er die Neurose abgelegt und endlich wieder richtig witzige Dialoge geschrieben hat. Und das mit einer sonst irgendwie so kalt erscheinenden Scarlett Johannson in der Hauptrolle.
Filmreview: Snow Cake
Autismus ist eine Persönlichkeitsstörung, bei der sich der Betroffene von der Umwelt abkapselt und sich in die eigene Vorstellungs- und Gedankenwelt versenkt. So zumindest lautet im Großen und Ganzen die Definition, wenn man sich im Internet über die ‚Krankheit’ Autismus schlau machen möchte. Eine körperliche Verfassung, die 2-4 von 10 000 Kinder betrifft. Und vor allem auch eine ‚Krankheit’, die heutzutage zwischen dem prominenteren Aids, Alzheimer und Krebs meist in Vergessenheit gerät. Vielleicht dachten sich das auch Angela Pell und Mark Evans. Die nämlich haben zusammen einen wunderschönen und herzzerreißenden Film namens „Snow Cake“ kreiert, der sich mit diesem Thema befasst.
Tino geht ins Kino – und nennt knallhart Namen!

Familie kann wahlweise etwas wirklich Tolles oder ein nicht versiegender Quell von Krisen, Schlachten und Problemen sein, wie wohl jeder Leser aus eigener Erfahrung weiß. Noch viel schlimmer muss es den Nachwuchs von Stars treffen: stets im Rampenlicht stehend, als Baby in jede Kamera gehalten, später schlimmstenfalls unter dem Druck gigantischer Erwartungen strauchelnd. Joan Crawfords Adoptivtochter Christina beispielsweise hat sich mit einem Weltbestseller ihr Leid von der Seele geschrieben, in der Verfilmung von “Meine liebe Rabenmutter” brillierte dann Faye Dunaway als dem Alkohol stark zugewandter, auf dem absteigenden Ast befindlicher Ex-Star und überforderte Mama.
Tino geht ins Kino – und sieht überall Gefahren lauern

Die Tage werden immer kürzer, eiskalte Nächte breiten ihre finsteren Schwaden über das Land aus, und die bessere Hälfte ward auf Grund erdrückenden Stresses auch viel zu lange nicht gesehen. Genug Gründe für Euren deprimierten alten Tino, mentalen Frust zu schieben und urplötzlich in die Untiefen des Morbiden und Makabren abzugleiten. Dies, liebe Leser, wird also keine lebenslustige, fröhliche Kolumne, sondern eher ein Trauerspiel. So zückt denn Eure Taschentücher und lest vom gefährlichen Leben als Schauspieler.
Filmreview: 7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug
Holy shit! Es gibt Dinge, die machen mich aggressiv. Dazu gehört auch einen Film zu drehen, der – wenn er schon keinen Sinn hat – noch nicht mal ansatzweise witzig ist. Bereits der erste Teil des Zwergenklamauks war stark grenzwertig und konnte kategorisch zwischen akkutem Schlafanfall und endloser Langeweile eingeordnet werden. “7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug” erweckt den Eindruck aus den unwitzigsten Outtakes des Vorgängers blindlings zusammen gewürfelt zu sein.
Filmreview: Dead Or Alive
Es klappt einfach immer wieder. Man nehme einen Regisseur, der sich ein bisschen mit Martial-Art Verfilmungen auskennt, kauft sich am besten gleich ein komplettes Animationsstudio, fügt dem Ganzen drei ebenso unterschiedliche als auch unfassbare Frauen hinzu und einen Bösewicht. Was dabei raus kommt, ist fern von intelligentem Kino, ist fern von spritzigen Dialogen. Aber es reicht sehr nah heran an das Gefühl, mal wieder einen richtig hirnlosen Film mit viel Action und nackter Haut an einem Sonntag Abend sehen zu wollen. Dahingestellt sei, ob sich überhaupt eine Frau auf dieser Welt mit “Dead Or Alive” identifizieren kann – der Männeranteil macht diese Schmach allerdings wieder wett…
Tino geht ins Kino – und hört überall Stimmen!

Gefällt den amerikanischen Produzenten ein ausländischer Film, wird er in den meisten Fällen ganz einfach neu gedreht. – Tino Socaly
Hand aufs Herz, lieber Leser: Sagt Dir der Name „Franziska Pigulla“ etwas? Nein? Kein Grund zur Sorge, denn Frau Pigulla ist nicht nur ein super netter Mensch, sondern auch ein praktisch völlig unbekannter Promi. Ihre Stimme allerdings, die tragen wir wahrscheinlich alle tief im Gehörgang. Dieses Timbre, diese Rauchigkeit, die schiere verbale Erotik… Wir haben den akustischen Genuss in unzähligen „Akte X“-Folgen sowie einigen Filmen vernommen, verbinden ihn allerdings mit einem anderen Gesicht – dem von Gillian Anderson à la Dana Scully. Wie man unschwer schlussfolgert, verdient sich Franziska Pigulla ihre Brötchen als Synchronsprecherin.















