Holy shit! Es gibt Dinge, die machen mich aggressiv. Dazu gehört auch einen Film zu drehen, der – wenn er schon keinen Sinn hat – noch nicht mal ansatzweise witzig ist. Bereits der erste Teil des Zwergenklamauks war stark grenzwertig und konnte kategorisch zwischen akkutem Schlafanfall und endloser Langeweile eingeordnet werden. “7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug” erweckt den Eindruck aus den unwitzigsten Outtakes des Vorgängers blindlings zusammen gewürfelt zu sein.
Wie ich mir das überhaupt antun konnte ist mir heute, zwei Tage nach den 90 Minuten Horrorvorstellung absolut schleierhaft. Alkohol war ausnahmsweise nicht der Grund, an soviel kann ich mich noch erinnern. Alles andere, was zwischen 20.00 und 21.30 Uhr geschah, versuche ich seither krampfhaft aus meinem Gedächtnis zu verdrängen – bisher ohne Erfolg.

7 dödelige Zwerglein mit Zimpfelmützen streiten sich, finden sich auf unerklärliche Weise wieder zusammen und retten das Kind der Königin. Diesem Satz ist im Grunde der komplette Inhalt zu entnehmen. Angelehnt an das Märchen von und mit Mr. “Ach wie schön das keiner weiß…” Rumpelstilzchen zieht sich die eh schon dünne Handlung dahin. Zwischendurch tauchen dann noch andere Märchenfiguren wie z.B. Pinoccio auf, dessen Gesichtsausdruck unabhängig von der ständig wachsenden Nase ebenso dämlich ist, wie jene des Berliner Curry-Buden Besitzers aka Axel Stein. Berlin? Wieso denn Berlin? Ist doch alles ganz einfach: Die 7 Zwerge machen sich auf, um den “weißen Helge” zu treffen, springen dazu durch “Rüdiger Hoffmann”-Köpfe und landen wenig später auf einem Fußgängerüberweg mitten in Berlin. Ob man es nun als gelungen oder geschmacklos einschätzen mag – der überfahrene Polizist gehört noch zu den absoluten Highlights dieses “goldene Himbeere”-würdigen Streifens.
Nun fällt es mir wieder ein, wieso ich mir den Film angesehen habe: Otto. Eigentlich ist Otto großartig. Er hat mit seinen Wortwitzen und seiner im wahrsten Sinne des Wortes sprunghaften Art viel bewegt in der damals aus bayrischem Volkstheater und kölner Proll-Romantik bestehenden deutschen Comedy-Szene. Ähnlich revolutionär wie Rudi Carrell und doch so vollkommen unterschiedlich kann diese Branche sein, dachte ich mir damals, als Otto gerade auf die Bildfläche kam. Carrell konnte nur durch seinen viel zu frühen Tod gestoppt werden, der Ostfriese Otto ist nach dem 7 Zwerge Reinfall endgültig tot. Sowohl von seinem schauspielerischen als auch sein Produktionstalent gibt es hier rein gar nichts zu bestaunen, ganz im Gegenteil. Man möchte ihn förmlich in den Ruhestand schubsen und damit gleich von der Kinoleinwand runter, auf der er seine Zwipfelmütze mal auf-, mal abwärts bewegt.
Ob nun Boris Aljinovic, der ständig rumbrüllende Mirco Nontschew, der lispeldne Ralf Schmitz oder der neunmal kluge Gustav-Peter Wöhler – keiner sollte jemals mehr auf die Idee kommen, sich ans Set eines Kinodrehs zu bewegen. Einzig und alleine die böse alte Hexe, gespielt von niemand anderes als Nina Hagen wirkt vollkommen authentisch, was allerdings nur daher rührt, dass Hagen sich nicht besonders verstellen musste.
Jeder Satz dieser Review ist bei näherer Betrachtung reine Zeitverschwendung. “7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug” hat eigentlich noch nicht mal die Promo verdient, die es durch diese Kritik bekommt. Von nix kommt nix. Und deshalb gibts von mir 0 Punkte und einen kräftigen Hieb mit dem Holzbrett.










