19th May 2012

Filmreview: The Departed

Posted by Reviewnator on November-27-2006 Add Comments

The Departed

Was hat dieser Martin Scorsese nicht schon für klassiker gedreht: Von “Taxi Driver” über “Casino” bis hin zu “Gangs Of New York”. Insgesamt bringt es der Regisseur auf mehr als 40 Filme. Sein neustes Werk heißt “The Departed – Unter Feinden” und wird sich wohl in die Reihe der klassischen Gangsterfilme einreihen. Wie so oft in der Vergangenheit hat Scorsese seine beiden Freunde Leonardo di Caprio und Matt Damon erst zum Kaffee und dann zum Dreh eingeladen. Zusammen mit den vielen weiteren hochkarätigen Schauspielern gleicht der Film einer Broadway Aufführung. Und zwar einer verdammt gelungenen.

So geht ein Spiel los, bei dem man als Zuschauer stets voll am Ball bleiben muss. Denn wer einmal den Faden verloren hat, sieht den Spitzel Sullivan plötzlich auf der Seite der Guten und Costigan wird schnell zum Bad Boy. Dass die Beiden im Grunde nichts weiter tun, als sich selbst und einander zu suchen, ist eben genau der Kniff, der den Streifen zu etwas ganz besonderem macht – obwohl die Story eigentlich geklaut ist.

“Internal Affairs” heißt das asiatische Pendant, aus dessen Handlungsfetzen ein klassisches Remake entstand. Typische Hong-Kong Action dominierte den fernöstlichen Thriller, der erst 2002 vom asiatischen Starregisseur Wai Keung Lau gedreht und himmelhoch gelobt wurde. Doch wie sagte schon der gute Kollege Tino in einer seiner spannenden Kolumnen: “Gefällt den amerikanischen Produzenten ein ausländischer Film, wird er in den meisten Fällen ganz einfach neu gedreht”. So im Falle “The Departed” eben geschehen.
The Departed
Welche Version man nun auch besser finden mag, an einer schlechten schauspielerischen Leistung dürfte die Beurteilung wohl kaum scheitern. Besonders Jack Nicholson als – mal wieder – Gangsterboss spielt fantastisch, ebenso wie der stets unterschätzte Leiter der Undercover-Einheit Martin Sheen. Wie lange haben sich echte Hollywood Fans außerdem einen Matt Damon und einen Leo di Caprio auf der Leinwand vereint gewünscht? Ich war alledings zuerst skeptisch. Wenn zwei so ähnliche Schauspieler aufeinander prallen, geht das normal nie gut, dachte ich mir. Doch ich wurde eines besseren belehrt, denn nichts passt besser als ein so friedlich aussehender Damon, der einen Gangster spielt und einen grimmigen di Caprio, der auf der seite der Cops steht. By the way: Selbst die Nebenrollen sind mit Mark Wahlberg, Alec Baldwin und Vera Farmiga hochgradig genial besetzt. Da lässt sich dann auch ein Drehbudget von 90 Millionen Dollar rechtfertigen. In Hollywood wird eben wenig gekleckert und viel geklotzt.
Ein weiteres Highlight sind natürlich die Dialoge. “Reservoir Dogs”-ähnlich wird hier viel Mist in kürzester Zeit geredet und dennoch ergibt am Ende alles Sinn. Gerade ein Satz bleibt einem aber dann doch den ganzen Film lang im Gedächnis, obwohl er gleich zu Beginn fällt: “Als ich in deinem Alter war sagten sie zu mir: ‘Du kannst entweder Cop werden, oder du wird Krimineller.’ Ich sage dir folgendes: ‘Wenn du ins Rohr einer geladenen Waffe schaust, wo ist da der Unterschied?”. Definitiv eines der Filmzitate 2006. Definitiv einer der Filme 2006. Und bei der Besetzung kann doch eigentlich an den Kinokassen auch nichts mehr schief gehen, oder?
Ein echter Scorsese wartet natürlich mit reichlich Spannung, der ein oder anderen blutigen Szene und vor allem einer äußerst verworrenen Handlung auf. In “The Departed” wurden eben genannte Erkennungsmerkmale fabelhaft umgesetzt. Der Gangsterboss Frank Costello (Jack Nicholson) hat das Unmögliche möglich gemacht: Er hat seinen Protegé Colin Sullivan beim Feind stationiert. Der Feind ist in diesem Fall natürlich die Polizei. Und die hat keinen Schimmer davon, wer da in den eigenen Reihen die Fäden zieht. Verständlich, hinsichtlich des großen Coups, der den Cops gelang: Auch sie haben es geschafft, einen Undercover-Agent in die Nähe des mit Hi-Tech Chips dealenden Costello zu bringen. Billy Costigan (Leonardo di Caprio) wird innerhalb weniger Monate zur rechten Hand des Verbrechers, was ihm nach einer Weile mächtig psychisch zu schaffen macht. Billy kann ohne Valium nicht mehr schlafen, nicht mehr denken und die Hände nicht mehr ruhig halten – was ihm schon mehrere Male zuvor das Leben retteEin echter Scorsese wartet natürlich mit reichlich Spannung, der ein oder anderen blutigen Szene und vor allem einer äußerst verworrenen Handlung auf. In “The Departed” wurden eben genannte Erkennungsmerkmale fabelhaft umgesetzt. Der Gangsterboss Frank Costello (Jack Nicholson) hat das Unmögliche möglich gemacht: Er hat seinen Protegé Colin Sullivan beim Feind stationiert. Der Feind ist in diesem Fall natürlich die Polizei. Und die hat keinen Schimmer davon, wer da in den eigenen Reihen die Fäden zieht. Verständlich, hinsichtlich des großen Coups, der den Cops gelang: Auch sie haben es geschafft, einen Undercover-Agent in die Nähe des mit Hi-Tech Chips dealenden Costello zu bringen. Billy Costigan (Leonardo di Caprio) wird innerhalb weniger Monate zur rechten Hand des Verbrechers, was ihm nach einer Weile mächtig psychisch zu schaffen macht. Billy kann ohne Valium nicht mehr schlafen, nicht mehr denken und die Hände nicht mehr ruhig halten – was ihm schon mehrere Male zuvor das Leben rettete.

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