22nd May 2012

Archive for Dezember, 2006

Tino geht ins Kino – und zieht Bilanz

Posted by Tino Socaly on Dezember 28 2006 Add Comments

Tino geht ins Kino: Bilanz 2006
Was war 2006 denn nun eigentlich für ein Jahr?! Ein seltsames. Einige Höhen, zu viele Tiefen. Menschen aus meinem Umfeld sind zu früh gestorben, dafür wurden andere neu in diese Welt geboren. Massig schlaflose Nächte mit bohrenden Gedanken. Die sprichwörtliche große Liebe gefunden und aus Sturheit fast wieder verloren. Selbsterkenntnisse positiver und negativer Art. Manche Ziele erreicht, andere als unmöglich abgehakt. Nun endgültig zum Kettenraucher geworden. Und natürlich jede Menge Filme. Darum folgt zum Ausklang jetzt ein völlig subjektiver, ungeordneter, unvollständiger Rückblick auf das Kinojahr 2006.

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FIlmreview: Happy Feet

Posted by admin on Dezember 22 2006 Add Comments
Ein Film – eine Botschaft – eine Entscheidung. Das ist im wesentlichen die Beschreibung des Computer Animationsfilmes ‚Happy Feet’, der hauptsächlich selbst den Kleinsten unter uns das unaufhaltsame Umweltdrama näher bringen soll. Ein Film, der auf charmante, hinreißende, herzerweichende und abenteuerlustige Art und Weise auch dem männlichsten aller Männer, das Herz pumpen lässt.
Der Baby Pinguin namens Mumble hat ein Problem. Als er endlich aber auf ungewöhnliche Weise das Licht der Welt erblickt stellen seine Eltern Memphis und Norma-Jean fest – er kann nicht singen. Eine Tragödie unter den ‘normalen echten’ Pinguinen, für die der Gesang zur Paarung wichtig ist. Besorgt um seine Zukunft arrangieren Memphis und Norma-Jean daher private Gesangsstunden. Doch selbst der intensivste Unterricht lässt seinem kleinen Rachen keine einzige nutzvolle Note entkommen. Noch viel schlimmer, als er von der Lehrerin gebeten wird sein tiefstes Inneres zum Ausdruck zu bringen, bewegen sich plötzlich seine Füße a la Fred Astaire übers rutschige Eis. Statt nämlich wie alle anderen von Herzen zu singen, kann er von Herzen tapdancen. Wie er feststellen muss, ein unverständliches und absolut unwillkommenes Talent in der Kommune, welches selbst zum Ausschluss am offiziellen Pinguin-Abschluss führt. Doch Mumble, auch wenn er von seinen Artgenossen gemieden wird, lebt nicht unbedingt ein langweiliges Leben. Im Gegenteil. Immer gerade dann, wenn er sich mal wieder mutterseelenallein auf den eisigen Weiten befindet passiert etwas ungewöhnliches. Mal wird er als Futter gejagt, mal trifft er liebevolle coole Party-Minipinguine und mal sieht er seltsame außerirdische Dinge in den Tiefen des Meeres verschwinden.
Doch sein ohnehin schon schwieriges Dasein nimmt eine katastrophale Wende, als er vom Ältestenrat auch noch für den geringen Fischvorrat verantwortlich gemacht wird. Betitelt als faules Ei inmitten harmoniebedürftiger Artgenossen, das weder singen kann noch das richtige Aussehen hat, so der Rat, sorgt er allein für die Verärgerung des großen Fisch-Gottes. Und da die Nahrungskette inzwischen vollkommen durcheinander und jeder hungrig ist, sind sich schnell alle einig. Mumble wird verstoßen. Daher gibt es für ihn nur eine einzige Lösung – er muss herausfinden was mit den Fischen passierte. Mumble macht sich auf einen riskanten Weg…
Sicherlich eine Anknüpfung an den international bekannten Dokumentarfilm „Der Marsch der Pinguine“ ist ‘Happy Feet’, unter der Regie von Oscar Nominee George Miller (Babe, Lorenzo’s Oil), ein wundervoller mit Hang zum Detail animierter Film für Groß und Klein. Eine einzigartige bildliche Darstellung der die jungen Menschen erziehen und die älteren aufrütteln soll. Dabei widmet sich Miller im Großen und Ganzen zwei für die Menschheit wichtigen Themen: der sozialen Eingliederung von wegen ‚du bist anders also gehörst du nicht zu uns’ und der bisher leider immer noch wahllosen Plünderung der Meere und ihrer Konsequenzen. Zwei Mitteilungen, die in unserer heutigen Welt sogar individuell einsetzbar sind. Und um genau diese Themen jedem einzelnen von uns näher bringen zu können, zieht er alle nur möglichen Register für den unterhaltsamen Erfolg: witzigen Humor, hinreißende Romantik, trauriges Drama, fantastische Musik und ganz wichtig – die Stimmen der großen Stars. Und diese Stimmen sind bei ‚Happy Feet’ reichlich vertreten, sogar gesanglich. Hugh Jackman, Nicole Kidman, Elijah Wood, Brittany Murphy, Robin Williams, Fat Joe, Chrissie Hynde und der leider inzwischen verstorbene Steve Irwin, um nur einige Größen zu nennen. Hierbei aber absolut erwähnenswert ist der stimmlich facettenreiche Robin Williams. Er kann mit seinem Talent wirklich jede Figur zum Leben erwecken. In diesem Fall sogar in dreifacher Form – als gediegener Geschichtenerzähler, als mexikanischer Vollblut Pinguinlover und als arroganter Mini-Pinguin Guru.
Doch auch wenn die Botschaften zweifellos jeden erreichen werden, spart der Film auch nicht an lehrreichen Mitteilungen hinsichtlich des sozialen Verhaltens der Pinguine. Wie schon bei ‚Marsch der Pinguine’ wird auch hier auf den Ablauf der Paarung, des Brütens, der Nahrungssuche und des Zusammenhalts aufmerksam gemacht. Ein Beiprodukt wichtig zum Erfolg, der dem Zuschauer nicht nur den Federkopf im Frack zeigen sondern auch die Intelligenz des Tieres erklären soll. Denn hat das Kind erstmal einen Namen…
Ich könnte nun auf die verschiedensten Szenen des Filmes näher eingehen, versuche dieses aber zu vermeiden. Warum? Weil es einerseits so viele gute gibt, das ich einfach nicht wählen kann, und andererseits, weil der Text so verdammt schnell geht, das ich Schwierigkeiten hätte ihn zu wiederholen. Daher sollte man sich den Film auch in Originalfassung ansehen, denn ich bezweifele eine würdige Synchronisation mit Sinn.
Happy Feet ist eine intelligente, witzige und äußerst unterhaltsame Animation mit einer Botschaft. Meiner Meinung nach sogar der beste Animationsfilm, den ich je gesehen habe. Er wird nicht nur die Kindern sondern auch die Erwachsenen 109 Minuten lebendig unterrichten und unterhalten. Der Oscar, lieber Herr Miller, trägt schon deinen Namen…

Happy Feet

Ein Film – eine Botschaft – eine Entscheidung. Das ist im wesentlichen die Beschreibung des Computer Animationsfilmes ‚Happy Feet’, der hauptsächlich selbst den Kleinsten unter uns das unaufhaltsame Umweltdrama näher bringen soll. Ein Film, der auf charmante, hinreißende, herzerweichende und abenteuerlustige Art und Weise auch dem männlichsten aller Männer, das Herz pumpen lässt.

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Tino geht ins Kino – und wünscht sich eine Stille Nacht

Posted by Tino Socaly on Dezember 21 2006 Add Comments

Tino geht ins Kino: Weihnachten
Mag sein, dass man mich als Zyniker beschimpfen muss. Möglich auch, dass ich mir einen neuen Freundeskreis nebst Familie(n) suchen sollte. Denkbar zudem, dass meine liebsten Angehörigen aus dem All auf die Erde gebeamt wurden. Dennoch: Wenn ich daran denke oder so höre, wie das bevorstehende Weihnachtsfest in den meisten Familien abläuft, ereilt mich der große Grusel.

Typisch amerikanisch: 24

Posted by Reviewnator on Dezember 13 2006 Add Comments

24

Nachdem Ich erst kürzlich ein paar Worte über eine meiner Lieblings-TV-Serien, “The O.C.” verloren habe, geht es nun in die zweite Runde, was amerikanische Erfolgsserien betrifft. Man sollte es nicht glauben, aber es gab auch eine Zeit vor “Lost” und “Desperate Housewifes”, die wie verrückt hier in Deutschland promotet wurden. Im Jahre 2001 zum Beispiel lief die damals als Vorreiter geltende erste Staffel der Anti-Terror-Serie “24″ an. Scheinbar interessierte Ich mich zu dieser Zeit noch nicht so ausufernd für amerikanische Exporte im Show-Bereich was heißen soll, dass ich erst Ende 2004 auf die überaus interessante Serie stieß. Das Prinzip einen einzigen Tag in 24 Folgen zu verpacken und diese in Echtzeit – mit manchmal durchaus verwirrenden Parallelhandlungssträngen – ablaufen zu lassen, fand Ich irgendwie attraktiv.

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The O.C.: Der Prototyp einer Teenie-Serie

Posted by Reviewnator on Dezember 5 2006 Add Comments

The O.C.

TV-Serien können schon schrecklich sein. Wie eine Zeitmaschine rauben sie einem das letzte bisschen Freizeit, das man sicherlich auch nützlicher verbringen könnte. TV-Serie ist aber nicht gleich TV-Serie. Wie bei so vielem muss man auch hier differenzieren: Da gibt es auf der einen Seite diese Serien, die man einfach gesehen haben muss, um mitreden zu können. Darunter fällt definitiv Lost, Desperate Housewives und CSI (N.Y., Miami, whatever). Auf der anderen Seite sind da diese Serien, die man eigentlich peinlich finden sollte, sich irgendwann aber mal doch die eine Folge angesehen hat und seither nicht mehr davon los kommt. Aufgrund der starken Zuschauerabhängigkeit fällt es hier schwer, Beispiele zu nennen. Hardcore Junkies ziehen sich gegebenenfalls die “Gilmore Girls” rein oder enden bei “Dawson’s Creek”, dessen Regisseur sich – ebenso wie die Serie – schon seit einiger Zeit im Ruhestand befindet. Nun gibt es aber noch eine Stufe unter Hardcore. Im Pornogeschäft würde man das folgerichtig Softcore nennen. Auf filmisch geht’s kürzer: “The O.C.”

Filmreview: A Scanner Darkly

Posted by Reviewnator on Dezember 4 2006 Add Comments
Wie kann es eigentlich soweit kommen, dass ein Film in den USA schon auf DVD erschien, in Europa jedoch noch nicht mal den Weg ins Kino gefunden hat? Das fragt sich der allwissende Cineast wohl häufiger. Manchmal muss man wohl froh sein, dass nicht alle US-Releases den Sprung über den großen Teich schaffen, im Falle von Richard Linklaters “A Scanner Darkly” ist diese Annahme allerdings weit gefehlt. Zwar kann man dem Film nicht unbedingt Massenkompatibilität nachsagen, eine Bereicherung für alle Experimentierfreunde und Liebhaber gleichermaßen schwer verdaulicher und psychedelischer Dramakunst stellt er dennoch dar.
Im großen und ganzen ist der Drogenfahnder Fred (Keanu Reeves) Dreh- und Angelpunkt des Geschehens. Angesetzt auf zahlreiche Drogendealer und Konsumenten durchforstet er die Datenbanken der Polizei und überwacht das Geschehen rund um die Zielpersonen. Doch eines Tages bekommt Fred, der auf dem Revier besser unter seinem Alter Ego Bob Actor bekannt ist, einen ungewöhnlichen Job. Er wird auf sich selbst angesetzt. Denn wer Fred privat kennt weiß, dass er selbst der Psycho-Droge “Substance D” verfallen ist und unter einer gespaltenen Persönlichkeit leidet. So sitzt der Drogenfahnder tagsüber an seinem Schreibtisch und scannt sich durch die Überwachungsvideos, die im seinem eigenen Haus aufgenommen wurden. Stets mit den “Jedermanns-Anzug” bekleidet, bleibt seine wahre Identität vor den Kollegen verborgen. Denn dieses Kleidungsstück bewirkt eine ständige Änderung der äußeren Erscheinung und kann dem Zuschauer nach einiger Zeit durchaus auf die Nerven gehen. Als Fred jedoch auf wundersame Weise doch enttarnt wird, bricht sein Leben in sich zusammen. Er endet in einer Drogenanstalt und wird einer gehörigen Gehrinwäsche unterzogen.
Regisseur Richard Linklater setzt für diesen Film erstmals die Rotoskopie Technik flächendeckend ein. Dabei handelt es sich um eine Methode, bei der zuerst der Film ganz gewöhnlich abgedreht und im Nachhinein mit Zeichentricktexturen überlagert wird. Gewöhnungsbedürftig ist das allemal. Man muss sich zu 100 % sowohl auf die Optik, als auch auf den Inhalt von “A Scanner Darkly” einlassen, Scheuklappen-Mentalität hat hier nichts zu suchen. Wenn dem Zuschauer das gelingt, steht einem fesselnden Filmerlebnis eigentlich nichts mehr im Wege. Denn “A Scanner Darkly” bewegt. Polarisiert. Wühlt auf.
Des Weiteren fällt auf, dass sich Richard Linklater jeglicher Einordnung in eine Schublade mal wieder gekonnt widersetzt. Sind dem filminteressierten Betrachter noch seichte Streifen wie “School Of Rock” oder Romanzen wie “Before Sunrise” im Gedächtnis, hat der neuste Streich des Filmemachers rein gar nichts mit den Vorgängern gemein. Selbst Vergleiche mit anderen Regisseuren sind zwecklos. Auf technischer Seite könnte man höchstens das Musikvideo “Take On Me” der schwedischen Band a-ha als Referenz nennen.
Jetzt wird sich der ein oder andere wohl denken: “Wenn die Optik eh schon verwaschen ist, wird die schauspielerische Leistung nur unerheblich besser sein”. Vollkommen falsch. Gerade Keanu Reeves spielt seine Rolle mit einer nie zuvor gesehenen Hingabe, welche sich durch permanente Gleichgültigkeit seines Charakters Fred bemerkbar macht. Selbst die sonst nicht besonders herausstechende Winona Ryder geht in der Rolle der Donna auf und Robert Downey Jr. als Mitbewohner James ist eine Klasse für sich.
Natürlich schüttelt man solch ein durchdachtes Konzept nicht mal ebenso aus dem Ärmel. Deshalb diente “A Scanner Darkly” auch Philip K. Dicks Roman “Der dunkle Schirm” als Vorlage. Ist dem Buch selbst noch eine ganze Menge mehr Sci-Fi zu entnehmen, reduzierte Linklater den fiktionalen Teil auf ein Minimum und will damit nur die verschrobene Welt in mitten von Drogen nochmals hervor heben. Wer bei diesem Abenteur kurz den Atem verliert, kann die Vorstellung im Grunde gleich verlassen. Und wer nach wenigen Minuten schon fragt, wie sich drei Menschen 5 Minuten lang nur über eine Fahrradschaltung unterhalten können, hat wohl auch nicht recht verstanden, was da auf der Leinwand gerade abläuft.
“A Scanner Darkly” bräuchte schon ein Wunder, um sich kommerziell durchzusetzen. Mit einem Produktionsbudget von nur 9 Millionen Dollar ist der Streifen alles andere als Mainstream-kompatibel. Und die Arthaus-Besucher könnten eventuell vor den großen Namen wie Reeves und Ryder zurückschrecken. Es ist eine Schande, denn gerade so einem wahnsinnig interessanten Film gehört viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

A Scanner Darkly

Wie kann es eigentlich soweit kommen, dass ein Film in den USA schon auf DVD erschien, in Europa jedoch noch nicht mal den Weg ins Kino gefunden hat? Das fragt sich der allwissende Cineast wohl häufiger. Manchmal muss man wohl froh sein, dass nicht alle US-Releases den Sprung über den großen Teich schaffen, im Falle von Richard Linklaters “A Scanner Darkly” ist diese Annahme allerdings weit gefehlt. Zwar kann man dem Film nicht unbedingt Massenkompatibilität nachsagen, eine Bereicherung für alle Experimentierfreunde und Liebhaber gleichermaßen schwer verdaulicher und psychedelischer Dramakunst stellt er dennoch dar.

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Filmreview: Children Of Men

Posted by Reviewnator on Dezember 2 2006 Add Comments
Wir schreiben das Jahr 2027. Die Welt ist dem Terror und der Gewalt verfallen. Angst, Elend und Machtlosigkeit spiegeln sich in den trostlosen Gesichtern der Bevölkerung wider. Eine Situation, in der auf den verkommenen grauen Straßen niemand dem grausamen Alltag entkommen kann. Überall Gewehre. Überall Schüsse. Überall Schreie. Wir haben die Hölle auf Erden. Eine Hölle, in der vor allem seit 18 Jahren Unfruchtbarkeit auf allen Kontinenten herrscht. Wir haben eine aussterbende Welt ohne Kinderlachen. Ein Ort des Horrors im aussichtslosen Kampf ums Überleben.
Dies ist mehr oder weniger der Hintergrund des neuen Filmes „Children of Men“, dem sich der Direktor Alfonso Cuaron (Great Expectations, Harry Potter 3) nach dem Buch von P. D. James angenommen hat. Eine eigentlich unvorstellbare und zugleich nach heutigem Menschheitsbild vielleicht sogar doch vorstellbare Zukunft, wenn man Politik, Umwelt und Wahnsinn bedenkt. Cuaron macht mit Hilfe seiner Hauptdarsteller aus diesem Film einen Thriller und ein Drama zugleich. Ganz im Sinne von Zyniker trifft Unschuldslamm mit massenweise Explosionen und Blut.
London. Der frühere Aktivist Theo (Clive Owen), knapp einem herkömmlichen Morgen-Attentat entkommen, wird auf seinem Weg nach Hause von seiner ehemaligen Geliebten und heutigen Rebellenführerin Julian (Julianne Moore) gekidnappt. Sie braucht seine Hilfe. Wenn auch zuerst zögernd willigt er letztendlich für viel Geld ein, Überführungspapiere für die junge illegale Einwanderin Kee (Clare-Hope Ashitey) zu besorgen. Doch die Flucht von Kee, Julian und Theo zusammen mit 2 anderen Rebellen verläuft nicht wie geplant. Mitten in den Wäldern Englands werden sie von einer Schar Aufsässigen attackiert, wobei Julian sogar erschossen wird. Gehetzt sowohl von Rebellen als auch von Soldaten kommen sie in einem fragwürdigen Organisationshaus unter. Dabei entpuppt sich Kee aber zu Theos Erstaunen als schwangere Frau. Als erste schwangere Frau seit 18 Jahren auf der ganzen Welt. Eine Situation, die alles nicht nur komplizierter aber vor allem auch blutiger macht. Denn jeder will dieses Baby. Das Baby der Hoffnung. Auch mit Gewalt. Theo und Kee bleibt daher nur eines: rennen…
Cuaron hat schon eine hervorragende Vorstellungskraft, das muss ich zugeben. Er verbindet in diesem Film anschaulich jede einzelne mögliche Misere der zukünftigen Menschheit bei der man das Gefühl hat, Bilder eines modernen dritten Weltkrieges zu sehen. Maskiert wie ein Mix aus Europa in den 40’ern und Mittlerer Osten heute, samt Käfigen für illegal Eingewanderte mit fortschrittlicher Technologie als Hintergrundbild, sah London selbst an den besten Regentagen nie so schlecht aus. Mit hervorragender Kameraführung schuf Cuaron einen Thriller mit magenumdrehendem Effekt, bei dem man jeden Moment das schlimmste erwartet, die Hoffnung aber nie verliert. Der Film bringt uns in eine Welt des Grauens. Alles natürlich mit Hilfe seiner Charaktere, die ihm dabei helfen die Geschichte glaubwürdig und nachdenklich rüberzubringen.
Das bringt mich auch gleich zu Clive Owen. Ein Schauspieler mit Hits und Flops. Eine Art moderner James Stewart, der nie eine Waffe zieht oder jemanden umbringt, trotzdem aber der Rolle den notwendigen Charakter verleiht. So auch in „Children of Men“, den er ehrlich gesagt ganz allein auf seinen Schultern trägt. Ob blutverschmiert heulend, in Flip Flops rennend oder einfach nur nachdenklich starrend – Owen ist der Held des Filmes wie einst der große Star der goldenen Hollywood Ära.
Julianne Moore auf der anderen Seite wird zwar namentlich den ganzen Film über erwähnt, hat aber realistisch nicht allzu viel Screentime. Als frühere Frau an Theos Seite stirbt sie nämlich relativ schnell. Jedoch verleiht auch sie ihrem Charakter Julian den gewünschten Effekt. Als dreifache Oscarnominierte war das ja auch zu erwarten. Trotz alledem hätte ich gern mehr von ihr gesehen. Mit Owen nämlich hat sie hervorragende Chemistry.
Der im Film als einziger Freund Theos in Rente gegangene dope-rauchende Zeitungscartoonist Jasper, wird gespielt von einem wie immer brillanten Michael Caine. Er verleiht einfach jedem Film die besondere Note. Aussehend wie der Zwillingsbruders Albert Einsteins ist sein Charakter zwar nicht ernst zu nehmend gedacht, für die Story aber notwendig. Scheint, als konnte er wohl mal richtig locker lassen.
Der Neuling Claire-Hope Ashitey (Kee) aber ist die Frau um die es im Film wirklich geht. Sie spielt die schwangere Welthoffnung ohne wirkliche Ahnung um ihre Person. Eine illegale Einwanderin mit einem schwerlastigen Akzent, deren Rolle zeitweise wirklich nervig ist. Aus welchem Grund auch immer. Nicht das sie schlecht spielt, aber sie kommt gegen die Stars nicht an. Eigentlich spielt sie eine Nebenrolle als Hauptrolle. Owen hätte auch mit einem Reagenzglas durch die Gegend laufen können.
Auch wenn ich Parallelen zur Story von ‚Enemy of the State’ mit Will Smith sehe, hat Cuaron mit „Children of Men“ den vielleicht bisher nachdenklichsten Zukunftsfilm für Mann und Frau auf die Leinwand gebracht. Bestückt mit viel schwarzem Humor, Gewalt und technischen Besonderheiten, würde mich ein Klettern auf Nummer 1 des Box Offices nicht wundern.

Children of Men

Wir schreiben das Jahr 2027. Die Welt ist dem Terror und der Gewalt verfallen. Angst, Elend und Machtlosigkeit spiegeln sich in den trostlosen Gesichtern der Bevölkerung wider. Eine Situation, in der auf den verkommenen grauen Straßen niemand dem grausamen Alltag entkommen kann. Überall Gewehre. Überall Schüsse. Überall Schreie. Wir haben die Hölle auf Erden. Eine Hölle, in der vor allem seit 18 Jahren Unfruchtbarkeit auf allen Kontinenten herrscht. Wir haben eine aussterbende Welt ohne Kinderlachen. Ein Ort des Horrors im aussichtslosen Kampf ums Überleben.

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Filmreview: James Bond 007 – Casino Royale

Posted by Reviewnator on Dezember 1 2006 Add Comments

James Bond 007 - Casino Royale

Hurra, hurra, der neue Bond ist da. Was in den Medien so alles über den neuen 007 fachgesimpelt wurde, geht auf kaum eine Kuhhaut. Eine Tendenz war stets zu erkennen, ob es nun der Zweiseiter in der Wochenzeitung “Die Zeit” war, oder der Bericht im “Spiegel”: James Bond ist ein verdammtes Chamäleon.

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