Posted by Reviewnator on Dezember-2-2006 Add Comments
Wir schreiben das Jahr 2027. Die Welt ist dem Terror und der Gewalt verfallen. Angst, Elend und Machtlosigkeit spiegeln sich in den trostlosen Gesichtern der Bevölkerung wider. Eine Situation, in der auf den verkommenen grauen Straßen niemand dem grausamen Alltag entkommen kann. Überall Gewehre. Überall Schüsse. Überall Schreie. Wir haben die Hölle auf Erden. Eine Hölle, in der vor allem seit 18 Jahren Unfruchtbarkeit auf allen Kontinenten herrscht. Wir haben eine aussterbende Welt ohne Kinderlachen. Ein Ort des Horrors im aussichtslosen Kampf ums Überleben.
Dies ist mehr oder weniger der Hintergrund des neuen Filmes „Children of Men“, dem sich der Direktor Alfonso Cuaron (Great Expectations, Harry Potter 3) nach dem Buch von P. D. James angenommen hat. Eine eigentlich unvorstellbare und zugleich nach heutigem Menschheitsbild vielleicht sogar doch vorstellbare Zukunft, wenn man Politik, Umwelt und Wahnsinn bedenkt. Cuaron macht mit Hilfe seiner Hauptdarsteller aus diesem Film einen Thriller und ein Drama zugleich. Ganz im Sinne von Zyniker trifft Unschuldslamm mit massenweise Explosionen und Blut.
London. Der frühere Aktivist Theo (Clive Owen), knapp einem herkömmlichen Morgen-Attentat entkommen, wird auf seinem Weg nach Hause von seiner ehemaligen Geliebten und heutigen Rebellenführerin Julian (Julianne Moore) gekidnappt. Sie braucht seine Hilfe. Wenn auch zuerst zögernd willigt er letztendlich für viel Geld ein, Überführungspapiere für die junge illegale Einwanderin Kee (Clare-Hope Ashitey) zu besorgen. Doch die Flucht von Kee, Julian und Theo zusammen mit 2 anderen Rebellen verläuft nicht wie geplant. Mitten in den Wäldern Englands werden sie von einer Schar Aufsässigen attackiert, wobei Julian sogar erschossen wird. Gehetzt sowohl von Rebellen als auch von Soldaten kommen sie in einem fragwürdigen Organisationshaus unter. Dabei entpuppt sich Kee aber zu Theos Erstaunen als schwangere Frau. Als erste schwangere Frau seit 18 Jahren auf der ganzen Welt. Eine Situation, die alles nicht nur komplizierter aber vor allem auch blutiger macht. Denn jeder will dieses Baby. Das Baby der Hoffnung. Auch mit Gewalt. Theo und Kee bleibt daher nur eines: rennen…
Cuaron hat schon eine hervorragende Vorstellungskraft, das muss ich zugeben. Er verbindet in diesem Film anschaulich jede einzelne mögliche Misere der zukünftigen Menschheit bei der man das Gefühl hat, Bilder eines modernen dritten Weltkrieges zu sehen. Maskiert wie ein Mix aus Europa in den 40’ern und Mittlerer Osten heute, samt Käfigen für illegal Eingewanderte mit fortschrittlicher Technologie als Hintergrundbild, sah London selbst an den besten Regentagen nie so schlecht aus. Mit hervorragender Kameraführung schuf Cuaron einen Thriller mit magenumdrehendem Effekt, bei dem man jeden Moment das schlimmste erwartet, die Hoffnung aber nie verliert. Der Film bringt uns in eine Welt des Grauens. Alles natürlich mit Hilfe seiner Charaktere, die ihm dabei helfen die Geschichte glaubwürdig und nachdenklich rüberzubringen.
Das bringt mich auch gleich zu Clive Owen. Ein Schauspieler mit Hits und Flops. Eine Art moderner James Stewart, der nie eine Waffe zieht oder jemanden umbringt, trotzdem aber der Rolle den notwendigen Charakter verleiht. So auch in „Children of Men“, den er ehrlich gesagt ganz allein auf seinen Schultern trägt. Ob blutverschmiert heulend, in Flip Flops rennend oder einfach nur nachdenklich starrend – Owen ist der Held des Filmes wie einst der große Star der goldenen Hollywood Ära.
Julianne Moore auf der anderen Seite wird zwar namentlich den ganzen Film über erwähnt, hat aber realistisch nicht allzu viel Screentime. Als frühere Frau an Theos Seite stirbt sie nämlich relativ schnell. Jedoch verleiht auch sie ihrem Charakter Julian den gewünschten Effekt. Als dreifache Oscarnominierte war das ja auch zu erwarten. Trotz alledem hätte ich gern mehr von ihr gesehen. Mit Owen nämlich hat sie hervorragende Chemistry.
Der im Film als einziger Freund Theos in Rente gegangene dope-rauchende Zeitungscartoonist Jasper, wird gespielt von einem wie immer brillanten Michael Caine. Er verleiht einfach jedem Film die besondere Note. Aussehend wie der Zwillingsbruders Albert Einsteins ist sein Charakter zwar nicht ernst zu nehmend gedacht, für die Story aber notwendig. Scheint, als konnte er wohl mal richtig locker lassen.
Der Neuling Claire-Hope Ashitey (Kee) aber ist die Frau um die es im Film wirklich geht. Sie spielt die schwangere Welthoffnung ohne wirkliche Ahnung um ihre Person. Eine illegale Einwanderin mit einem schwerlastigen Akzent, deren Rolle zeitweise wirklich nervig ist. Aus welchem Grund auch immer. Nicht das sie schlecht spielt, aber sie kommt gegen die Stars nicht an. Eigentlich spielt sie eine Nebenrolle als Hauptrolle. Owen hätte auch mit einem Reagenzglas durch die Gegend laufen können.
Auch wenn ich Parallelen zur Story von ‚Enemy of the State’ mit Will Smith sehe, hat Cuaron mit „Children of Men“ den vielleicht bisher nachdenklichsten Zukunftsfilm für Mann und Frau auf die Leinwand gebracht. Bestückt mit viel schwarzem Humor, Gewalt und technischen Besonderheiten, würde mich ein Klettern auf Nummer 1 des Box Offices nicht wundern.
Wir schreiben das Jahr 2027. Die Welt ist dem Terror und der Gewalt verfallen. Angst, Elend und Machtlosigkeit spiegeln sich in den trostlosen Gesichtern der Bevölkerung wider. Eine Situation, in der auf den verkommenen grauen Straßen niemand dem grausamen Alltag entkommen kann. Überall Gewehre. Überall Schüsse. Überall Schreie. Wir haben die Hölle auf Erden. Eine Hölle, in der vor allem seit 18 Jahren Unfruchtbarkeit auf allen Kontinenten herrscht. Wir haben eine aussterbende Welt ohne Kinderlachen. Ein Ort des Horrors im aussichtslosen Kampf ums Überleben.
Dies ist mehr oder weniger der Hintergrund des neuen Filmes „Children of Men“, dem sich der Direktor Alfonso Cuaron (Great Expectations, Harry Potter 3) nach dem Buch von P. D. James angenommen hat. Eine eigentlich unvorstellbare und zugleich nach heutigem Menschheitsbild vielleicht sogar doch vorstellbare Zukunft, wenn man Politik, Umwelt und Wahnsinn bedenkt. Cuaron macht mit Hilfe seiner Hauptdarsteller aus diesem Film einen Thriller und ein Drama zugleich. Ganz im Sinne von Zyniker trifft Unschuldslamm mit massenweise Explosionen und Blut.
London. Der frühere Aktivist Theo (Clive Owen), knapp einem herkömmlichen Morgen-Attentat entkommen, wird auf seinem Weg nach Hause von seiner ehemaligen Geliebten und heutigen Rebellenführerin Julian (Julianne Moore) gekidnappt. Sie braucht seine Hilfe. Wenn auch zuerst zögernd willigt er letztendlich für viel Geld ein, Überführungspapiere für die junge illegale Einwanderin Kee (Clare-Hope Ashitey) zu besorgen. Doch die Flucht von Kee, Julian und Theo zusammen mit 2 anderen Rebellen verläuft nicht wie geplant. Mitten in den Wäldern Englands werden sie von einer Schar Aufsässigen attackiert, wobei Julian sogar erschossen wird. Gehetzt sowohl von Rebellen als auch von Soldaten kommen sie in einem fragwürdigen Organisationshaus unter. Dabei entpuppt sich Kee aber zu Theos Erstaunen als schwangere Frau. Als erste schwangere Frau seit 18 Jahren auf der ganzen Welt. Eine Situation, die alles nicht nur komplizierter aber vor allem auch blutiger macht. Denn jeder will dieses Baby. Das Baby der Hoffnung. Auch mit Gewalt. Theo und Kee bleibt daher nur eines: rennen…
Cuaron hat schon eine hervorragende Vorstellungskraft, das muss ich zugeben. Er verbindet in diesem Film anschaulich jede einzelne mögliche Misere der zukünftigen Menschheit bei der man das Gefühl hat, Bilder eines modernen dritten Weltkrieges zu sehen. Maskiert wie ein Mix aus Europa in den 40’ern und Mittlerer Osten heute, samt Käfigen für illegal Eingewanderte mit fortschrittlicher Technologie als Hintergrundbild, sah London selbst an den besten Regentagen nie so schlecht aus. Mit hervorragender Kameraführung schuf Cuaron einen Thriller mit magenumdrehendem Effekt, bei dem man jeden Moment das schlimmste erwartet, die Hoffnung aber nie verliert. Der Film bringt uns in eine Welt des Grauens. Alles natürlich mit Hilfe seiner Charaktere, die ihm dabei helfen die Geschichte glaubwürdig und nachdenklich rüberzubringen.
Das bringt mich auch gleich zu Clive Owen. Ein Schauspieler mit Hits und Flops. Eine Art moderner James Stewart, der nie eine Waffe zieht oder jemanden umbringt, trotzdem aber der Rolle den notwendigen Charakter verleiht. So auch in „Children of Men“, den er ehrlich gesagt ganz allein auf seinen Schultern trägt. Ob blutverschmiert heulend, in Flip Flops rennend oder einfach nur nachdenklich starrend – Owen ist der Held des Filmes wie einst der große Star der goldenen Hollywood Ära.
Julianne Moore auf der anderen Seite wird zwar namentlich den ganzen Film über erwähnt, hat aber realistisch nicht allzu viel Screentime. Als frühere Frau an Theos Seite stirbt sie nämlich relativ schnell. Jedoch verleiht auch sie ihrem Charakter Julian den gewünschten Effekt. Als dreifache Oscarnominierte war das ja auch zu erwarten. Trotz alledem hätte ich gern mehr von ihr gesehen. Mit Owen nämlich hat sie hervorragende Chemistry.
Der im Film als einziger Freund Theos in Rente gegangene dope-rauchende Zeitungscartoonist Jasper, wird gespielt von einem wie immer brillanten Michael Caine. Er verleiht einfach jedem Film die besondere Note. Aussehend wie der Zwillingsbruders Albert Einsteins ist sein Charakter zwar nicht ernst zu nehmend gedacht, für die Story aber notwendig. Scheint, als konnte er wohl mal richtig locker lassen.
Der Neuling Claire-Hope Ashitey (Kee) aber ist die Frau um die es im Film wirklich geht. Sie spielt die schwangere Welthoffnung ohne wirkliche Ahnung um ihre Person. Eine illegale Einwanderin mit einem schwerlastigen Akzent, deren Rolle zeitweise wirklich nervig ist. Aus welchem Grund auch immer. Nicht das sie schlecht spielt, aber sie kommt gegen die Stars nicht an. Eigentlich spielt sie eine Nebenrolle als Hauptrolle. Owen hätte auch mit einem Reagenzglas durch die Gegend laufen können.
Auch wenn ich Parallelen zur Story von ‚Enemy of the State’ mit Will Smith sehe, hat Cuaron mit „Children of Men“ den vielleicht bisher nachdenklichsten Zukunftsfilm für Mann und Frau auf die Leinwand gebracht. Bestückt mit viel schwarzem Humor, Gewalt und technischen Besonderheiten, würde mich ein Klettern auf Nummer 1 des Box Offices nicht wundern.