22nd May 2012

Filmreview: James Bond 007 – Casino Royale

Posted by Reviewnator on Dezember-1-2006 Add Comments

James Bond 007 - Casino Royale

Hurra, hurra, der neue Bond ist da. Was in den Medien so alles über den neuen 007 fachgesimpelt wurde, geht auf kaum eine Kuhhaut. Eine Tendenz war stets zu erkennen, ob es nun der Zweiseiter in der Wochenzeitung “Die Zeit” war, oder der Bericht im “Spiegel”: James Bond ist ein verdammtes Chamäleon.

Im Grunde dreht sich bei “Casino Royale” alles um den neuen Star am englischen Schauspielhimmel namens Daniel Craig. Dabei hatte das britische Muskelpaket bereits im Blockbuster “Tomb Raider” seinen ersten Auftritt – in einer Nebenrolle versteht sich. Doch nun ist die Zeit des Craig gekommen und der anfangs schwer kritisierte Schauspieler ist in aller Munde. Zu recht muss man zugeben, wenn man den neuen Bond gesehen hat. Denn Craig ist weder Zyniker wie Roger Moore, noch Gentleman wie Sean Connery. Er ist weit entfernt vom gängigen englischen Oberschichten-Spion der vergangenen Jahrzehnte. Craig ist der aus dem Dreck erstandene neue Gossenkrieger, der sich dank Stipendien und Intelligenz bis hoch in den Geheimdienst MI6 gearbeitet hat.

Dort, muss er allerdings erst einmal die “Aufnahmeprüfung” bestehen. Und genau hier fängt die Handlung des Streifens an. Um ein Doppel-Null Agent zu werden, tötet der Killer auf dem aufsteigenden Ast zu Beginn zwei Männer. Der eine wird im Waschbecken eines außergewöhnlich schäbigen Toilettenraumes erstickt, der andere bekommt einen glatten Schuss ins Herz. Die ersten 10 Minuten laufen auf der Leinwand in Schwarz-Weiß ab. Mit dem Umlegen des Farbschalter erübrigt sich dann auch die kurze Vorgeschichte. Die nächsten 130 Minuten sind gespickt mit Actionszenen en masse und lässigen Bond-Machosprüchen.

James Bond 007 - Casino Royale

Auf Q-artig torpedofeuernde 5er BMWs, Giftpfeil-Breitlings oder ähnliche Spielereien wurde bei “Casino Royale” komplett verzichtet. Das ist Teil des neuen Bond-Images, ebenso wie die rohe Brutalität, die manche Szene schwer FSK 12 fragwürdig macht. Ein weiterer Pradigmenwechsel ist in der Rolle des Bondgirls zu erkennen. Die elegant wirkende Eva Green stellt von Beginn an kein typisch laszives Modepüppchen dar, sondern wirkt äußerst reif und durchsetzungsfähig. Kein Wunder, dass sich Bond in sie verliebt. Und ich spreche nicht von einem One-Night-Stand. Diesmal soll alles anders werden. James plant den Ausstieg aus dem Spionagegeschäft und hört schon die Heiratsglocken läuten. Da Daniel Craig allerdings schon für 2 weitere 007-Filme unterschrieben hat, kommt natürlich alles anders als ursprünglich gedacht…

Läutet der neue Bond nun eine neue Ära ein? Diese Frage kann definitiv mit einem “Ja” beantwortet werden. Fraglich bleibt allerdings, ob das der Mehrheit der eingefleischten Bond-Fans wirklich gefällt. Denn wieso sollte ein Moore/Connery Liebhaber auf einmal zum harschen Craig überlaufen? Das wäre Stilbruch pur. Doch es scheint so, als hätten die Produzenten es genau darauf angelegt. Stilbruch zieht sich wie ein roter Faden durch “Casino Royale”.

Neben Craig gibt es natürlich noch andere Schauspieler, die erwähnenswert sind. Zum einen liefert die oben genannte Eva Green eine exzellente Leistung als unberechenbares Bondgirl ab. Wenn das nicht der Einstieg in eine ganz große Filmkarriere ist. Mads Mikkelsen, der Bösewicht, ist dagegen etwas schwach. Zu sehr erinnert er mich mit seinem blutweinenden Auge an den geheimnissvollen glatzköpfigen Asiaten mit den Diamantensplittern im Gesicht aus “Stirb an einem anderen Tag”.

Neben dieser etwas missglückten Besetzung gibt es noch einen weiteren Kritikpunkt: Die geheuchelte Romantik und die peinlichen Liebeserklärungen des Doppel-0 Agenten Bond. Völlig unpassend sind diese Einlagen, betrachtet man den Gesamtcharakter des neuen MI6-Lieblings. Denn der ist hart und chauvinistisch und so ist man dann doch ein bisschen peinlich berührt von den schnulzigen Liebesbekundungen an Eva Green.

Nachdem sich die Bond-Reihe in den letzten Jahren rapide an die Wand gefahren hat, holen die Produzenten von “Casino Royale” nun den Trumpf aus dem Ärmel. Für zwei Asse und den großen Pott hat es am Ende nicht ganz gereicht. Von einem puren Blöff ist der neue 007 allerdings auch weit entfernt. Ausbaufähige Elemente findet man wirklich genug darin. Man kann nur hoffen, dass es Daniel Craig nicht so schnell auf den Geist geht, in der Öffentlichkeit in jeder Situation den Bond mimen zu müssen. Aber wer von ganz unten kommt, den kann nicht mehr viel schockieren.

Im Grunde dreht sich bei “Casino Royale” alles um den neuen Star am englischen Schauspielhimmel namens Daniel Craig. Dabei hatte das britische Muskelpaket bereits im Blockbuster “Tomb Raider” seinen ersten Auftritt – in einer Nebenrolle versteht sich. Doch nun ist die Zeit des Craig gekommen und der anfangs schwer kritisierte Schauspieler ist in aller Munde. Zu recht muss man zugeben, wenn man den neuen Bond gesehen hat. Denn Craig ist weder Zyniker wie Roger Moore, noch Gentleman wie Sean Connery. Er ist weit entfernt vom gängigen englischen Oberschichten-Spion der vergangenen Jahrzehnte. Craig ist der aus dem Dreck erstandene neue Gossenkrieger, der sich dank Stipendien und Intelligenz bis hoch in den Geheimdienst MI6 gearbeitet hat.

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