22nd May 2012

Archive for Januar, 2007

Filmreview: Dreamgirls

Posted by Reviewnator on Januar 31 2007 Add Comments
Es gibt Leute im Fernsehen, die sind einem einfach sympathisch. Leute, denen man von ganzem Herzen den Erfolg nicht nur gönnt sondern geradezu auch wünscht. Und dabei ist es scheiß egal ob man selbst zu guter letzt immer noch Tag ein Tag aus Stulle essen muss und der Favorit inzwischen teuren Kaviar futtert.
Vor allem dann wenn das alte Sprichwort ‚Vom Tellerwäscher zum Millionär’ wahr zu werden scheint. Eine dieser Personen bei der das zutrifft ist Jennifer Hudson. Finalist der Reality Show American Idol im Jahre 2004, unverständlicherweise rausgeflogen mit den Worten „you will never be a star“, Anlass zum Aufschrei Elton Johns von wegen Diskriminierung und heute, 3 Jahre später – gefeierter Star des neuen Hit Musicals „Dreamgirls“ von Bill Condon. Ein Film, angelehnt an die Geschichte der Supremes um Diana Ross und für sage und schreibe 8 Oscars nominiert.
Effie White (Jennifer Hudson), Deena Jones (Beyonce Knowles) und Lorelle Robinson (Anika Noni Rose) singen schon zusammen seit sie 12 Jahre alt waren. Doch auch wenn sie sich von einem Talentwettbewerb zum anderen durchschlagen, der erhoffte Erfolg bleibt immer noch aus. Eines abends aber treffen sie auf Curtis Taylor Jr. (Jamie Foxx), Autoverkäufer bei Tag, Manager bei Nacht. Er verspricht ihnen einen Auftritt als Background Sängerinnen mit James Early (Eddie Murphy), bei dem sie von einer Minute zur anderen mit Curtis nicht nur einen Manager sondern auch einen Job haben und richtiges Geld verdienen. Jimmy Early und die Dreamettes gehen auf Tour. Kurze Zeit später durch Effis Bruder C. C. (Keith Robinson) landen sie sogar einen Hit, doch das weiße Amerika geprägt von Rassismus klaut den Song und ihnen das Geld. Curtis fährt jetzt schwere Geschütze auf und kauft sich in das korrupte Radiogeschäft ein. Doch als er die Band in einem nur für Weiße zugängigen Club auftreten lässt, fällt ihm auf – die Dreamettes und Early passen nicht mehr zusammen. Early ist nicht gemacht für das weiße konservative Publikum, denen seine sexuellen Gesten gar nicht gefallen. Er entscheidet, sie von ihm zu trennen. Doch als er auch noch festlegt die graziöse engelsgleiche Deena statt der stimmgewaltigen robusten Effie lead vocal singen zu lassen, ist das der Anfang vom Ende. Denn auch wenn sich jetzt plötzlich der internationale Erfolg der neuen Dreamgirls einstellt, wird Effie langsam aber sicher nicht nur aus der Band, sondern auch aus der Liebesbeziehung zu Curtis gedrängt.
Auch wenn ich persönlich ein Freund von Musical Filmen bin, zumindest was die alten 40/50’ger mit Fred Astaire, June Allyson oder Judy Garland betrifft, Moulin Rouge und Chicago haben mich damals nicht aus den Angeln gehoben. Der eine Film war mir zu schnulzig und zu seicht und der andere bis aufs tapdancing uninteressant. ‚Dreamgirls’ aber ist ein Kaliber anderer Natur. Er hat ein gute Storyline gefüllt mit amerikanischer Geschichte, hervorragende Schauspieler und eine Musik, bei der sich jeder mit nur einem Funken an Rhythmusgefühl nicht gegen die automatischen Bewegungen seiner Beine wehren kann. Doch viel besser noch ist, dass der Film Einblick in den Aufstieg und Fall der Supremes gibt.
Diana Ross wird wohl angenehm überrascht sein. Als Grund für das Auf und Ab der original Supremes kommt sie als Deena Jones erstaunlich gut weg. Jungfräulich, unterwürfig und sooo lieb und nett. Und obwohl jeder in der Musikbranche weiß, dass das wohl eine dicke fette Lüge ist, war es wohl hinsichtlich eventueller Klagen ihrerseits eine Notwendigkeit des Filmstudios. Lebende Legenden verärgert man schließlich nicht. Bei den anderen Original Mitgliedern Florence Ballard und Mary Wilson ist das aber wieder was ganz anderes. Ballard (Effie) wird als egoistisches und stures Dickerchen dargestellt und Wilson (Lorelle) als graue nebensächliche Teenie Maus ohne besonderen Status. Ballard, die ja im wahren Leben so einiges durchmachen musste, wird sich wohl im Grabe umdrehen.
In der ersten Stunde des Filmes wird einem Stück für Stück die Geburt der Dreamgirls (Supremes) näher gebracht. Vom schweren Anfang über den mittelträchtigen Erfolg bis hin zum internationalen Starrummel. Doch danach – mit dem Rausschmiss von Effie – verliert die Geschichte ein wenig an Momentum. Der Regisseur versucht die einigermaßen komplette Story um jeden Darsteller bis zu Deenas Ausstieg 1970 in nahezu 25 Minuten unterzubringen. Doch das ist meiner Meinung nach das einzige Manko am Film. Oder an der letzten halben Stunde, denn die Kostüme, die Frisuren, die Fotos oder die falschen Jackson Five, lassen nie an der Story zweifeln.
Auch hätten die Schauspieler nicht besser gecastet werden können. Jennifer Hudson, die ja bekanntermaßen für die Rolle einen Golden Globe bekam und bereits für den Oscar nominiert wurde, stiehlt der eigentlichen Hauptperson Beyonce klar die Show. Sie hat den Part einer starken Frau mit einer starken Stimme übernommen. In dem Film geht’s um sie und niemanden anders. Beyonce wie gesagt, hat zwar eine tolle Stimme, eine super Figur, ein hübsches Gesicht und schauspielerisches Talent, doch wen interessiert es hier. Sie geht neben Hudson unter, wirkt ein wenig zart und ragt nicht hinaus. Ich nehme an sie wird definitiv mehr Erfolg mit laszivem Hüften bewegen erringen als als ernstzunehmende Darstellerin.
Eddi Murphy – ebenfalls verdienter Golden Globe Gewinner – spielt zwar einen exzentrischen und irgendwann drogenabhängigen Verlierer, doch all das mit soviel Seele, dass er einem sympathisch ist. Allerdings lacht er in einer Szene wie Professor Klump, das man annimmt er würde gleich 100 kg zunehmen. Der einzige, den man zum Schluss nicht mehr leiden kann ist Jamie Foxx als Curtis. Seiner Rolle gerecht, scheint Geld wirklich den Charakter zu verderben, was er sehr gut rüberbringt. Und auch wenn Kritiker meinen, er gäbe in seiner Rolle nicht alles, bin ich hierzu anderer Meinung. Er tat was von ihm verlangt wurde. Er spielt Barry Gordy.
Dreamgirls ist ein Musical Film mit Power und Unterhaltung wie wir ihn heutzutage selten zu sehen bekommen. Er überzeugt mit emotionsgeladenen Charakteren und musikalischen Klassikern. Dabei wirkt er weder überzogen noch langatmig oder schnulzig. Er ist für jeden sehenswert – vor allem aber für diejenigen, die gute alte klassische R&B Musik lieben.

Dreamgirls

Es gibt Leute im Fernsehen, die sind einem einfach sympathisch. Leute, denen man von ganzem Herzen den Erfolg nicht nur gönnt sondern geradezu auch wünscht. Und dabei ist es scheiß egal ob man selbst zu guter letzt immer noch Tag ein Tag aus Stulle essen muss und der Favorit inzwischen teuren Kaviar futtert.

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Tino geht ins Kino – gelobt seien die Kollegen!

Posted by Tino Socaly on Januar 25 2007 Add Comments

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Gestern Abend war es mal wieder so weit, ich wollte einfach nur zu Hause bleiben und einen Film sehen. Also ran an die DVD-Sammlung. Nicht einfach, aus circa 1500 Scheiben eine auszusuchen – und wie der geneigte Leser vielleicht aus eigener Erfahrung weiß: Je größer die Auswahl, desto höher die Wahrscheinlichkeit, bei einem Film zu landen, den man eigentlich schon mitsingen kann. Folgerichtig traf es „The Hours“. Aber trotzdem kam alles anders, denn irgendwie hatte ich bislang die im schnieken Digipak versteckte Bonus-Disk übersehen. Also nix wie rein damit in den Player und über Hintergründe zur Entstehung informiert!

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Tino geht ins Kino – und sichtet ein BollWerk

Posted by Tino Socaly on Januar 18 2007 Add Comments

Tino geht ins Kino
Neulich in der Videothek meines Vertrauens: Die Hütte ist aus ungeklärter Ursache voll. Ich drängele mich an den Regalen mit den – restlos verliehenen – Neuheiten vorbei, werfe einen Blick in Richtung Computerspiele und (welcher Kerl tut das nicht?) inspiziere in der Porno-Abteilung ein paar Cover. Und jetzt, liebe Männer, mache ich nur für Euch einen völlig sinnlosen Absatz und bin wie Ihr gespannt, mit welchem Foto einer leicht bekleideten Schönen unser Reviewnator Flo die Lücke füllen wird…

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Krimi 2 Punkt 0: CSI

Posted by Reviewnator on Januar 15 2007 Add Comments

CSI: Miami

Einer Untersuchung des amerikanischen Media Research Centers zufolge sehen wöchentlich ca. 45 Millionen Deutsche US-Serien. Das sind gegenüber deutschen Serien knapp 65 % höhere Einschaltquoten. Deutlicher kann man es eigentlich nicht darlegen, dass die heimisch produzierten Serien trivial ausgedrückt absoluter Müll sind. Außnahmen bestätigen wie immer die Regel, eine Tendenz lässt sich hier jedoch einwandfrei feststellen. Aber was unterscheidet eine gute TV-Serie nun von einer schlechten? Drei Punkte, die nachfolgend als ‘Triple Bulletpoints’ bezeichnet werden, sollen die Antwort geben:

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Tino geht ins Kino – und überwindet Barrieren

Posted by Tino Socaly on Januar 11 2007 Add Comments

Tino geht ins Kino: Die Rotkäppchen Verschwörung
Das neue Jahr, in welches Ihr hoffentlich alle gut und ohne Blessuren hineingerutscht seid, hat nun auch schon seine ersten Tage auf dem Buckel. Die guten Vorsätze sind vergessen, man hat zum Beispiel längst wieder Zigaretten gekauft und wird allerorts mit spöttischen Blicken sowie hilfreichen Erinnerungen à la „Aber wolltest du diesmal nicht WIRKLICH aufhören?!“ bedacht. Der Alltag geht seinen gewohnten Gang, Chefs drängeln, Kinder quengeln. Also alles wie gewohnt.

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Weit entfernt von schmutzig: The L Word

Posted by Reviewnator on Januar 5 2007 Add Comments
Da ist er nun also, der Abschaum der TV-Landschaft. Das dachten sich sicherlich einige streng konservative Eltern, die letztes Jahr zum ersten Mal den Teaser zur damals neuen Lesbenserie „The L Word“ schockiert zur Kenntnis nahmen. Ja, auch ich war anfangs von den durchaus klischeebehafteten Trailern auf Pro7 etwas irritiert, zeigten sie doch gnadenlosen Lesben-Sex, wenn auch mit vorgehaltenem roten Tuch. Seitdem ich auf den Lesbenzug (right, no homo…) aufgesprungen bin, ist mir bewusst, dass gerade diese ab und zu gesendeten 30 Sekunden Filmausschnitte der schlechteste Marketing-Move seit gefühlten 100 Jahren Pro7-History waren.
„The L Word“, steht natürlich für L wie Lesbian, was für ganz schlaue Kids unter euch übersetzt soviel wie Frauen lieben Frauen heißt. Soweit so anrüchig. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich leicht abgetörnt bei einem Kumpel vor der Glotze saß und nur um einige Millimeter meinen Regenverschlusskorken, aka Kopf, drehen musste um zu bemerken, dass mein Homie mich fühlen konnte. Zur Ablenkung tranken wir auf diesen Schock erstmal einen Scotch mit Eis, um wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu kehren. Nach weiterem Alkoholkonsum waren wir scheinbar so wagemutig uns zu versprechen, den zweistündigen Piloten dieser Serie anzuschauen. Mit unserem Freund, dem Jacky natürlich. Jack Daniels, versteht sich.
Die Zeit verging im Schnellvorlauf und so fanden wir uns Montag Abends um 21.15 Uhr vor dem Flatscreen ein. Eingestellt auf eine Lästerattacke nach der anderen warteten wir gespannt darauf, bis sich die erste Protagonistin den goldenen Vibrator gab, doch alles was am Ende blieb war pure Enttäuschung. Gepaart mit purem Entsetzen. Denn was die zwei Stunden brachten war kein Softporno für Desperate Housewife Fans, sondern den Start einer durchaus relevanten und aus künstlerischen Aspekten heraus höchst interessanten Serie. Überrascht mussten wir feststellen, dass es sich bei „L Word“ nicht um die schnelle Nummer auf der Damentoilette drehte, sondern die Hauptthemen Coming Outs, Konflikte in der Sexualität, gescheiterte Karrierepläne und drogenbedingte Blackouts waren. Vielleicht lag es am Jacky, aber wir konnten im ersten Moment gar nicht fassen, was da vor unseren Augen auf dem Sechzehnzuneuner ablief. Komplexe Zwischenblenden paarten sich mit durchaus stilvoll inszenierter Erotik und menschlichen Dramen. Selbst die humoristische Seite kam am Ende nicht zu kurz.
Irgendwas schien also an diesem „L Word“ dran zu sein und so holten wir uns erstmal die erste Staffel auf DVD, mit englischem Originalton, versteht sich, bei dem sich sogar die Orgasmusszenen besser anhören als mit deutschen Synchronsprechern, was uns wiederum auf die These brachte, dass deutsche Synchronsprecher wohl ziemliche Kellerkinder sein müssen, die wahrscheinlich noch nie in ihrem kompletten Leben einen vernünftigen Orgasmus hatten. Aber back to topic…
Wir zogen uns also die erste Staffel rein, was unseren Horizont – was Lesben angeht – in etwa um soviel erweiterte, wie Dunkelheit die Augen einer Katze. Oder um es in andere Worte zu fassen: Damn, wir waren die nächsten Wochen verdammt noch mal auf dem Lesben-Trip. Und um jetzt mal wieder alle chauvinistischen Vorurteile auf einen Schlag abzulegen sei nur soviel gesagt: „L Word“ ist das krasse Gegenteil von einem Softporno, nimmt sich ernst und will vor allem wirklich ernst genommen werden. Jetzt wird es wahrscheinlich trotzdem noch viele Hater geben, die sich darüber Gedanken machen, wie man am einen Tag über Knast-Lesbe Katy Karrenbauer herziehen und kurz darauf von einem Duzend homosexueller L.A. Bitches schwärmen kann. Reviewnator eben.
Alle, die es bis jetzt immer noch nicht glauben mögen, dass Homosexualität gar nicht so schlimm ist, wie es aussieht, sollten sich mal vor den Fernseher setzen und eine Folge „L Word“ schauen. Ab Januar 2007, also ziemlich bald, ist das dann auch wieder möglich. Schaut einfach mal in den kommenden Wochen in der Fernsehzeitung eurer Wahl unter Spätabendserien. Und ich spreche nicht vom DSF. Pro7 hat bereits die Senderechte für die zweite Staffel erworben. Und wenn diesmal nicht wieder irgendwelche notgeilen Schülerpraktikanten bei der Pro7 Teaserproduktion hinter dem Schnittrechner sitzen, nehmen die Zuschauer „The L Word“ auch endlich mal ernst.

The L Word

Da ist er nun also, der Abschaum der TV-Landschaft. Das dachten sich sicherlich einige streng konservative Eltern, die letztes Jahr zum ersten Mal den Teaser zur damals neuen Lesbenserie „The L Word“ schockiert zur Kenntnis nahmen. Ja, auch ich war anfangs von den durchaus klischeebehafteten Trailern auf Pro7 etwas irritiert, zeigten sie doch gnadenlosen Lesben-Sex, wenn auch mit vorgehaltenem roten Tuch. Seitdem ich auf den Lesbenzug (right, no homo…) aufgesprungen bin, ist mir bewusst, dass gerade diese ab und zu gesendeten 30 Sekunden Filmausschnitte der schlechteste Marketing-Move seit gefühlten 100 Jahren Pro7-History waren.

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Alles was eine Erfolgsserie braucht: Prison Break

Posted by Reviewnator on Januar 3 2007 Add Comments

Prison Break

Wieso müssen deutsche TV-Serien eigentlich immer sucken? Ständig passieren auf Sendern quer durch die Bank Fauxpas in Form von billig produzierten, schlecht geschriebenen und noch schlechter gedrehten neuen Serienformaten, die zwar in der Werbung als der neuste Scheiß angepriesen werden, das jedoch keiner wirklich ernst zu nehmen scheint. Unter die Top-3 der schlimmsten deutschen TV-Serien fallen definitiv „Unser Charlie“, „Tierarzt Dr. Engel“ und…“Hinter Gittern, der Frauenknast“. Der Titel hart, die Birne weich.

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