19th May 2012

Alles was eine Erfolgsserie braucht: Prison Break

Posted by Reviewnator on Januar-3-2007 Add Comments

Prison Break

Wieso müssen deutsche TV-Serien eigentlich immer sucken? Ständig passieren auf Sendern quer durch die Bank Fauxpas in Form von billig produzierten, schlecht geschriebenen und noch schlechter gedrehten neuen Serienformaten, die zwar in der Werbung als der neuste Scheiß angepriesen werden, das jedoch keiner wirklich ernst zu nehmen scheint. Unter die Top-3 der schlimmsten deutschen TV-Serien fallen definitiv „Unser Charlie“, „Tierarzt Dr. Engel“ und…“Hinter Gittern, der Frauenknast“. Der Titel hart, die Birne weich.

Ganz anders sieht es da im Land der Erfolgsserien, den USA aus. Hier bekommen geniale Serien wenigstens noch geniale Titel. Wie z.B. das männliche Pendant zum deutschen Lesben-Knast: „Prison Break“. In unfassbarer Qualität bekommt man Stunde um Stunde den Ausbruchversuch einer Gefangenengruppe mit, nebenbei wird der Sohn eines zu Tode verurteilten Häftlings entführt und skrupellose Präsidentschaftskandidaten versuchen ihr Gewissen rein zu waschen. Kurz gesagt: Alles, was eine Erfolgsserie eben braucht.

Wentworth Miller und Sarah Wayne Callies in Prison Break

Michael Scofield hat ein Problem. Sein Bruder Lincoln Burrows sitzt seit einigen Jahren in der Fox River State Strafanstalt fest und wartet darauf, eines Tages durch Hinrichtung dem grauenvollen Gefängnisleben zu entkommen. Dabei ist Lincoln, wie ein von der Regierung zurückgehaltenes Überwachungsvideo zeigt, nicht der Mörder eines Politikers aus dem Weißen Haus. Scofield sieht keinen anderen Weg als sich selbst als Gefangener in das Gefängnis einschleusen zu lassen und zu versuchen, seinen Bruder dort rauszuholen. Dazu beschäftigt sich der erfolgreiche Geschäftsmann wochen- und monatelang mit Bauplänen des River State Gefängnisses und entwickelt eine Ausbruchsstrategie. Doch im Gefängnis angekommen entpuppt sich der in Gedanken zurecht gelegte Plan als schwieriger denn gedacht. Schnell kommen weitere Häftlinge dahinter, was Scofield vor hat und wollen natürlich ein dickes Stück vom Kuchen abhaben…

Im Wechsel mit dem Handlungsstrang des Gefängnisses, spielt noch eine weitere Story rund um Lincoln Burrows Sohn, dessen Mutter von mysteriösen Agenten umgelegt wird und der selbst in die Klauen der skrupellosen Killer fällt. Ihm gelingt zwar die Flucht, doch in Sicherheit kann er sich nicht wägen.

Prison Break

Was mich wirklich jedes Mal an „Prison Break“ erstaunt, sind die unheimlich treffend gewählten Schauspieler. Besonders Hauptdarsteller Wentworth Miller, der den charismatischen Michael Scofield spielt, imponiert stark. Aber auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt. So spielt Peter Stormare einen eingesperrten Mafiosi und Robert Knepper den absolut verrückten und nicht einschätzbaren Psychopaten Theodore.

Des Weiteren transportiert „Prison Break“ diese unglaublich düstere, meist in kaltes Hellgrün getauchte Gefängnislicht-Stimmung, die jegliche Gefühle im Keim ersticken lässt. Kameraflüge über das Gefängnisgelände, blendende Lichtkegel von Überwachungsscheinwerfern und schummrig schmutzige Gänge hinter Zellenwänden verstärken diesen Eindruck. Paul T. Scheuring, Schöpfer und Executive Producer dieser High-End Knastserie ist wahrlich ein Genie, dem die erste Staffel bereits die Tore für große und erfolgsversprechende Projekte geöffnet hat.

Wentworth Miller und Dominic Purcell in Prison Break

In den USA läuft momentan bereits die zweite Staffel auf Fox, hierzulande sollte die erste Runde ursprünglich auf Pro7 anlaufen, was jedoch kurzfristig wieder gecancelt wurde. Warum, weiß bis heute keiner. Dennoch gibt es einen Lichtblick für alle Interessierten: Die erste Staffel ist bereits auf DVD erschienen und auch ohne Probleme in Deutschland zu bekommen. Und wer jetzt immer noch vom Frauenknast schwärmt, der steht entweder unfassbarerweise auf diese seltsame Kreatur Katy Karrenbauer oder schaut eh schon „GZSZ“, „Schmetterlinge im Bauch“ und gelegentlich „Promi ärger dich nicht“.

„Prison Break“ kommt qualitativ auf jeden Fall sehr nahe an bekannte amerikanische Serien wie „24“ oder „CSI“ heran und bietet eine Storyline vom feinsten. Mein Appell an die deutsche Filmindustrie lautet daher: Gebt uns endlich echtes Gefängnis-Feeling und setzt dafür Fake-Katy schnellstens ab. Real talk.

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