Posted by Reviewnator on Januar-31-2007 Add Comments
Es gibt Leute im Fernsehen, die sind einem einfach sympathisch. Leute, denen man von ganzem Herzen den Erfolg nicht nur gönnt sondern geradezu auch wünscht. Und dabei ist es scheiß egal ob man selbst zu guter letzt immer noch Tag ein Tag aus Stulle essen muss und der Favorit inzwischen teuren Kaviar futtert.
Vor allem dann wenn das alte Sprichwort ‚Vom Tellerwäscher zum Millionär’ wahr zu werden scheint. Eine dieser Personen bei der das zutrifft ist Jennifer Hudson. Finalist der Reality Show American Idol im Jahre 2004, unverständlicherweise rausgeflogen mit den Worten „you will never be a star“, Anlass zum Aufschrei Elton Johns von wegen Diskriminierung und heute, 3 Jahre später – gefeierter Star des neuen Hit Musicals „Dreamgirls“ von Bill Condon. Ein Film, angelehnt an die Geschichte der Supremes um Diana Ross und für sage und schreibe 8 Oscars nominiert.
Effie White (Jennifer Hudson), Deena Jones (Beyonce Knowles) und Lorelle Robinson (Anika Noni Rose) singen schon zusammen seit sie 12 Jahre alt waren. Doch auch wenn sie sich von einem Talentwettbewerb zum anderen durchschlagen, der erhoffte Erfolg bleibt immer noch aus. Eines abends aber treffen sie auf Curtis Taylor Jr. (Jamie Foxx), Autoverkäufer bei Tag, Manager bei Nacht. Er verspricht ihnen einen Auftritt als Background Sängerinnen mit James Early (Eddie Murphy), bei dem sie von einer Minute zur anderen mit Curtis nicht nur einen Manager sondern auch einen Job haben und richtiges Geld verdienen. Jimmy Early und die Dreamettes gehen auf Tour. Kurze Zeit später durch Effis Bruder C. C. (Keith Robinson) landen sie sogar einen Hit, doch das weiße Amerika geprägt von Rassismus klaut den Song und ihnen das Geld. Curtis fährt jetzt schwere Geschütze auf und kauft sich in das korrupte Radiogeschäft ein. Doch als er die Band in einem nur für Weiße zugängigen Club auftreten lässt, fällt ihm auf – die Dreamettes und Early passen nicht mehr zusammen. Early ist nicht gemacht für das weiße konservative Publikum, denen seine sexuellen Gesten gar nicht gefallen. Er entscheidet, sie von ihm zu trennen. Doch als er auch noch festlegt die graziöse engelsgleiche Deena statt der stimmgewaltigen robusten Effie lead vocal singen zu lassen, ist das der Anfang vom Ende. Denn auch wenn sich jetzt plötzlich der internationale Erfolg der neuen Dreamgirls einstellt, wird Effie langsam aber sicher nicht nur aus der Band, sondern auch aus der Liebesbeziehung zu Curtis gedrängt.
Auch wenn ich persönlich ein Freund von Musical Filmen bin, zumindest was die alten 40/50’ger mit Fred Astaire, June Allyson oder Judy Garland betrifft, Moulin Rouge und Chicago haben mich damals nicht aus den Angeln gehoben. Der eine Film war mir zu schnulzig und zu seicht und der andere bis aufs tapdancing uninteressant. ‚Dreamgirls’ aber ist ein Kaliber anderer Natur. Er hat ein gute Storyline gefüllt mit amerikanischer Geschichte, hervorragende Schauspieler und eine Musik, bei der sich jeder mit nur einem Funken an Rhythmusgefühl nicht gegen die automatischen Bewegungen seiner Beine wehren kann. Doch viel besser noch ist, dass der Film Einblick in den Aufstieg und Fall der Supremes gibt.
Diana Ross wird wohl angenehm überrascht sein. Als Grund für das Auf und Ab der original Supremes kommt sie als Deena Jones erstaunlich gut weg. Jungfräulich, unterwürfig und sooo lieb und nett. Und obwohl jeder in der Musikbranche weiß, dass das wohl eine dicke fette Lüge ist, war es wohl hinsichtlich eventueller Klagen ihrerseits eine Notwendigkeit des Filmstudios. Lebende Legenden verärgert man schließlich nicht. Bei den anderen Original Mitgliedern Florence Ballard und Mary Wilson ist das aber wieder was ganz anderes. Ballard (Effie) wird als egoistisches und stures Dickerchen dargestellt und Wilson (Lorelle) als graue nebensächliche Teenie Maus ohne besonderen Status. Ballard, die ja im wahren Leben so einiges durchmachen musste, wird sich wohl im Grabe umdrehen.
In der ersten Stunde des Filmes wird einem Stück für Stück die Geburt der Dreamgirls (Supremes) näher gebracht. Vom schweren Anfang über den mittelträchtigen Erfolg bis hin zum internationalen Starrummel. Doch danach – mit dem Rausschmiss von Effie – verliert die Geschichte ein wenig an Momentum. Der Regisseur versucht die einigermaßen komplette Story um jeden Darsteller bis zu Deenas Ausstieg 1970 in nahezu 25 Minuten unterzubringen. Doch das ist meiner Meinung nach das einzige Manko am Film. Oder an der letzten halben Stunde, denn die Kostüme, die Frisuren, die Fotos oder die falschen Jackson Five, lassen nie an der Story zweifeln.
Auch hätten die Schauspieler nicht besser gecastet werden können. Jennifer Hudson, die ja bekanntermaßen für die Rolle einen Golden Globe bekam und bereits für den Oscar nominiert wurde, stiehlt der eigentlichen Hauptperson Beyonce klar die Show. Sie hat den Part einer starken Frau mit einer starken Stimme übernommen. In dem Film geht’s um sie und niemanden anders. Beyonce wie gesagt, hat zwar eine tolle Stimme, eine super Figur, ein hübsches Gesicht und schauspielerisches Talent, doch wen interessiert es hier. Sie geht neben Hudson unter, wirkt ein wenig zart und ragt nicht hinaus. Ich nehme an sie wird definitiv mehr Erfolg mit laszivem Hüften bewegen erringen als als ernstzunehmende Darstellerin.
Eddi Murphy – ebenfalls verdienter Golden Globe Gewinner – spielt zwar einen exzentrischen und irgendwann drogenabhängigen Verlierer, doch all das mit soviel Seele, dass er einem sympathisch ist. Allerdings lacht er in einer Szene wie Professor Klump, das man annimmt er würde gleich 100 kg zunehmen. Der einzige, den man zum Schluss nicht mehr leiden kann ist Jamie Foxx als Curtis. Seiner Rolle gerecht, scheint Geld wirklich den Charakter zu verderben, was er sehr gut rüberbringt. Und auch wenn Kritiker meinen, er gäbe in seiner Rolle nicht alles, bin ich hierzu anderer Meinung. Er tat was von ihm verlangt wurde. Er spielt Barry Gordy.
Dreamgirls ist ein Musical Film mit Power und Unterhaltung wie wir ihn heutzutage selten zu sehen bekommen. Er überzeugt mit emotionsgeladenen Charakteren und musikalischen Klassikern. Dabei wirkt er weder überzogen noch langatmig oder schnulzig. Er ist für jeden sehenswert – vor allem aber für diejenigen, die gute alte klassische R&B Musik lieben.
Es gibt Leute im Fernsehen, die sind einem einfach sympathisch. Leute, denen man von ganzem Herzen den Erfolg nicht nur gönnt sondern geradezu auch wünscht. Und dabei ist es scheiß egal ob man selbst zu guter letzt immer noch Tag ein Tag aus Stulle essen muss und der Favorit inzwischen teuren Kaviar futtert.
Vor allem dann wenn das alte Sprichwort ‚Vom Tellerwäscher zum Millionär’ wahr zu werden scheint. Eine dieser Personen bei der das zutrifft ist Jennifer Hudson. Finalist der Reality Show American Idol im Jahre 2004, unverständlicherweise rausgeflogen mit den Worten „you will never be a star“, Anlass zum Aufschrei Elton Johns von wegen Diskriminierung und heute, 3 Jahre später – gefeierter Star des neuen Hit Musicals „Dreamgirls“ von Bill Condon. Ein Film, angelehnt an die Geschichte der Supremes um Diana Ross und für sage und schreibe 8 Oscars nominiert.
Effie White (Jennifer Hudson), Deena Jones (Beyonce Knowles) und Lorelle Robinson (Anika Noni Rose) singen schon zusammen seit sie 12 Jahre alt waren. Doch auch wenn sie sich von einem Talentwettbewerb zum anderen durchschlagen, der erhoffte Erfolg bleibt immer noch aus. Eines abends aber treffen sie auf Curtis Taylor Jr. (Jamie Foxx), Autoverkäufer bei Tag, Manager bei Nacht. Er verspricht ihnen einen Auftritt als Background Sängerinnen mit James Early (Eddie Murphy), bei dem sie von einer Minute zur anderen mit Curtis nicht nur einen Manager sondern auch einen Job haben und richtiges Geld verdienen. Jimmy Early und die Dreamettes gehen auf Tour. Kurze Zeit später durch Effis Bruder C. C. (Keith Robinson) landen sie sogar einen Hit, doch das weiße Amerika geprägt von Rassismus klaut den Song und ihnen das Geld. Curtis fährt jetzt schwere Geschütze auf und kauft sich in das korrupte Radiogeschäft ein. Doch als er die Band in einem nur für Weiße zugängigen Club auftreten lässt, fällt ihm auf – die Dreamettes und Early passen nicht mehr zusammen. Early ist nicht gemacht für das weiße konservative Publikum, denen seine sexuellen Gesten gar nicht gefallen. Er entscheidet, sie von ihm zu trennen. Doch als er auch noch festlegt die graziöse engelsgleiche Deena statt der stimmgewaltigen robusten Effie lead vocal singen zu lassen, ist das der Anfang vom Ende. Denn auch wenn sich jetzt plötzlich der internationale Erfolg der neuen Dreamgirls einstellt, wird Effie langsam aber sicher nicht nur aus der Band, sondern auch aus der Liebesbeziehung zu Curtis gedrängt.
Auch wenn ich persönlich ein Freund von Musical Filmen bin, zumindest was die alten 40/50’ger mit Fred Astaire, June Allyson oder Judy Garland betrifft, Moulin Rouge und Chicago haben mich damals nicht aus den Angeln gehoben. Der eine Film war mir zu schnulzig und zu seicht und der andere bis aufs tapdancing uninteressant. ‚Dreamgirls’ aber ist ein Kaliber anderer Natur. Er hat ein gute Storyline gefüllt mit amerikanischer Geschichte, hervorragende Schauspieler und eine Musik, bei der sich jeder mit nur einem Funken an Rhythmusgefühl nicht gegen die automatischen Bewegungen seiner Beine wehren kann. Doch viel besser noch ist, dass der Film Einblick in den Aufstieg und Fall der Supremes gibt.
Diana Ross wird wohl angenehm überrascht sein. Als Grund für das Auf und Ab der original Supremes kommt sie als Deena Jones erstaunlich gut weg. Jungfräulich, unterwürfig und sooo lieb und nett. Und obwohl jeder in der Musikbranche weiß, dass das wohl eine dicke fette Lüge ist, war es wohl hinsichtlich eventueller Klagen ihrerseits eine Notwendigkeit des Filmstudios. Lebende Legenden verärgert man schließlich nicht. Bei den anderen Original Mitgliedern Florence Ballard und Mary Wilson ist das aber wieder was ganz anderes. Ballard (Effie) wird als egoistisches und stures Dickerchen dargestellt und Wilson (Lorelle) als graue nebensächliche Teenie Maus ohne besonderen Status. Ballard, die ja im wahren Leben so einiges durchmachen musste, wird sich wohl im Grabe umdrehen.
In der ersten Stunde des Filmes wird einem Stück für Stück die Geburt der Dreamgirls (Supremes) näher gebracht. Vom schweren Anfang über den mittelträchtigen Erfolg bis hin zum internationalen Starrummel. Doch danach – mit dem Rausschmiss von Effie – verliert die Geschichte ein wenig an Momentum. Der Regisseur versucht die einigermaßen komplette Story um jeden Darsteller bis zu Deenas Ausstieg 1970 in nahezu 25 Minuten unterzubringen. Doch das ist meiner Meinung nach das einzige Manko am Film. Oder an der letzten halben Stunde, denn die Kostüme, die Frisuren, die Fotos oder die falschen Jackson Five, lassen nie an der Story zweifeln.
Auch hätten die Schauspieler nicht besser gecastet werden können. Jennifer Hudson, die ja bekanntermaßen für die Rolle einen Golden Globe bekam und bereits für den Oscar nominiert wurde, stiehlt der eigentlichen Hauptperson Beyonce klar die Show. Sie hat den Part einer starken Frau mit einer starken Stimme übernommen. In dem Film geht’s um sie und niemanden anders. Beyonce wie gesagt, hat zwar eine tolle Stimme, eine super Figur, ein hübsches Gesicht und schauspielerisches Talent, doch wen interessiert es hier. Sie geht neben Hudson unter, wirkt ein wenig zart und ragt nicht hinaus. Ich nehme an sie wird definitiv mehr Erfolg mit laszivem Hüften bewegen erringen als als ernstzunehmende Darstellerin.
Eddi Murphy – ebenfalls verdienter Golden Globe Gewinner – spielt zwar einen exzentrischen und irgendwann drogenabhängigen Verlierer, doch all das mit soviel Seele, dass er einem sympathisch ist. Allerdings lacht er in einer Szene wie Professor Klump, das man annimmt er würde gleich 100 kg zunehmen. Der einzige, den man zum Schluss nicht mehr leiden kann ist Jamie Foxx als Curtis. Seiner Rolle gerecht, scheint Geld wirklich den Charakter zu verderben, was er sehr gut rüberbringt. Und auch wenn Kritiker meinen, er gäbe in seiner Rolle nicht alles, bin ich hierzu anderer Meinung. Er tat was von ihm verlangt wurde. Er spielt Barry Gordy.
Dreamgirls ist ein Musical Film mit Power und Unterhaltung wie wir ihn heutzutage selten zu sehen bekommen. Er überzeugt mit emotionsgeladenen Charakteren und musikalischen Klassikern. Dabei wirkt er weder überzogen noch langatmig oder schnulzig. Er ist für jeden sehenswert – vor allem aber für diejenigen, die gute alte klassische R&B Musik lieben.