22nd May 2012

Archive for Februar, 2007

Filmreview: Hannibal Rising

Posted by Reviewnator on Februar 27 2007 Add Comments
Damals, als „Das Schweigen der Lämmer“ in die Kinos kam, war ich gerade einmal 6 Jahre alt. Mit sieben sah ich dann die Free-TV Premiere und konnte mehr als eine Nacht nicht gut einschlafen. Ein Klassiker war geboren. Mit „Hannibal Rising“, der die Jugend des Hannibal Lector versucht zu erklären, wird der Mythos um den Kannibale nun endgültig beerdigt.
Mittlerweile umfasst die Hannibal-Reihe insgesamt vier Filme. Davon ist einer der oben erwähnte Klassiker, die restlichen drei kommerzielle Ausschlachtung einer visionären Filmidee. Konnte man bei „Hannibal“, der zweiten Auskopplung, noch einen roten Faden erkennen und schauspiel-technisch dem alternden Anthony Hopkins wenig Kritik anhaften, waren „Roter Drache“ und nun aktuell „Hannibal Rising“ eine einzige Enttäuschung.
Im neuen – und hoffentlich letzten – Streifen geht es nun also um die Kindheit und Jugend Lectors. Kurz: Wie wurde ein normaler Junge zu einer menschenfressenden Bestie? Dass man diese Frage relativ kreativ lösen kann, dürfte nicht nur eingeschworenen Hannibal Fans bekannt sein. Was jedoch schlussendlich bei Peter Webbers Film heraus gekommen ist, kann man nicht mal ansatzweise einfallsreich nennen. Ein bisschen zu leicht wollte es sich Herr Webber hier machen. Wenn also aus einem guten Menschen ein schlechter wird, wer ist dann schuld? Na klar, die Nazis! Die sind ja im Grunde an allem Schuld, was in den letzten 50 Jahren so auf dem Erdball passiert ist.
Nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, der Reviewnator würde mit dem rechten Flügel liebäugeln, weit gefehlt. Nichts liegt mir als weltoffenem Mensch ferner als mich auf die Seite der Nazis zu stellen. Was ich versuche zu vermitteln ist, dass man sich etwas intelligenteres hätte einfallen lassen können, als den kleinen Hannibal Lector dabei zusehen zu lassen, wie ein paar Nazi-Offiziere aus Nahrungsmangel dessen kleine Schwester verspeisen. Nebenbei erschießt man dann noch Mutter und Vater und siehe da: Hannibal rising.
Nachdem Lector, gespielt vom ziemlich profillosen Gaspard Ulliel, einmal den psychischen Knacks weg hat, begibt er sich auf den Weg nach Frankreich, wo das einzig übrig gebliebene Familienmitglied, seine Tante Lady Murasaki sesshaft geworden ist. Die trickreiche Asiatin lehrt ihm fortan japanische Kampfkünste und den Umgang mit dem Samuraischwert. Und wie der kranke Hannibal nun mal veranlagt ist, killt er eben den Metzger im Wald. Training unter realen Bedingungen könnte man das nennen. Nachdem er also seinen Body auf Fordermann gebracht hat, macht er sich auf die Jagd nach seinen ehemaligen Peinigern, den Nazi-Offizieren, die nun seltsamerweise ein recht wohliges Leben im Exil führen. Lector rächt sich an einem nach dem anderen und hinterlässt dabei Spuren. Spuren, die Kommissar Popil (Dominic West) findet und trotzdem aus unersichtlichen Gründen nicht gerade mit Nachdruck verfolgt. Am Ende erfährt man noch nicht einmal, wie Hannibal in die Zelle kam, in der er zu Beginn von „Schweigen der Lämmer“ sitzt. Wirklich schade.
„Hannibal Rising“ ist nichts weiter, als ein misslungener Versuch zu beschreiben, wie aus einem wohlbehüteten Menschen ein Monster wurde. Dass dabei die böse Nazi-Idee ausgegraben wurde, überraschte mich erheblich – und zwar im negativen Sinne. Bereits nach 20 Minuten des Films wird klar, dass hier nichts bahnbrechendes mehr passieren wird. Und dabei hatte die Story doch so viel Potential. Man kann am Ende nur hoffen, dass die Ausschlachtung des Hannibal Mythos keine Fortsetzung mehr findet.

Hannibal Rising

Damals, als „Das Schweigen der Lämmer“ in die Kinos kam, war ich gerade einmal 6 Jahre alt. Mit sieben sah ich dann die Free-TV Premiere und konnte mehr als eine Nacht nicht gut einschlafen. Ein Klassiker war geboren. Mit „Hannibal Rising“, der die Jugend des Hannibal Lector versucht zu erklären, wird der Mythos um den Kannibale nun endgültig beerdigt.

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Hochgradig suchterregend: Heroes

Posted by Reviewnator on Februar 26 2007 Add Comments

Heroes

Erstmal durchatmen nach dem Wochenende. Nicht nur dass der sonst so stressfreie Sonntag auf Kosten von – glücklicherweise bezahlten – Überstunden vor die Hunde ging, nein, schicksalsträchtige Ereignisse kennzeichneten die vergangenen Tage. Nach dem ziemlich überraschenden, aber gut gewählten Ende der Erfolgsserie „The O.C.“, stellte sich mein Hirn auf melancholisches Gammeln ein. Genug Zeit also, sich darüber Gedanken zu machen, welche TV-Serie den Verlust von „The O.C.“ erträglich machen könnte. Und siehe da, auf Rat eines hochgeschätzten Kollegen, wurde ich kurzerhand zum „Heroes“-Süchtigen.

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Goodbye Forever: Das Ende von The O.C.

Posted by Reviewnator on Februar 22 2007 Add Comments

The O.C.

Es gibt TV-Serien, die verändern dein Leben oder zumindest Teile davon. Vollkommen realistisch gesehen und ohne jeden Gedanken an die Banalität der TV-Serie als solche, prägen gewisse Sendungen gewisse Lebensabschnitte erheblich. Und das nicht nur bei irgendwelchen Kellerkindern, die eh schon den ganzen Tag nichts anderes machen, als sich im Marathon sämtliche Staffeln diverser TV-Shows reinziehen.

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Filmreview: Stranger than Fiction

Posted by Reviewnator on Februar 21 2007 Add Comments
Will Ferrell hat mich seit seiner Zeit bei ‚Saturday Night Life’ immer wieder zum Lachen gebracht. Er hat einfach diese bestimmte blanke Gesichtsgestik, diese vollkommen unglamouröse Statur und diese wilde Lockenpracht. Egal in welcher Rolle er mir im Fernsehen oder auf der Leinwand über den Weg läuft – der Mann ist einfach typcasted und sollte sich niemals in Dramen, Thriller oder Lovestories verrennen.
Seine Spezialität sind Comedies. Und so hart es klingt, aufgrund seiner bisher gewählten Projekte ist es für mich einfach logisch ihn in solchen zu sehen. Das heißt natürlich nicht, dass er nicht schauspielern kann. Comedy ist schließlich das härteste Kunstgeschäft! Aber es heißt ganz einfach – in anderen Rollen kann ich ihn nicht ernst nehmen. Genauso wenig wie ich einen Adam Sandler, einen Matt LeBlanc oder einen Ashton Kutcher mir als knallharten CIA Agenten denken kann. Es gibt für Schauspieler, die sich durch Comedies einen Namen gemacht haben, selten Chancen aus der Misere wieder herauszukommen. Wir haben uns an ihre Gesichter mit Lachen gewöhnt und erwarten auch nichts anderes von ihnen als genau zu diesem gebracht zu werden. Was sollte ich also nun bei seinem neuesten Film „Stranger than Fiction“, der sowohl als Comedy, Drama, Fantasy und Romanze angepriesen wird, für eine Unterhaltung erwarten?
Harold Crick (Will Ferrell) ist ein ganz normaler Steuerbeamter weniger Worte, der sein monotones und furchtbar einsames Leben nach äußerst strengen Regeln führt. Speziell nach Zahlen. Mit Hilfe seiner vertrauenswürdigen Uhr kalkuliert er jeden seiner tagesüblichen Schritte. Er putzt all seine Zähne genau 76 Mal, läuft genau 57 Schritte per Karree, verbringt genau 45,7 min in der Mittagspause und geht genau um 23:13 Uhr ins Bett. Jeden einzelnen Tag. Seit 12 Jahren. Doch ein seltsamer Mittwoch Morgen, der eigentlich wie jeder andere Morgen anfing, sollte Harolds Leben dramatisch verändern. Denn wie aus dem Nichts ertönt plötzlich ein Sprecher, der wie beim Fußballspiel jeden seiner ausgeführten Schritte kommentiert. Mit intelligenterem Vokabular und aufs penibelste akkurat. Sein sonst so monotoner Alltag gerät plötzlich aus den geregelten Fugen. Genauso wie seine nun verrückt spielende Uhr, auf die Harold sich scheint nicht mehr verlassen zu können. Er fängt zweifellos an, den Kopf zu verlieren. Doch wenn das nicht schon schlimm genug für ihn wäre, so erzählt die Stimme eines Abends statt nur von Dingen die er gerade ausführt plötzlich von der Zukunft. Von seinem unmittelbar bevorstehendem Tod. Harold ist außer sich und sucht leicht verzweifelt nach Hilfe. Und während Harold zu Literaturprofessor Jules Hilbert (Dustin Hoffmann) rennt, befindet sich auf der anderen Seite der Stadt eine Autorin namens Kay Eiffel (Emma Thompson) auf der krampfhaften Suche nach einer Möglichkeit die Hauptperson in ihrem nächsten Buch sterben zu lassen. Ist es nur zufällig das beide den Namen Harold Crick tragen?
Man oh Man. Welch unlogischer Film und wo soll ich nur anfangen? Der Film der wie schon erwähnt sowohl als Comedy, Drama, Fantasy als auch Romanze betitelt wird, enthält wirklich alle Facetten dergleichen. Und das ist genau das Problem. Ich hätte nichts gegen Comedy oder Fantasie oder Drama oder Romanze gehabt, aber alle vier Genre zusammen machen den Film nur zu einem – komplettes Wirrwarr. Er hat einfach keinen roten Faden, wirft mehr Fragen auf als er Antworten gibt und lässt mich wundern ob jemand sich einfach nicht entscheiden konnte.
Wollen wir mal die ganze Sache zusammenfassen: Harold Crick ist eigentlich ein bemitleidenswerter Mann mit einem langweiligen Leben, der eines Tages im Kopf eine Stimme hört. Diese Stimme sagt ganz genau in Buchform was er tut. Da hätte jetzt der übliche Ferrell als Crick eine wahnsinnig witzige Sache daraus machen können – wäre es pure Comedy. Zum Anfang hat es auch den Anschein gleich zum Lachen gebracht zu werden, wird aber nicht durchgezogen. Stattdessen sieht es fast so aus, als störte es ihn nicht weiter. Mit einer Stimme im Kopf, die mal kommt, mal geht, ist sein Leben letztendlich – und seltsamerweise – nur leicht durcheinander. Er kriegt den Bus nicht, kann während er ihr aufmerksam zuhört nicht gleichzeitig Kollegen antworten usw.
Wäre es nun pures Drama, müsste Ferrell jetzt in starke Depressionen verfallen oder einfach durchdrehen. Von mir aus auch hätte er in eine Klinik eingewiesen werden oder einfach nur ständig zum Psychiater gehen müssen. Das wäre für ein Drama ja logisch. Was aber sieht das Drehbuch vor? Einen Psychiater, der ihn aufgrund Cricks Annahme Charakter einer Storyline zu sein, kurzerhand auf einen Literaturprofessor (Hoffmann) verweist! Hallo? Wieso ist er davon so schnell überzeugt? Wo würde ich denn landen, wenn ich zum Psychiater sage: ‚Tja, ich höre eine Stimme und bin mir sicher die Heldin eines Buches zu sein’! Wo bleibt die Realität eines Dramas? Trockene dramaähnliche Worte machen kein Drama! Seinen Job trotzdem weiterführend besucht er etwas später für ein Audit die tattoobehackte Ana Pascal (Maggie Gyllenhaal), wobei ihm die Stimme Dinge an ihr aufweist, an die er selbst nicht dachte – Sexappeal, schöne Brüste etc. Da kommen wir jetzt zur Romanze. Die – man denkt es sich schon – wieder einmal angespielt aber nicht durchgeführt wird. Aus der Romanze wird mehr Comedy, die etliche Filmminuten später wieder zur Romanze wird als er ihr beichtet in sie verliebt zu sein. Fantasie wird dann erst daraus, als mirnichtsdirnichts Crick den Stimmenübeltäter herausfindet – Kay Eiffel (Emma Thompson). Er sieht sie im Fernsehen, weiß sie ist es, ruft sie an, sie treffen sich, sie ist erschrocken, bumm. Fantasy! Warum er ihre getippten Worte hört? Keiner weiß es. Man geht der Sache nicht mal auf den Grund. Sie ist sich nur sicher, mit ihren vorherigen 8 Büchern logischerweise auch 8 unschuldige Menschen getötet zu haben. Wow!
Alle 4 Facetten allein hätten einen absolut guten Film aus „Stranger than Fiction“ machen können. Das Thema hätte sowohl lustig als auch dramatisch sein können. Zusammen aber, mit jeweils einen Unterton des anderen Genres, machen sie keinen Sinn. Sie unterhalten – machen aber keinen Sinn. Schauspielertechnisch kann man auch nicht viel sagen. Gyllenhaal – im Gegensatz zu ihrem Bruder – mag ich in keinem Film wirklich sehr. Irgendwie ist sie mir unsympathisch, zu schlaksig und esoterisch angehaucht. Hoffmann und Thompson spielen gewohnt gut. Und Ferrell, mit der schwierigsten Aufgabe von allen, hätte ich gern wieder in einer Comedy. Ich mag ihn, ich lach gern über ihn und ich bin ein Fan. Also warte ich auf ‘Blades of Glory’!
Natürlich verstehe ich trotz alledem die Mitteilung des Filmes. Man soll jeden Tag leben, als wäre es der letzte. Genieße es in vollen Zügen. Mit Comedy, Drama, Romanzen und Fantasy. Gut und schön. Aber während üblicherweise der Mensch jedes einzelne Genre in vollen Zügen – und meist mehr als ihm lieb ist – erlebt, hat das ‚Stranger than Fiction’ Filmkonzept keine wirkliche Ahnung davon, was er damit anfangen soll. Schade eigentlich…

Stranger than Fiction

Will Ferrell hat mich seit seiner Zeit bei ‚Saturday Night Life’ immer wieder zum Lachen gebracht. Er hat einfach diese bestimmte blanke Gesichtsgestik, diese vollkommen unglamouröse Statur und diese wilde Lockenpracht. Egal in welcher Rolle er mir im Fernsehen oder auf der Leinwand über den Weg läuft – der Mann ist einfach typcasted und sollte sich niemals in Dramen, Thriller oder Lovestories verrennen.

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FIlmreview: The Queen

Posted by Reviewnator on Februar 14 2007 Add Comments
Es war ein schwarzer Tag für die britische Monarchie als Prinzessin Diana starb. Doch es war eine fatale Woche für die britische Monarchie, als sie Dianas Einfluss unterschätzte!
Es gibt Momente im Leben bei denen man sich heute noch genau daran erinnern kann, wo man war, wie man reagierte oder was einem zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf ging. Sie scheinen im Hirn für immer eingebrannt zu sein. Für manche ist es der Tag an dem Elvis starb, für andere der an dem John Lennon starb und für mich ist es der Tag an dem die Nachricht über Prinzessin Dianas Tod wie ein Lauffeuer durch die Medien lief. Eine traurige und gleichzeitig unfassbare Mitteilung bei der für einen Moment lang alles um einen herum schien stehen zu bleiben. Doch während Millionen von Menschen in der ganzen Welt schockiert die Nachrichten verfolgten, spielten sich in den Korridoren des Balmoral Castles unerklärliche Szenen ab. Szenen, die der Queen von England fast ihren Thron gekostet haben. Szenen, die der Regisseur Steven Frears jetzt allen Kinogängern in seinem neuen Film „The Queen“ meisterhaft darstellt. Was passierte wirklich hinter geschlossenen Türen nach Dianas Tod? Der Film zeigt uns eine Welt die festhält an der Tradition „duty first, self second“.
Tony Blair (Michael Sheen), ein junger ambitionierter Modernisierer, wurde gerade zum neuen Prime Minister Englands gewählt als im Sommer 1997 die Nachricht von Dianas tödlichem Unfall bekannt wird. Voraussehend, das dies katastrophale Emotionen unter dem britischen Volk auslösen wird, bereitet sich Blair schon in der Todesnacht auf Interviews und Reden der Anteilnahme vor. Doch während er und seine Berater noch nach den richtigen Worten suchen, spielt sich im Fernsehzimmer auf Balmoral Castle ein ganz anderes Bild wieder. Queen Mum, Prinz Phillip und Queen Elizabeth (Helen Mirren) sind nämlich davon überzeugt, das der Tod Dianas aufgrund ihres inzwischen eingenommenen Status außerhalb der Krone eine rein private Angelegenheit ist. Kein Mitglied der königlichen Familie wird öffentlich ein Interview geben. Schockiert über das Desinteresse der Hoheiten, versucht er sie immer wieder vergeblich eines Besseren zu überreden. Doch egal was er tut, Blair stößt bei der Queen auf Granit. Angefeuert von Prinz Philip, handelt sie dienstgerecht nach strengem jahrhunderte altem königlichem Protokoll. Speziell Prinz Philip denkt eine Ablenkung der Hinterbliebenen Jungs mit Jagen statt trauern tut ihnen gut. In London mittlerweile aber eskaliert die Situation. Der Aufschrei des Volkes, welches sich zu Tausenden vor dem Buckingham Palace befindet, bringt eine hässliche Schlagzeile nach der anderen auf die Titelseiten der Zeitungen. Queen Elizabeth II. muss zugeben ihr eigenes Volk nicht mehr zu verstehen. Noch nie in ihrem Leben wurde sie so gehasst. Eine Situation, die ihr zu schaffen macht und sie dazu bringt mit jahrhundertealten Traditionen zu brechen.
Helen Mirren verdient jeden Preis der irgendwie nur möglich ist für diese Rolle. Ihr Portrait der grauhaarigen steifen Eminenz gleicht der von eineiigen Zwillingen. Mit Perfektion meistert sie Queen Elizabeths Persona, die sich im Laufe des Filmes dazu gezwungen sieht, dem Druck der trauernden Bevölkerung nachzugeben und persönliche Gefühle zusammen mit staubigem Protokoll beiseite zu legen. „The Queen“ bringt uns hinter die Kulissen der Stahltore zu einer Zeit, in der sich ganz England in tiefer Trauer um ihre Prinzessin der Herzen befand. Er zeigt uns wie die einzelnen Mitglieder der Royal Family und No 10. Downing Street mit dieser Tragödie umgingen. Ob es sich dabei nun um rein fiktionale Ereignisse handelt oder nicht sei dahingestellt. Frears Regieführung, Szenen mit den wirklichen Bildern Dianas, den Nachrichten, Zeitungsausschnitten und vor allem mit Mitschnitten der wütenden Bevölkerung zu verbinden, lässt zumindest einen Funken Wahrheit annehmen. Und wenn man bedenkt das Drehbuchautor Peter Morgan angeblich hervorragende Quellen innerhalb des Palastes interviewte, wird „The Queen“ geradezu zum Dokumentarfilm. Doch das Drama des Filmes liegt darin, dass die Queen irgendwann ihren Fehler im Urteilsvermögen einsieht und wie sehr sie dieses emotional mitnimmt. Für sie war Diana eine schamlose Ex-Schwiegertochter mit Celebrity Status die die Kamera suchte. Fürs Volk die Frau, die sich gegen den Palast wehrte und die sich um Arme und Notbedürftige kümmerte. Eine Falscheinschätzung, die noch heute schwer auf der britischen Krone lastet.
Doch auch wenn die tatsächliche Handhabung Queen Elizabeths fast eine Meuterei auslöste, spielt Mirren sie mit soviel Wärme, dass sie einem schon wieder leid tut. Man fängt an sie zu verstehen. Ihre Herkunft, ihre Kindheit und ihr Aufwachsen im Krieg haben sie geprägt, machten sie zu dem was sie ist. Trotz diesem groben Fehler im Jahr 1997, wird ihr letztendlich vergeben. Eine fantastische Leistung Mirrens, die ja im Vorhinein bei der Queen um Erlaubnis für die Rolle bat. Und ein großes Plus für die Queen, die dem zusprach.
Michael Sheen, der ebenfalls seiner Rolle absolut gerecht wird – einschließlich überzogenem Grinsen – sollte vom echten Blair eine Medaille bekommen. Er trägt dazu bei, dem Zuschauer (Briten) noch einmal seine politische Anfangszeit und den gefundenen Respekt vor der Königin vor Augen zu führen. Sein Image wird – unter gegebenen Umständen – noch einmal aufpoliert. Das von Cherie Blair allerdings nicht. Sie wird, portraitiert von Helen McCrory als Gegner der Monarchie, anhand des Filmes wohl nicht mehr zu offiziellen Anlässen eingeladen werden. Hervorragende Leistung ihrerseits, sowohl schauspielerisch als auch visuell.
Doch kommen wir zu den Hoheiten Philip (James Cromwell) und Charles (Alex Jennings). Mit einer gewissen Ähnlichkeit ihren Originalen gegenüber, verkörpern sie auch die benötigte Stimmung. Philip wird zum sarkastischen Ekelpaket ohne jegliche Emotionen und Charles zum hilflosen aber gut meinenden Weichei auf der Suche nach Respekt. Charaktere also, die dem heutigen Bild ihrerseits nicht wirklich widersprechen. Was man aber wohl ganz bewusst ausgelassen hat, ist die Darstellung der Prinzen William und Harry. Als Söhne Dianas mit denen man zumindest jetzt noch kein Hühnchen zu rupfen hat, werden sie nur immer wieder mal kurzzeitig erwähnt. Von jeglicher visueller Darstellung ihrerseits, sei es hinsichtlich Trauer, Gemüt oder Kommunikation wird in diesem Film Abstand genommen. Eine meiner Meinung nach respektvolle Haltung dem populäreren späteren König gegenüber.
Doch auch wenn der Film zu 99 % grandios ist, muss sich Frears in Bezug auf die Szene mit dem in Angst lebenden graziösen Hirsch klar geschlagen geben. Gut gemeint als symbolische Begegnung zwischen der Queen und Diana, weicht die Darstellung ein wenig vom ursprünglichen Ton des Filmes ab. Man hätte hier sicher andere Möglichkeiten finden können.
Letztendlich ist „The Queen“ aber ein wunderbares Werk des Regisseurs Stephen Frears und des Drehbuchautors Peter Morgan, die uns als heimliche Voyeure des Palastes eine Welt eingestaubter Traditionen näher bringen. Der Film offenbart, schockiert und erklärt Handlungen einer Königin, die es einfach nicht besser wusste. Mit Charme, Witz und Vergebung. England ohne Monarchie, wäre nicht England. Long live the Queen.

The Queen

Es war ein schwarzer Tag für die britische Monarchie als Prinzessin Diana starb. Doch es war eine fatale Woche für die britische Monarchie, als sie Dianas Einfluss unterschätzte!

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Filmreview: Das Streben nach Glück

Posted by Reviewnator on Februar 13 2007 Add Comments
Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. So wird es doch immer wieder angepriesen, wenn es sich um Zukunftsträume handelt. Jährlich versuchen Millionen von Menschen dort ihr Glück, vom Tellerwäscher zum Millionär aufzusteigen. Dabei vergessen viele, dass jährlich Millionen von Menschen auf ihrem Weg dahin einfach nur versuchen, ein Dach über dem Kopf zu behalten. Ein Paradebeispiel dafür ist Chris Gardner. Ein intelligenter und arbeitswilliger Ehemann und Vater, der trotz immer wiederkehrender Enttäuschungen täglich ums Überleben seiner Träume kämpft. Basierend auf einem 20/20 Bericht über den jetzigen erfolgreichen San Francisco Börsenmakler, der einst Armut, Schulden und Obdachlosigkeit durchlebte, hat sich Regisseurin Gabriele Muccino und Drehbuchautor Steven Conrad seiner Geschichte angenommen.
San Francisco 1981. Chris Gardner (Will Smith) und seine Frau Linda (Thandie Newton) führen ein typisch amerikanisches Leben an der Grenze zur Armut. Nachdem beide vor 5 Jahren von der Idee überzeugt waren all ihr Gespartes in teures medizinisches Equipment zu investieren um es profitreich an Krankenhäuser zu verkaufen, sitzen sie heute immer noch auf der Hälfte der teuren Scanner rum. Ihr Geld ist knapp, ihr Essen rar und ihre Miete im Rückstand. Doch auch wenn Chris mit Anzug und Krawatte nicht aufgibt die Geräte ambitioniert an den Mann bringen zu wollen, muss Linda inzwischen schon Doppelschichten in schlecht bezahlten Jobs annehmen. Eine Situation, die sich stark auf ihre Beziehung auswirkt. Sogar so sehr, dass sie sich eines Tages einfach ihren Sohn Christopher (Jaden Smith) schnappt mit der Idee, zu ihrer Schwester nach New York zu reisen. Und der Moment hätte nicht schlechter gewählt sein können für den hingebungsvollen Vater. Chris hat nämlich nach gezeigter Beharrlichkeit mehr schlecht als recht eine 6-monatige Wettkampf bestimmende Praktikantenstelle beim Börsenmakler Dean Witter erhalten. Unbezahlt und für eine zukünftige Anstellung mit mehr Risiken als Versprechungen verbunden, kann er Linda in letzter Minute jedoch davon überzeugen, das alleinige Sorgerecht zu bekommen. Doch das Leben ist wie immer alles andere als gerecht und unglückliche Umstände scheinen Chris geradezu zu verfolgen. Denn während er nun tagsüber versucht mit seinem Potential ein geordnetes Leben zu erzielen, muss er nachts stets nach einer Unterkunft für ihn und seinen Sohn ringen. Er begibt sich auf eine Odyssee an der physischen und emotionalen Grenze der Machbarkeit.
Der Film wurde vom realen Leben des Chris Gardners, der inzwischen seine Autobiographie geschrieben hat, nur leicht abgeändert. Er ist kein Werk das einen himmelhoch jauchzend in gute Stimmung bringen soll, sondern eher eine Widerspiegelung der dramatischen Verhältnisse seines damaligen Lebens. Mehr noch, es ist vor allem ein Film der Vaterliebe portraitiert. Eine Vater-Sohn Beziehung, die buchstäblich durch Dick und Dünn geht.
Will Smith spielt die Rolle des Chris Gardner. Ein Mann der immer beste schulische Noten erzielte und durch ungünstige Zufälle auf der Schattenseite des Lebens landete. Er scheint sich konstant rennend auf dünnem Eis zu befinden mit mehr Töpfen auf dem Herd als er händeln kann. So kümmert er sich um die Erziehung und das Wohlbefinden seines Sohnes während er gleichzeitig aber auch versucht Geld in die Taschen zu bekommen. Aufgeben kommt ihm dabei nicht in den Sinn, denn das würde verlieren bedeuten. Und das letzte was er für seinen Sohn will, ist ein Verlierer zu sein. Smith zeigt dabei zu welch gutem Schauspieler er seit ‚Prince of Bel Air’ herangereift ist und beweist in diesem Film ganze Bandbreite. Doch vielleicht hatte er es auch einfach, mit seinem eigenen Sohn an seiner Seite. Jaden Smith der in der Rolle des Christopher Gardner prämiert, konnte bei seinem Vater mit ein wenig Vorstellungskraft wahrscheinlich besser Emotionen erringen als jeder andere Jungschauspieler. Das fantastische an ihrer Leistung ist die nicht überzogene Beziehung. Sie fühlen sich wohl miteinander ohne sich jedoch übertriebene Aufmerksamkeit zu schenken. Und Jaden hat definitiv Talent. Er könnte die männliche Antwort auf Dakota Fanning sein.
Seine Frau Linda, gespielt von einer knochigen Thandie Newton, kann den Stress und die Sorge ums Überleben nicht mehr länger verkraften. Ihre Liebe zu ihrem Mann scheint sie schon lange verloren zu haben. Und auch wenn sie ihren Sohn liebt, so weiß sie um ihre eigene Unfähigkeit. Newton hat dabei den Part des Bösewichts erwischt. Sie wird in ihrer Rolle als geduldlose Ehefrau und aufgebende Mutter keine Sympathie des Zuschauers erhalten.
Der echte Chris Gardner, der seit Bekanntgabe des Filmes etliche Interviews gab und in unzähligen Talkshows zu sehen war, läuft am Ende des Filmes in teurem Zwirn über SF’s Strassen. Seine Geschichte ist das Sinnbild für das am Anfang erwähnte Sprichwort. Und wahrscheinlich warum auch dieses Jahr wieder horrende Anzahlen an Green Cards ausgestellt werden.
Auch wenn sich der deutsche Titel „Das Streben nach Glück“ eigentlich mehr nach einer Überschrift auf einem Sekten-Handout anhört, handelt der Film doch nur um eines – Vaterliebe. Als Thema noch heute aktuell, zeigt er uns wie nah wir täglich am Abgrund stehen, wie schnell man tief fallen kann und wie schwer es ist aus dem Loch wieder herauszuklettern. Ein Film der das Leben von Millionen von Menschen portraitiert.

Das Streben nach Glück

Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. So wird es doch immer wieder angepriesen, wenn es sich um Zukunftsträume handelt. Jährlich versuchen Millionen von Menschen dort ihr Glück, vom Tellerwäscher zum Millionär aufzusteigen. Dabei vergessen viele, dass jährlich Millionen von Menschen auf ihrem Weg dahin einfach nur versuchen, ein Dach über dem Kopf zu behalten. Ein Paradebeispiel dafür ist Chris Gardner.

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Filmreview: Blood Diamond

Posted by Reviewnator on Februar 2 2007 Add Comments
Selten hat mich ein Thema so bewegt wie der illegale Handel mit so genannten „Blutdiamanten“ auf dem afrikanischen Kontinent. Mit „Blood Diamond“ wird dieses unfassbare Dilemma nun endgültig ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Zeitungen nehmen das Thema wieder auf und selbst der ein oder andere TV-Sender berichtet dieser Tage über die schrecklichen Ereignisse Mitte und Ende der 90er im zweitärmsten Land dieser Erde: Sierra Leone.
Ob man will oder nicht – jeder einzelne von uns wird noch immer mit den blutigen Diamanten konfrontiert, nämlich in den unzähligen Schaufenstern der Juweliers. Tragischerweise geschieht dies nur unterbewusst, denn wer weiß schon, dass die Klunker in der Auslage von Swarovski und Co. eventuell aus den Krisengebieten Sierra Leone, Liberia oder Guinea stammen könnten. Trotz angeblich beendetem Krieg in diesen Regionen und dem scheinbar glaubhaften Gütesiegel „konfliktfrei“ gelangen beispielsweise über Angola noch immer illegale Blutdiamanten auf den europäischen Markt, die vorher in Indien mit konfliktfreien Steinen gemischt wurden. Und obwohl man über dieses Thema ein 12-seitiges Essay schreiben könnte, hat es Regisseur Edward Zwick geschafft, mit „Blood Diamond“ einen äußerst dichten, kritischen und informativen Thriller zu kreieren.
Danny Archer (Leonardo DiCaprio) ist ein knallharter Diamantenschmuggler. Durch den frühen und gewaltvollen Verlust der Eltern und andauernden Auseinandersetzungen mit der Regierung Sierra Leones und der Revolutionary United Front (RUF) wirkt der frühere Soldat gefühlskalt und skrupellos. Als er wegen Diamantenschmuggels festgenommen wird, trifft er in einem Gefängnis einen Mann, der angeblich einen rosaroten Stein von der Größe eines Frühstückseis gefunden und anschließend in den Regenwäldern Sierra Leones vergraben haben soll. Danny versucht mit allen Mitteln den Stein zu bekommen, der zugleich sein Ticket raus aus einem vom Bürgerkrieg zermürbten Land ist. Doch als er die Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly) kennen lernt und vom tragischen Schicksal seines Wegbegleiters Solomon Vandy erfährt, beginnt Archer über sich selbst und seine permanent abweisende Art nachzudenken. Der Reiz des großen, rosa Steins überwiegt im Endeffekt aber doch und so kommt es zu einer riskanten Suche nach dem Schatz, auf der Solomon seinen 10-jährigen Sohn wieder trifft, der in der Zwischenzeit ein Mitglied der RUF geworden ist.
Normalerweise tut es politisch orientierten Filmen nicht gut, wenn große Schauspielernamen wie die eines DiCaprios oder einer Jennifer Connelly die eigentliche Handlung in den Hintergrund drängen. Glücklicherweise ist das bei „Blood Diamond“ nicht der Fall und so ist man doch positiv überrascht, wie hart die Story die blutige Diamantenpolitik Afrikas und des Westens bloß stellt. Gerade erwähnter Leonardo DiCaprio spielt ganz nebenbei die Rolle seines Lebens. Schon nach „The Departed“ konnte man tendenziell erkennen, dass die Liebhaberzeiten Leos passé sind. „Blood Diamond“ unterstreicht diese Tendenz voll und ganz und schlussendlich muss jeder loyale Zuschauer eingestehen: DiCaprio eignet sich exzellent für solche Rollen. Jennifer Connelly spielt dabei den perfekten Konterpart. Neben nicht unerheblichem schauspielerischen Talent verfügt sie über eine faszinierende Ausstrahlung, die durch Reife und charakteristische Züge geprägt ist.
„Blood Diamond“ ist das erste Kino-Highlight des noch jungen Jahres 2007. Ein unfassbar packender Film über den grausamen Schmuggel der Blutdiamanten und über ein Land, das in vielen Sagen vorkommt, dessen Realität wahrscheinlich aber noch erheblich ernüchternder aussehen mag. Nach diesem Film und einer anschließenden Internet-Recherche könnten selbst leidenschaftliche Jesus-Piece Träger und Pseudo-Pall-Wall-Griller zur Vernunft kommen und endlich begreifen, dass wahrscheinlich Unmengen afrikanisches Blut für die kostbaren Edelsteine am Hals geflossen ist. „In America it is bling, bling. Here it is bling, bang!” (Danny Archer)

Blood Diamond

Selten hat mich ein Thema so bewegt wie der illegale Handel mit so genannten „Blutdiamanten“ auf dem afrikanischen Kontinent. Mit „Blood Diamond“ wird dieses unfassbare Dilemma nun endgültig ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Zeitungen nehmen das Thema wieder auf und selbst der ein oder andere TV-Sender berichtet dieser Tage über die schrecklichen Ereignisse Mitte und Ende der 90er im zweitärmsten Land dieser Erde: Sierra Leone.

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Tino geht ins Kino – I SAW you there

Posted by Tino Socaly on Februar 1 2007 Add Comments

Tino geht ins Kino: Saw III
Weil diese Kolumne ja logischerweise eine ziemlich subjektive Sache ist, muss ich mal wieder nur aus meiner Sicht sprechen. Diesmal geht es (aufmerksame Leser des Titels ahnen es bereits) um Jigsaw, unseren Lieblingskiller aus der „Saw“-Trilogie.

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