Posted by Reviewnator on Februar-2-2007 Add Comments
Selten hat mich ein Thema so bewegt wie der illegale Handel mit so genannten „Blutdiamanten“ auf dem afrikanischen Kontinent. Mit „Blood Diamond“ wird dieses unfassbare Dilemma nun endgültig ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Zeitungen nehmen das Thema wieder auf und selbst der ein oder andere TV-Sender berichtet dieser Tage über die schrecklichen Ereignisse Mitte und Ende der 90er im zweitärmsten Land dieser Erde: Sierra Leone.
Ob man will oder nicht – jeder einzelne von uns wird noch immer mit den blutigen Diamanten konfrontiert, nämlich in den unzähligen Schaufenstern der Juweliers. Tragischerweise geschieht dies nur unterbewusst, denn wer weiß schon, dass die Klunker in der Auslage von Swarovski und Co. eventuell aus den Krisengebieten Sierra Leone, Liberia oder Guinea stammen könnten. Trotz angeblich beendetem Krieg in diesen Regionen und dem scheinbar glaubhaften Gütesiegel „konfliktfrei“ gelangen beispielsweise über Angola noch immer illegale Blutdiamanten auf den europäischen Markt, die vorher in Indien mit konfliktfreien Steinen gemischt wurden. Und obwohl man über dieses Thema ein 12-seitiges Essay schreiben könnte, hat es Regisseur Edward Zwick geschafft, mit „Blood Diamond“ einen äußerst dichten, kritischen und informativen Thriller zu kreieren.
Danny Archer (Leonardo DiCaprio) ist ein knallharter Diamantenschmuggler. Durch den frühen und gewaltvollen Verlust der Eltern und andauernden Auseinandersetzungen mit der Regierung Sierra Leones und der Revolutionary United Front (RUF) wirkt der frühere Soldat gefühlskalt und skrupellos. Als er wegen Diamantenschmuggels festgenommen wird, trifft er in einem Gefängnis einen Mann, der angeblich einen rosaroten Stein von der Größe eines Frühstückseis gefunden und anschließend in den Regenwäldern Sierra Leones vergraben haben soll. Danny versucht mit allen Mitteln den Stein zu bekommen, der zugleich sein Ticket raus aus einem vom Bürgerkrieg zermürbten Land ist. Doch als er die Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly) kennen lernt und vom tragischen Schicksal seines Wegbegleiters Solomon Vandy erfährt, beginnt Archer über sich selbst und seine permanent abweisende Art nachzudenken. Der Reiz des großen, rosa Steins überwiegt im Endeffekt aber doch und so kommt es zu einer riskanten Suche nach dem Schatz, auf der Solomon seinen 10-jährigen Sohn wieder trifft, der in der Zwischenzeit ein Mitglied der RUF geworden ist.
Normalerweise tut es politisch orientierten Filmen nicht gut, wenn große Schauspielernamen wie die eines DiCaprios oder einer Jennifer Connelly die eigentliche Handlung in den Hintergrund drängen. Glücklicherweise ist das bei „Blood Diamond“ nicht der Fall und so ist man doch positiv überrascht, wie hart die Story die blutige Diamantenpolitik Afrikas und des Westens bloß stellt. Gerade erwähnter Leonardo DiCaprio spielt ganz nebenbei die Rolle seines Lebens. Schon nach „The Departed“ konnte man tendenziell erkennen, dass die Liebhaberzeiten Leos passé sind. „Blood Diamond“ unterstreicht diese Tendenz voll und ganz und schlussendlich muss jeder loyale Zuschauer eingestehen: DiCaprio eignet sich exzellent für solche Rollen. Jennifer Connelly spielt dabei den perfekten Konterpart. Neben nicht unerheblichem schauspielerischen Talent verfügt sie über eine faszinierende Ausstrahlung, die durch Reife und charakteristische Züge geprägt ist.
„Blood Diamond“ ist das erste Kino-Highlight des noch jungen Jahres 2007. Ein unfassbar packender Film über den grausamen Schmuggel der Blutdiamanten und über ein Land, das in vielen Sagen vorkommt, dessen Realität wahrscheinlich aber noch erheblich ernüchternder aussehen mag. Nach diesem Film und einer anschließenden Internet-Recherche könnten selbst leidenschaftliche Jesus-Piece Träger und Pseudo-Pall-Wall-Griller zur Vernunft kommen und endlich begreifen, dass wahrscheinlich Unmengen afrikanisches Blut für die kostbaren Edelsteine am Hals geflossen ist. „In America it is bling, bling. Here it is bling, bang!” (Danny Archer)
Selten hat mich ein Thema so bewegt wie der illegale Handel mit so genannten „Blutdiamanten“ auf dem afrikanischen Kontinent. Mit „Blood Diamond“ wird dieses unfassbare Dilemma nun endgültig ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Zeitungen nehmen das Thema wieder auf und selbst der ein oder andere TV-Sender berichtet dieser Tage über die schrecklichen Ereignisse Mitte und Ende der 90er im zweitärmsten Land dieser Erde: Sierra Leone.
Ob man will oder nicht – jeder einzelne von uns wird noch immer mit den blutigen Diamanten konfrontiert, nämlich in den unzähligen Schaufenstern der Juweliers. Tragischerweise geschieht dies nur unterbewusst, denn wer weiß schon, dass die Klunker in der Auslage von Swarovski und Co. eventuell aus den Krisengebieten Sierra Leone, Liberia oder Guinea stammen könnten. Trotz angeblich beendetem Krieg in diesen Regionen und dem scheinbar glaubhaften Gütesiegel „konfliktfrei“ gelangen beispielsweise über Angola noch immer illegale Blutdiamanten auf den europäischen Markt, die vorher in Indien mit konfliktfreien Steinen gemischt wurden. Und obwohl man über dieses Thema ein 12-seitiges Essay schreiben könnte, hat es Regisseur Edward Zwick geschafft, mit „Blood Diamond“ einen äußerst dichten, kritischen und informativen Thriller zu kreieren.
Danny Archer (Leonardo DiCaprio) ist ein knallharter Diamantenschmuggler. Durch den frühen und gewaltvollen Verlust der Eltern und andauernden Auseinandersetzungen mit der Regierung Sierra Leones und der Revolutionary United Front (RUF) wirkt der frühere Soldat gefühlskalt und skrupellos. Als er wegen Diamantenschmuggels festgenommen wird, trifft er in einem Gefängnis einen Mann, der angeblich einen rosaroten Stein von der Größe eines Frühstückseis gefunden und anschließend in den Regenwäldern Sierra Leones vergraben haben soll. Danny versucht mit allen Mitteln den Stein zu bekommen, der zugleich sein Ticket raus aus einem vom Bürgerkrieg zermürbten Land ist. Doch als er die Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly) kennen lernt und vom tragischen Schicksal seines Wegbegleiters Solomon Vandy erfährt, beginnt Archer über sich selbst und seine permanent abweisende Art nachzudenken. Der Reiz des großen, rosa Steins überwiegt im Endeffekt aber doch und so kommt es zu einer riskanten Suche nach dem Schatz, auf der Solomon seinen 10-jährigen Sohn wieder trifft, der in der Zwischenzeit ein Mitglied der RUF geworden ist.
Normalerweise tut es politisch orientierten Filmen nicht gut, wenn große Schauspielernamen wie die eines DiCaprios oder einer Jennifer Connelly die eigentliche Handlung in den Hintergrund drängen. Glücklicherweise ist das bei „Blood Diamond“ nicht der Fall und so ist man doch positiv überrascht, wie hart die Story die blutige Diamantenpolitik Afrikas und des Westens bloß stellt. Gerade erwähnter Leonardo DiCaprio spielt ganz nebenbei die Rolle seines Lebens. Schon nach „The Departed“ konnte man tendenziell erkennen, dass die Liebhaberzeiten Leos passé sind. „Blood Diamond“ unterstreicht diese Tendenz voll und ganz und schlussendlich muss jeder loyale Zuschauer eingestehen: DiCaprio eignet sich exzellent für solche Rollen. Jennifer Connelly spielt dabei den perfekten Konterpart. Neben nicht unerheblichem schauspielerischen Talent verfügt sie über eine faszinierende Ausstrahlung, die durch Reife und charakteristische Züge geprägt ist.
„Blood Diamond“ ist das erste Kino-Highlight des noch jungen Jahres 2007. Ein unfassbar packender Film über den grausamen Schmuggel der Blutdiamanten und über ein Land, das in vielen Sagen vorkommt, dessen Realität wahrscheinlich aber noch erheblich ernüchternder aussehen mag. Nach diesem Film und einer anschließenden Internet-Recherche könnten selbst leidenschaftliche Jesus-Piece Träger und Pseudo-Pall-Wall-Griller zur Vernunft kommen und endlich begreifen, dass wahrscheinlich Unmengen afrikanisches Blut für die kostbaren Edelsteine am Hals geflossen ist. „In America it is bling, bling. Here it is bling, bang!” (Danny Archer)