10th September 2010

Filmreview: Hannibal Rising

Posted by Reviewnator on Februar-27-2007 Add Comments
Damals, als „Das Schweigen der Lämmer“ in die Kinos kam, war ich gerade einmal 6 Jahre alt. Mit sieben sah ich dann die Free-TV Premiere und konnte mehr als eine Nacht nicht gut einschlafen. Ein Klassiker war geboren. Mit „Hannibal Rising“, der die Jugend des Hannibal Lector versucht zu erklären, wird der Mythos um den Kannibale nun endgültig beerdigt.
Mittlerweile umfasst die Hannibal-Reihe insgesamt vier Filme. Davon ist einer der oben erwähnte Klassiker, die restlichen drei kommerzielle Ausschlachtung einer visionären Filmidee. Konnte man bei „Hannibal“, der zweiten Auskopplung, noch einen roten Faden erkennen und schauspiel-technisch dem alternden Anthony Hopkins wenig Kritik anhaften, waren „Roter Drache“ und nun aktuell „Hannibal Rising“ eine einzige Enttäuschung.
Im neuen – und hoffentlich letzten – Streifen geht es nun also um die Kindheit und Jugend Lectors. Kurz: Wie wurde ein normaler Junge zu einer menschenfressenden Bestie? Dass man diese Frage relativ kreativ lösen kann, dürfte nicht nur eingeschworenen Hannibal Fans bekannt sein. Was jedoch schlussendlich bei Peter Webbers Film heraus gekommen ist, kann man nicht mal ansatzweise einfallsreich nennen. Ein bisschen zu leicht wollte es sich Herr Webber hier machen. Wenn also aus einem guten Menschen ein schlechter wird, wer ist dann schuld? Na klar, die Nazis! Die sind ja im Grunde an allem Schuld, was in den letzten 50 Jahren so auf dem Erdball passiert ist.
Nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, der Reviewnator würde mit dem rechten Flügel liebäugeln, weit gefehlt. Nichts liegt mir als weltoffenem Mensch ferner als mich auf die Seite der Nazis zu stellen. Was ich versuche zu vermitteln ist, dass man sich etwas intelligenteres hätte einfallen lassen können, als den kleinen Hannibal Lector dabei zusehen zu lassen, wie ein paar Nazi-Offiziere aus Nahrungsmangel dessen kleine Schwester verspeisen. Nebenbei erschießt man dann noch Mutter und Vater und siehe da: Hannibal rising.
Nachdem Lector, gespielt vom ziemlich profillosen Gaspard Ulliel, einmal den psychischen Knacks weg hat, begibt er sich auf den Weg nach Frankreich, wo das einzig übrig gebliebene Familienmitglied, seine Tante Lady Murasaki sesshaft geworden ist. Die trickreiche Asiatin lehrt ihm fortan japanische Kampfkünste und den Umgang mit dem Samuraischwert. Und wie der kranke Hannibal nun mal veranlagt ist, killt er eben den Metzger im Wald. Training unter realen Bedingungen könnte man das nennen. Nachdem er also seinen Body auf Fordermann gebracht hat, macht er sich auf die Jagd nach seinen ehemaligen Peinigern, den Nazi-Offizieren, die nun seltsamerweise ein recht wohliges Leben im Exil führen. Lector rächt sich an einem nach dem anderen und hinterlässt dabei Spuren. Spuren, die Kommissar Popil (Dominic West) findet und trotzdem aus unersichtlichen Gründen nicht gerade mit Nachdruck verfolgt. Am Ende erfährt man noch nicht einmal, wie Hannibal in die Zelle kam, in der er zu Beginn von „Schweigen der Lämmer“ sitzt. Wirklich schade.
„Hannibal Rising“ ist nichts weiter, als ein misslungener Versuch zu beschreiben, wie aus einem wohlbehüteten Menschen ein Monster wurde. Dass dabei die böse Nazi-Idee ausgegraben wurde, überraschte mich erheblich – und zwar im negativen Sinne. Bereits nach 20 Minuten des Films wird klar, dass hier nichts bahnbrechendes mehr passieren wird. Und dabei hatte die Story doch so viel Potential. Man kann am Ende nur hoffen, dass die Ausschlachtung des Hannibal Mythos keine Fortsetzung mehr findet.

Hannibal Rising

Damals, als „Das Schweigen der Lämmer“ in die Kinos kam, war ich gerade einmal 6 Jahre alt. Mit sieben sah ich dann die Free-TV Premiere und konnte mehr als eine Nacht nicht gut einschlafen. Ein Klassiker war geboren. Mit „Hannibal Rising“, der die Jugend des Hannibal Lector versucht zu erklären, wird der Mythos um den Kannibale nun endgültig beerdigt.

Mittlerweile umfasst die Hannibal-Reihe insgesamt vier Filme. Davon ist einer der oben erwähnte Klassiker, die restlichen drei kommerzielle Ausschlachtung einer visionären Filmidee. Konnte man bei „Hannibal“, der zweiten Auskopplung, noch einen roten Faden erkennen und schauspiel-technisch dem alternden Anthony Hopkins wenig Kritik anhaften, waren „Roter Drache“ und nun aktuell „Hannibal Rising“ eine einzige Enttäuschung.

Im neuen – und hoffentlich letzten – Streifen geht es nun also um die Kindheit und Jugend Lectors. Kurz: Wie wurde ein normaler Junge zu einer menschenfressenden Bestie? Dass man diese Frage relativ kreativ lösen kann, dürfte nicht nur eingeschworenen Hannibal Fans bekannt sein. Was jedoch schlussendlich bei Peter Webbers Film heraus gekommen ist, kann man nicht mal ansatzweise einfallsreich nennen. Ein bisschen zu leicht wollte es sich Herr Webber hier machen. Wenn also aus einem guten Menschen ein schlechter wird, wer ist dann schuld? Na klar, die Nazis! Die sind ja im Grunde an allem Schuld, was in den letzten 50 Jahren so auf dem Erdball passiert ist.

Hannibal Rising

Nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, der Reviewnator würde mit dem rechten Flügel liebäugeln, weit gefehlt. Nichts liegt mir als weltoffenem Mensch ferner als mich auf die Seite der Nazis zu stellen. Was ich versuche zu vermitteln ist, dass man sich etwas intelligenteres hätte einfallen lassen können, als den kleinen Hannibal Lector dabei zusehen zu lassen, wie ein paar Nazi-Offiziere aus Nahrungsmangel dessen kleine Schwester verspeisen. Nebenbei erschießt man dann noch Mutter und Vater und siehe da: Hannibal rising.

Nachdem Lector, gespielt vom ziemlich profillosen Gaspard Ulliel, einmal den psychischen Knacks weg hat, begibt er sich auf den Weg nach Frankreich, wo das einzig übrig gebliebene Familienmitglied, seine Tante Lady Murasaki sesshaft geworden ist. Die trickreiche Asiatin lehrt ihm fortan japanische Kampfkünste und den Umgang mit dem Samuraischwert. Und wie der kranke Hannibal nun mal veranlagt ist, killt er eben den Metzger im Wald. Training unter realen Bedingungen könnte man das nennen. Nachdem er also seinen Body auf Fordermann gebracht hat, macht er sich auf die Jagd nach seinen ehemaligen Peinigern, den Nazi-Offizieren, die nun seltsamerweise ein recht wohliges Leben im Exil führen. Lector rächt sich an einem nach dem anderen und hinterlässt dabei Spuren. Spuren, die Kommissar Popil (Dominic West) findet und trotzdem aus unersichtlichen Gründen nicht gerade mit Nachdruck verfolgt. Am Ende erfährt man noch nicht einmal, wie Hannibal in die Zelle kam, in der er zu Beginn von „Schweigen der Lämmer“ sitzt. Wirklich schade.

„Hannibal Rising“ ist nichts weiter, als ein misslungener Versuch zu beschreiben, wie aus einem wohlbehüteten Menschen ein Monster wurde. Dass dabei die böse Nazi-Idee ausgegraben wurde, überraschte mich erheblich – und zwar im negativen Sinne. Bereits nach 20 Minuten des Films wird klar, dass hier nichts bahnbrechendes mehr passieren wird. Und dabei hatte die Story doch so viel Potential. Man kann am Ende nur hoffen, dass die Ausschlachtung des Hannibal Mythos keine Fortsetzung mehr findet.

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