Posted by Reviewnator on Februar-14-2007 Add Comments
Es war ein schwarzer Tag für die britische Monarchie als Prinzessin Diana starb. Doch es war eine fatale Woche für die britische Monarchie, als sie Dianas Einfluss unterschätzte!
Es gibt Momente im Leben bei denen man sich heute noch genau daran erinnern kann, wo man war, wie man reagierte oder was einem zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf ging. Sie scheinen im Hirn für immer eingebrannt zu sein. Für manche ist es der Tag an dem Elvis starb, für andere der an dem John Lennon starb und für mich ist es der Tag an dem die Nachricht über Prinzessin Dianas Tod wie ein Lauffeuer durch die Medien lief. Eine traurige und gleichzeitig unfassbare Mitteilung bei der für einen Moment lang alles um einen herum schien stehen zu bleiben. Doch während Millionen von Menschen in der ganzen Welt schockiert die Nachrichten verfolgten, spielten sich in den Korridoren des Balmoral Castles unerklärliche Szenen ab. Szenen, die der Queen von England fast ihren Thron gekostet haben. Szenen, die der Regisseur Steven Frears jetzt allen Kinogängern in seinem neuen Film „The Queen“ meisterhaft darstellt. Was passierte wirklich hinter geschlossenen Türen nach Dianas Tod? Der Film zeigt uns eine Welt die festhält an der Tradition „duty first, self second“.
Tony Blair (Michael Sheen), ein junger ambitionierter Modernisierer, wurde gerade zum neuen Prime Minister Englands gewählt als im Sommer 1997 die Nachricht von Dianas tödlichem Unfall bekannt wird. Voraussehend, das dies katastrophale Emotionen unter dem britischen Volk auslösen wird, bereitet sich Blair schon in der Todesnacht auf Interviews und Reden der Anteilnahme vor. Doch während er und seine Berater noch nach den richtigen Worten suchen, spielt sich im Fernsehzimmer auf Balmoral Castle ein ganz anderes Bild wieder. Queen Mum, Prinz Phillip und Queen Elizabeth (Helen Mirren) sind nämlich davon überzeugt, das der Tod Dianas aufgrund ihres inzwischen eingenommenen Status außerhalb der Krone eine rein private Angelegenheit ist. Kein Mitglied der königlichen Familie wird öffentlich ein Interview geben. Schockiert über das Desinteresse der Hoheiten, versucht er sie immer wieder vergeblich eines Besseren zu überreden. Doch egal was er tut, Blair stößt bei der Queen auf Granit. Angefeuert von Prinz Philip, handelt sie dienstgerecht nach strengem jahrhunderte altem königlichem Protokoll. Speziell Prinz Philip denkt eine Ablenkung der Hinterbliebenen Jungs mit Jagen statt trauern tut ihnen gut. In London mittlerweile aber eskaliert die Situation. Der Aufschrei des Volkes, welches sich zu Tausenden vor dem Buckingham Palace befindet, bringt eine hässliche Schlagzeile nach der anderen auf die Titelseiten der Zeitungen. Queen Elizabeth II. muss zugeben ihr eigenes Volk nicht mehr zu verstehen. Noch nie in ihrem Leben wurde sie so gehasst. Eine Situation, die ihr zu schaffen macht und sie dazu bringt mit jahrhundertealten Traditionen zu brechen.
Helen Mirren verdient jeden Preis der irgendwie nur möglich ist für diese Rolle. Ihr Portrait der grauhaarigen steifen Eminenz gleicht der von eineiigen Zwillingen. Mit Perfektion meistert sie Queen Elizabeths Persona, die sich im Laufe des Filmes dazu gezwungen sieht, dem Druck der trauernden Bevölkerung nachzugeben und persönliche Gefühle zusammen mit staubigem Protokoll beiseite zu legen. „The Queen“ bringt uns hinter die Kulissen der Stahltore zu einer Zeit, in der sich ganz England in tiefer Trauer um ihre Prinzessin der Herzen befand. Er zeigt uns wie die einzelnen Mitglieder der Royal Family und No 10. Downing Street mit dieser Tragödie umgingen. Ob es sich dabei nun um rein fiktionale Ereignisse handelt oder nicht sei dahingestellt. Frears Regieführung, Szenen mit den wirklichen Bildern Dianas, den Nachrichten, Zeitungsausschnitten und vor allem mit Mitschnitten der wütenden Bevölkerung zu verbinden, lässt zumindest einen Funken Wahrheit annehmen. Und wenn man bedenkt das Drehbuchautor Peter Morgan angeblich hervorragende Quellen innerhalb des Palastes interviewte, wird „The Queen“ geradezu zum Dokumentarfilm. Doch das Drama des Filmes liegt darin, dass die Queen irgendwann ihren Fehler im Urteilsvermögen einsieht und wie sehr sie dieses emotional mitnimmt. Für sie war Diana eine schamlose Ex-Schwiegertochter mit Celebrity Status die die Kamera suchte. Fürs Volk die Frau, die sich gegen den Palast wehrte und die sich um Arme und Notbedürftige kümmerte. Eine Falscheinschätzung, die noch heute schwer auf der britischen Krone lastet.
Doch auch wenn die tatsächliche Handhabung Queen Elizabeths fast eine Meuterei auslöste, spielt Mirren sie mit soviel Wärme, dass sie einem schon wieder leid tut. Man fängt an sie zu verstehen. Ihre Herkunft, ihre Kindheit und ihr Aufwachsen im Krieg haben sie geprägt, machten sie zu dem was sie ist. Trotz diesem groben Fehler im Jahr 1997, wird ihr letztendlich vergeben. Eine fantastische Leistung Mirrens, die ja im Vorhinein bei der Queen um Erlaubnis für die Rolle bat. Und ein großes Plus für die Queen, die dem zusprach.
Michael Sheen, der ebenfalls seiner Rolle absolut gerecht wird – einschließlich überzogenem Grinsen – sollte vom echten Blair eine Medaille bekommen. Er trägt dazu bei, dem Zuschauer (Briten) noch einmal seine politische Anfangszeit und den gefundenen Respekt vor der Königin vor Augen zu führen. Sein Image wird – unter gegebenen Umständen – noch einmal aufpoliert. Das von Cherie Blair allerdings nicht. Sie wird, portraitiert von Helen McCrory als Gegner der Monarchie, anhand des Filmes wohl nicht mehr zu offiziellen Anlässen eingeladen werden. Hervorragende Leistung ihrerseits, sowohl schauspielerisch als auch visuell.
Doch kommen wir zu den Hoheiten Philip (James Cromwell) und Charles (Alex Jennings). Mit einer gewissen Ähnlichkeit ihren Originalen gegenüber, verkörpern sie auch die benötigte Stimmung. Philip wird zum sarkastischen Ekelpaket ohne jegliche Emotionen und Charles zum hilflosen aber gut meinenden Weichei auf der Suche nach Respekt. Charaktere also, die dem heutigen Bild ihrerseits nicht wirklich widersprechen. Was man aber wohl ganz bewusst ausgelassen hat, ist die Darstellung der Prinzen William und Harry. Als Söhne Dianas mit denen man zumindest jetzt noch kein Hühnchen zu rupfen hat, werden sie nur immer wieder mal kurzzeitig erwähnt. Von jeglicher visueller Darstellung ihrerseits, sei es hinsichtlich Trauer, Gemüt oder Kommunikation wird in diesem Film Abstand genommen. Eine meiner Meinung nach respektvolle Haltung dem populäreren späteren König gegenüber.
Doch auch wenn der Film zu 99 % grandios ist, muss sich Frears in Bezug auf die Szene mit dem in Angst lebenden graziösen Hirsch klar geschlagen geben. Gut gemeint als symbolische Begegnung zwischen der Queen und Diana, weicht die Darstellung ein wenig vom ursprünglichen Ton des Filmes ab. Man hätte hier sicher andere Möglichkeiten finden können.
Letztendlich ist „The Queen“ aber ein wunderbares Werk des Regisseurs Stephen Frears und des Drehbuchautors Peter Morgan, die uns als heimliche Voyeure des Palastes eine Welt eingestaubter Traditionen näher bringen. Der Film offenbart, schockiert und erklärt Handlungen einer Königin, die es einfach nicht besser wusste. Mit Charme, Witz und Vergebung. England ohne Monarchie, wäre nicht England. Long live the Queen.
Es war ein schwarzer Tag für die britische Monarchie als Prinzessin Diana starb. Doch es war eine fatale Woche für die britische Monarchie, als sie Dianas Einfluss unterschätzte!
Es gibt Momente im Leben bei denen man sich heute noch genau daran erinnern kann, wo man war, wie man reagierte oder was einem zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf ging. Sie scheinen im Hirn für immer eingebrannt zu sein. Für manche ist es der Tag an dem Elvis starb, für andere der an dem John Lennon starb und für mich ist es der Tag an dem die Nachricht über Prinzessin Dianas Tod wie ein Lauffeuer durch die Medien lief. Eine traurige und gleichzeitig unfassbare Mitteilung bei der für einen Moment lang alles um einen herum schien stehen zu bleiben. Doch während Millionen von Menschen in der ganzen Welt schockiert die Nachrichten verfolgten, spielten sich in den Korridoren des Balmoral Castles unerklärliche Szenen ab. Szenen, die der Queen von England fast ihren Thron gekostet haben. Szenen, die der Regisseur Steven Frears jetzt allen Kinogängern in seinem neuen Film „The Queen“ meisterhaft darstellt. Was passierte wirklich hinter geschlossenen Türen nach Dianas Tod? Der Film zeigt uns eine Welt die festhält an der Tradition „duty first, self second“.
Tony Blair (Michael Sheen), ein junger ambitionierter Modernisierer, wurde gerade zum neuen Prime Minister Englands gewählt als im Sommer 1997 die Nachricht von Dianas tödlichem Unfall bekannt wird. Voraussehend, das dies katastrophale Emotionen unter dem britischen Volk auslösen wird, bereitet sich Blair schon in der Todesnacht auf Interviews und Reden der Anteilnahme vor. Doch während er und seine Berater noch nach den richtigen Worten suchen, spielt sich im Fernsehzimmer auf Balmoral Castle ein ganz anderes Bild wieder. Queen Mum, Prinz Phillip und Queen Elizabeth (Helen Mirren) sind nämlich davon überzeugt, das der Tod Dianas aufgrund ihres inzwischen eingenommenen Status außerhalb der Krone eine rein private Angelegenheit ist. Kein Mitglied der königlichen Familie wird öffentlich ein Interview geben. Schockiert über das Desinteresse der Hoheiten, versucht er sie immer wieder vergeblich eines Besseren zu überreden. Doch egal was er tut, Blair stößt bei der Queen auf Granit. Angefeuert von Prinz Philip, handelt sie dienstgerecht nach strengem jahrhunderte altem königlichem Protokoll. Speziell Prinz Philip denkt eine Ablenkung der Hinterbliebenen Jungs mit Jagen statt trauern tut ihnen gut. In London mittlerweile aber eskaliert die Situation. Der Aufschrei des Volkes, welches sich zu Tausenden vor dem Buckingham Palace befindet, bringt eine hässliche Schlagzeile nach der anderen auf die Titelseiten der Zeitungen. Queen Elizabeth II. muss zugeben ihr eigenes Volk nicht mehr zu verstehen. Noch nie in ihrem Leben wurde sie so gehasst. Eine Situation, die ihr zu schaffen macht und sie dazu bringt mit jahrhundertealten Traditionen zu brechen.
Helen Mirren verdient jeden Preis der irgendwie nur möglich ist für diese Rolle. Ihr Portrait der grauhaarigen steifen Eminenz gleicht der von eineiigen Zwillingen. Mit Perfektion meistert sie Queen Elizabeths Persona, die sich im Laufe des Filmes dazu gezwungen sieht, dem Druck der trauernden Bevölkerung nachzugeben und persönliche Gefühle zusammen mit staubigem Protokoll beiseite zu legen. „The Queen“ bringt uns hinter die Kulissen der Stahltore zu einer Zeit, in der sich ganz England in tiefer Trauer um ihre Prinzessin der Herzen befand. Er zeigt uns wie die einzelnen Mitglieder der Royal Family und No 10. Downing Street mit dieser Tragödie umgingen. Ob es sich dabei nun um rein fiktionale Ereignisse handelt oder nicht sei dahingestellt. Frears Regieführung, Szenen mit den wirklichen Bildern Dianas, den Nachrichten, Zeitungsausschnitten und vor allem mit Mitschnitten der wütenden Bevölkerung zu verbinden, lässt zumindest einen Funken Wahrheit annehmen. Und wenn man bedenkt das Drehbuchautor Peter Morgan angeblich hervorragende Quellen innerhalb des Palastes interviewte, wird „The Queen“ geradezu zum Dokumentarfilm. Doch das Drama des Filmes liegt darin, dass die Queen irgendwann ihren Fehler im Urteilsvermögen einsieht und wie sehr sie dieses emotional mitnimmt. Für sie war Diana eine schamlose Ex-Schwiegertochter mit Celebrity Status die die Kamera suchte. Fürs Volk die Frau, die sich gegen den Palast wehrte und die sich um Arme und Notbedürftige kümmerte. Eine Falscheinschätzung, die noch heute schwer auf der britischen Krone lastet.
Doch auch wenn die tatsächliche Handhabung Queen Elizabeths fast eine Meuterei auslöste, spielt Mirren sie mit soviel Wärme, dass sie einem schon wieder leid tut. Man fängt an sie zu verstehen. Ihre Herkunft, ihre Kindheit und ihr Aufwachsen im Krieg haben sie geprägt, machten sie zu dem was sie ist. Trotz diesem groben Fehler im Jahr 1997, wird ihr letztendlich vergeben. Eine fantastische Leistung Mirrens, die ja im Vorhinein bei der Queen um Erlaubnis für die Rolle bat. Und ein großes Plus für die Queen, die dem zusprach.
Michael Sheen, der ebenfalls seiner Rolle absolut gerecht wird – einschließlich überzogenem Grinsen – sollte vom echten Blair eine Medaille bekommen. Er trägt dazu bei, dem Zuschauer (Briten) noch einmal seine politische Anfangszeit und den gefundenen Respekt vor der Königin vor Augen zu führen. Sein Image wird – unter gegebenen Umständen – noch einmal aufpoliert. Das von Cherie Blair allerdings nicht. Sie wird, portraitiert von Helen McCrory als Gegner der Monarchie, anhand des Filmes wohl nicht mehr zu offiziellen Anlässen eingeladen werden. Hervorragende Leistung ihrerseits, sowohl schauspielerisch als auch visuell.
Doch kommen wir zu den Hoheiten Philip (James Cromwell) und Charles (Alex Jennings). Mit einer gewissen Ähnlichkeit ihren Originalen gegenüber, verkörpern sie auch die benötigte Stimmung. Philip wird zum sarkastischen Ekelpaket ohne jegliche Emotionen und Charles zum hilflosen aber gut meinenden Weichei auf der Suche nach Respekt. Charaktere also, die dem heutigen Bild ihrerseits nicht wirklich widersprechen. Was man aber wohl ganz bewusst ausgelassen hat, ist die Darstellung der Prinzen William und Harry. Als Söhne Dianas mit denen man zumindest jetzt noch kein Hühnchen zu rupfen hat, werden sie nur immer wieder mal kurzzeitig erwähnt. Von jeglicher visueller Darstellung ihrerseits, sei es hinsichtlich Trauer, Gemüt oder Kommunikation wird in diesem Film Abstand genommen. Eine meiner Meinung nach respektvolle Haltung dem populäreren späteren König gegenüber.
Doch auch wenn der Film zu 99 % grandios ist, muss sich Frears in Bezug auf die Szene mit dem in Angst lebenden graziösen Hirsch klar geschlagen geben. Gut gemeint als symbolische Begegnung zwischen der Queen und Diana, weicht die Darstellung ein wenig vom ursprünglichen Ton des Filmes ab. Man hätte hier sicher andere Möglichkeiten finden können.
Letztendlich ist „The Queen“ aber ein wunderbares Werk des Regisseurs Stephen Frears und des Drehbuchautors Peter Morgan, die uns als heimliche Voyeure des Palastes eine Welt eingestaubter Traditionen näher bringen. Der Film offenbart, schockiert und erklärt Handlungen einer Königin, die es einfach nicht besser wusste. Mit Charme, Witz und Vergebung. England ohne Monarchie, wäre nicht England. Long live the Queen.