Es gibt TV-Serien, die verändern dein Leben oder zumindest Teile davon. Vollkommen realistisch gesehen und ohne jeden Gedanken an die Banalität der TV-Serie als solche, prägen gewisse Sendungen gewisse Lebensabschnitte erheblich. Und das nicht nur bei irgendwelchen Kellerkindern, die eh schon den ganzen Tag nichts anderes machen, als sich im Marathon sämtliche Staffeln diverser TV-Shows reinziehen.
Sein wir mal ganz ehrlich: Im Grunde hat bzw. hatte jeder, der nicht schon seit Jahren gegen die TV-Verdummung ankämpft, schon einmal seine Lieblingsserie gefunden. Aber es ist wie es ist: Alles Gute muss irgendwann zu einem Ende kommen. TV-Serien, das sieht die Mehrheit der Fernsehzuschauer ein, sind nur für eine gewisse Dauer interessant. Aus manchen Themen kann man natürlich 8 Staffeln à 30 Episoden formen, andere Storys lassen sich jedoch auf 2 Staffeln mit nur 16 Folgen reduzieren. Dann ist das Wesentliche erzählt und die Geschichte vorbei. Sämtliche Twists wurden durchgezogen, unwahrscheinliche Ereignisse traten ein und auch der letzte Gesichtszug der Protagonisten kommt so bekannt vor, dass man alleine an der Mimik erkennt, was als nächstes passieren wird. Diese Symptome sind definitiv Zeichen dafür, Serien zu beenden. Wenn dem nicht die sinkenden Einschaltquoten bereits zuvor kommen.

Obwohl kurz nach Ankündigung des Serienfinales etliche Fanforen einen immensen Zuwachs an Beiträgen verzeichnen können, Petitionen angefertigt und Briefe an die Produzenten verfasst werden, ändert dies meist wenig am nahenden Ende. In den USA wird dabei viel härter verfahren als im sozialen Deutschland. Bringt eine Show die geforderten Einschaltquoten nicht mehr, werden kurzerhand die ursprünglich angedachten 22 Episoden auf 16 Teile minimiert. Das spart meist Mühe und Kosten. Nicht zu vergessen: Wir reden dabei immer noch von oftmals hierzulande als durchschnittlich hohe Quoten betrachtete 3 bis 4 Millionen Zuschauern.
Dass diese Masse in den USA nur noch der ganz harte Fankern ist – mit dem sich aufgrund des hohen Identifikationsfaktors allerdings trotzdem noch einiges An Umsatz generieren ließe – scheint Grund genug, kurzen Prozess mit betroffener Show zu machen. Aber wie bereits oben angedeutet, eine endlose Streckung erfolgreicher Serien aus Kommerzgründen wirkt in 80 % der Fälle kontraproduktiv. Somit ist es natürlich schwer für Produzenten und Zuschauer das Ende zum richtigen Zeitpunkt zu finden. Ein alter Spruch besagt ja bereits: “Man sollte auf dem Höhepunkt Schluss machen”. Bezogen auf TV-Serien ist da sicher etwas wahres dran.

Dieser Artikel wäre vielleicht ein wenig belanglos, wenn er keinen aktuellen Bezug aufweisen würde. Da dieses Thema allerdings früher oder später auf jede TV-Serie zutrifft, lasse ich erst jetzt die Katze aus dem Sack: Am 22. Februar 2007 – also heute – wird der US-Sender FOX die letzte Folge der einst außerordentlich erfolgreichen Teenager-Serie “The O.C.” (in Deutschland “O.C. California”) ausstrahlen. Die Gründe sind subtil: Verbuchte die erste Staffel in den USA Einschaltquoten im zweistelligen Millionenbereich, wurden diese Zahlen von Staffel zu Staffel geringer. Und da sich aktuell “The O.C.” am Ende der nur vierten und letzten Staffel befindet, schrumpften die Zuschauer bis auf 3,5 Millionen zusammen. Da in Deutschland gerade einmal die dritte Staffel in den Startlöchern steht, scheint es hierzulande wohl noch niemandem so recht bewusst zu sein, dass Pro 7 eventuell nach der bevorstehenden Staffel einen finalen Cut ziehen könnte.
Trotz den schon seit Monaten kursierenden Gerüchten bringt Josh Schwartz und sein Produzenten-Team die Serie dann aber doch voraussichtlich zu einem würdigen Abschluss. Season 4 fing schwach an und wurde von Folge zu Folge deutlich besser. Trotz alledem ist man natürlich gerade als Anhänger der ersten Stunde ein wenig traurig über das abrupte Ende. So scheint die Zeit gekommen, mit alten Erinnerungen abzuschließen und sich neuen Dingen zu widmen. Man ist ja auch nunmal nur einmal Teenager.

Und auch wenn man sich vielleicht in 10 Jahren mit alten Freunden nochmal daran erinnert, wie man erwartungsvoll Folge um Folge mit den Charakteren fieberte und wie deprimiert man war, als alles zum Stillstand kam, eines wird immmer bleiben: Der Gedanke an ‘ne echt geile Zeit! Ende gut, alles gut.










