7th February 2012

Hochgradig suchterregend: Heroes

Posted by Reviewnator on Februar-26-2007 Add Comments

Heroes

Erstmal durchatmen nach dem Wochenende. Nicht nur dass der sonst so stressfreie Sonntag auf Kosten von – glücklicherweise bezahlten – Überstunden vor die Hunde ging, nein, schicksalsträchtige Ereignisse kennzeichneten die vergangenen Tage. Nach dem ziemlich überraschenden, aber gut gewählten Ende der Erfolgsserie „The O.C.“, stellte sich mein Hirn auf melancholisches Gammeln ein. Genug Zeit also, sich darüber Gedanken zu machen, welche TV-Serie den Verlust von „The O.C.“ erträglich machen könnte. Und siehe da, auf Rat eines hochgeschätzten Kollegen, wurde ich kurzerhand zum „Heroes“-Süchtigen.

Noch nie was von „Heroes“ gehört? Du bist Deutschland. Schade, dass du manchmal nicht ein bisschen mehr USA bist. Denn dort gibt es wahrscheinlich keinen, der nicht schon einmal etwas von dieser neuen Serie aufgeschnappt hat. Momentan darf sich „Heroes“ die erfolgreichste US-Serie nennen, zurecht wie ich finde. Nicht, dass hier Fernsehen neu erfunden wird, an Kreativität mangelt es trotzdem in keinerlei Hinsicht. „Heroes“ ist die TV-Show mit der bisher spannendsten, durchdachtesten, intelligentesten Story, der besten Kameraführung und den geilsten Special-Effects. Period.

Heroes

Du meinst ich übertreibe? Du bist Deutschland. I’m dead serious. Nach dem Prinzip “Jeder Mensch ist einzigartig, manche sind nur einzigartiger” arbeitet die Storyline. Eine Handvoll scheinbar normale Menschen entdecken verborgene Fähigkeiten und wissen nicht wie sie damit umgehen sollen. Jeder einzelne kämpft mit sich selbst und stößt trotzdem irgendwann an den Punkt, an dem alles einen Sinn ergibt. New York City steht vor dem Untergang, soviel ist sicher. Die „Heroes“ wissen, dass das Schicksal sie dazu auserkoren hat, den Untergang aufzuhalten. Sie wissen nur nicht wie.

Hört sich für deine Begriffe schwer nach X-Men als TV-Auskopplung an? Gar nicht so weit gefehlt. „Heroes“ geht natürlich in Richtung Sci-Fi, ist aber weit weniger actionlastig als die X-Men Filme. Dadurch entsteht zwangsläufig eine Art Parallelrealismus, der „Heroes“ dann doch weitestgehend vom Krieg zwischen Mutanten und Menschen entfernt. Jeder Protagonist hat einen eigenen Handlungsstrang, woraus ein starker Individualcharakter entsteht. Bereits nach den ersten 4 Episoden merkt man, welcher Charakter bzw. welche Fähigkeit einen besonders beeindruckt und so entsteht eine starke Bindung des Zuschauers. Kluges Konzept.

Heroes

Da gibt es z.B. Isaac Mendez, der die Fähigkeit besitzt die Zukunft zu malen. Oder das Cheerleader Claire Bennet, das unverletzlich ist. Matt Parkman kann dagegen Gedanken lesen und mein absoluter Liebling, Niki Sanders, muss entsetzt feststellen, dass sie eine dunkle Seite besitzt, die gerne mal böse Männer tötet und in der Garage erhängt. Klingt alles ziemlich abgespaced, stimmts? Ist es aber komischerweise nicht. Denn die Heroes verwandeln sich nicht von jetzt auf nachher Transformer-like zu unbesiegbaren Helden, viel mehr reicht die Erkenntnis Superkräfte zu besitzt nicht aus, diese auch anwenden zu können.

Ich war auch skeptisch, das gebe ich zu. Normalerweise bin ich an diesem ganzen Sci-Fi Quatsch nicht interessiert, doch nach 8 gesehenen Episoden von „Heroes“ muss ich erkennen: Ich bin süchtig. Eigentlich setzte die Sucht bereits nach der ersten Episode ein. Und ohne dass ich es wollte, wurde aus einem gewöhnlichen Samstag Abend eine lange, aufregende Nacht. Es ist schwierig das Prinzip „Heroes“ zu beschreiben. Du solltest es einfach mal selbst kennen lernen. Es wird dich umhauen.

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