7th February 2012

Filmreview: Fast Food Nation

Posted by Reviewnator on März-14-2007 Add Comments
Was schmeckt nach einem alkoholreichen Vorabend am nächsten Tag am besten? Ein saftiger Burger. Und warum schmeckt er so gut? Weil das Fleisch von einer gut gesättigten Kuh kam? Nee! Weil in dem Fleisch Dinge drin sind, die – wenn man es wüsste – jeden zum Vegetarier machen sollten.
„Fast Food Nation“ ist eigentlich ein Buch geschrieben von Eric Schlosser. Ein Buch, stark kritisiert von allerlei Seiten. Ob nun von Politikern, Wirtschaftsexperten oder sogar dem herkömmlichen Amerikaner. Jeder meint hierzu ein böses Wörtchen mitreden zu müssen. Und so falsch liegen sie alle gar nicht. Denn Schlosser gibt in seinem Buch Auskunft auf Fragen, die jeder Burger-Liebhaber sich eigentlich mal stellen sollte. Herkunft, Zubereitung und Vermarktung von Fleisch. Er betritt mit seiner dokumentierten Recherche das Terrain der „dunklen Seite des beliebtesten amerikanischen Essens”. Eine Seite, die man hinsichtlich des Ekelfaktors vielleicht besser gar nicht wissen sollte, finde ich. Richard Linkletter war da wohl anderer Meinung. Denn weil nicht jeder ein Buch in die Hand nimmt, nutzte der Regisseur nun der Aufklärung halber die – nach dem Essen – zweitliebste Freizeitbeschäftigung jedes Amis. Fernsehen. Das Buch wurde verfilmt.
Im Gegensatz zum Buch selbst aber, breitet der Film „Fast Food Nation“ natürlich sein Spektrum etwas weiter aus. Muss er auch, sonst wäre es ja mehr eine Dokumentation. So ergreift ‚Fast Food Nation’, bei dem Schlosser auch das Drehbuch schrieb, gleich die Möglichkeit, einen amerikanischen Rundumschlag zu machen. Denn ist man erst einmal in Kritik geraten, braucht man sich auch nicht mehr zurückhalten, nicht wahr. Und was gibt es daher besseres als das Thema zu politisieren? So verdeutlicht der Film relativ genau, wie sehr uns die Fast Food Industrie doch geändert hat. Nämlich nicht nur unsere Diät, sondern auch unsere Landschaft, unsere Wirtschaft, unsere Arbeitskräfte und unsere Kultur. Zumindest die der Amerikaner. Und um diese politischen Statements aber alle logisch in einem Film unterzubringen, kreierte man 3 Stories:
Don Anderson (Greg Kinnear) ist der neue Marketing Chef einer schnell wachsenden Fast Food Kette namens Mickeys. Er hat gerade den neuesten Burger namens ‚The Big One’ erfunden, als er von seinem Chef eine erschreckende Mitteilung bekommt – das Fleisch ist unsauber. Schlimmer noch, im Fleisch wurde Kuhscheiße gefunden. Und um diese Sache aufzuklären, wird Don zum Fleischzulieferer nach Cody, Colorado geschickt. Eine Aufgabe, die ihm Kopfzerbrechen bereitet.
Südlich Amerikas Grenzen, befindet sich derweil eine Gruppe von Mexikanern auf dem Weg in ein besseres Leben. Sylvia (Catalina Sandino Moreno), Raul (Wilmer Valderrama) und Coco (Ana Claudia Talancon) sind nur drei davon. Doch als sie endlich in Cody ankommen und Raul und Coco ihre Arbeit im Schlachthaus aufnehmen, entwickelt sich ihr Leben nicht ganz so rosig, wie sie sich es vorgestellt hatten.
Amber (Ashley Johnson), eine intelligente Schülerin in Cody, arbeitet Währendessen schon eine ganze Weile im lokalen Mickeys um Geld fürs College zu verdienen. Eine Aufgabe, die an ihr Tag für Tag mehr oder weniger belanglos vorbeizieht. Doch als urplötzlich ihr Onkel zu Hause auftaucht, erinnert er sie wieder an die Prioritäten im Leben.
Alle drei Geschichten oder Hauptfiguren der Geschichten, wird man wohl in der Realität so auffinden können. Und wie in der Realität, so haben sie im Film bis auf den Ort an dem sie sich befinden, nichts miteinander zu tun. Was sie aber verbindet ist die gnadenlose Auslieferung ihres Lebens an diesen überdimensional großen Industriezweig. Denn Don, auch wenn ihm seine Ergebnisse außerordentlich gegen den Strich gehen, findet sich gefangen zwischen den geldregierenden Mächten. Er will seiner Familie wegen nicht schon wieder umziehen oder gefeuert werden, und wählt daher den diplomatischen „ich halt den Mund“-Weg. Raul, Sylvia und Coco sind illegal im Land. Ihnen wird ohne Papiere nirgendwo anders als beim Fleischzulieferer ein Job angeboten. Sie müssen nehmen was sie kriegen können. Auch, wenn sie dafür Moral und Gesundheit über den Haufen werfen müssen. Genau wie Amber, die in einem Land, in dem das Äußere so unheimlich wichtig ist, eben nicht mal gerade so bei ‚Banana Republic’ eingestellt wird. Doch mit ihren Schulnoten und dem Einfluss Gleichgesinnter, hat sie eine Chance dem Kreis zu entkommen. Vielleicht.
Der Film beinhaltet so viele Facetten des amerikanischen Lebens, das es schwer wird sie alle aufzuzählen. Aber es sind Probleme, die tagtäglich bei CNN über den Bildschirm flattern. Probleme, die lauthals diskutiert wohl aber nie geändert werden (können). Und das fängt an bei der Immigration und den Grenzkontrollen, und geht bis hin zu Sicherheitsbestimmungen, Sauberkeit, Drogen, Raub und Menschenverachtung. Alles ist dabei und noch viel mehr. Das ist wohl auch der Grund, warum ‚Fast Food Nation’ fast 2 Stunden geht. Eine äußerst lange Zeit, bei der man sich manchmal etwas schwer tut aufzupassen.
Nichtsdestotrotz ist ‚Fast Food Nation’ aber ein recht guter Film, der abgesehen vom elendigen Geschäft mit „verdorbenem“ Fleisch und massakriert gequälten Rindern, wohl vor allem auch die Umstände im Land deutlich machen soll. Zumindest für den Amerikaner, der ja manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Ob das gut ankommt wage ich zu bezweifeln und die Einspielquote bestätigt es. Allerdings ist der Film auch sehr langatmig, was ihn wiederum stellenweise langweilig macht. „Action speaks louder than words“ lautet hier wohl der Schlachtruf. Ein Vorschlag für den oder die nächste(n) Präsident(in) der USA?

Fast Food Nation

Was schmeckt nach einem alkoholreichen Vorabend am nächsten Tag am besten? Ein saftiger Burger. Und warum schmeckt er so gut? Weil das Fleisch von einer gut gesättigten Kuh kam? Nee! Weil in dem Fleisch Dinge drin sind, die – wenn man es wüsste – jeden zum Vegetarier machen sollten.

„Fast Food Nation“ ist eigentlich ein Buch geschrieben von Eric Schlosser. Ein Buch, stark kritisiert von allerlei Seiten. Ob nun von Politikern, Wirtschaftsexperten oder sogar dem herkömmlichen Amerikaner. Jeder meint hierzu ein böses Wörtchen mitreden zu müssen. Und so falsch liegen sie alle gar nicht. Denn Schlosser gibt in seinem Buch Auskunft auf Fragen, die jeder Burger-Liebhaber sich eigentlich mal stellen sollte. Herkunft, Zubereitung und Vermarktung von Fleisch. Er betritt mit seiner dokumentierten Recherche das Terrain der „dunklen Seite des beliebtesten amerikanischen Essens”. Eine Seite, die man hinsichtlich des Ekelfaktors vielleicht besser gar nicht wissen sollte, finde ich. Richard Linkletter war da wohl anderer Meinung. Denn weil nicht jeder ein Buch in die Hand nimmt, nutzte der Regisseur nun der Aufklärung halber die – nach dem Essen – zweitliebste Freizeitbeschäftigung jedes Amis. Fernsehen. Das Buch wurde verfilmt.

Im Gegensatz zum Buch selbst aber, breitet der Film „Fast Food Nation“ natürlich sein Spektrum etwas weiter aus. Muss er auch, sonst wäre es ja mehr eine Dokumentation. So ergreift ‚Fast Food Nation’, bei dem Schlosser auch das Drehbuch schrieb, gleich die Möglichkeit, einen amerikanischen Rundumschlag zu machen. Denn ist man erst einmal in Kritik geraten, braucht man sich auch nicht mehr zurückhalten, nicht wahr. Und was gibt es daher besseres als das Thema zu politisieren? So verdeutlicht der Film relativ genau, wie sehr uns die Fast Food Industrie doch geändert hat. Nämlich nicht nur unsere Diät, sondern auch unsere Landschaft, unsere Wirtschaft, unsere Arbeitskräfte und unsere Kultur. Zumindest die der Amerikaner. Und um diese politischen Statements aber alle logisch in einem Film unterzubringen, kreierte man 3 Stories:

Don Anderson (Greg Kinnear) ist der neue Marketing Chef einer schnell wachsenden Fast Food Kette namens Mickeys. Er hat gerade den neuesten Burger namens ‚The Big One’ erfunden, als er von seinem Chef eine erschreckende Mitteilung bekommt – das Fleisch ist unsauber. Schlimmer noch, im Fleisch wurde Kuhscheiße gefunden. Und um diese Sache aufzuklären, wird Don zum Fleischzulieferer nach Cody, Colorado geschickt. Eine Aufgabe, die ihm Kopfzerbrechen bereitet.

Fast Food Nation

Südlich Amerikas Grenzen, befindet sich derweil eine Gruppe von Mexikanern auf dem Weg in ein besseres Leben. Sylvia (Catalina Sandino Moreno), Raul (Wilmer Valderrama) und Coco (Ana Claudia Talancon) sind nur drei davon. Doch als sie endlich in Cody ankommen und Raul und Coco ihre Arbeit im Schlachthaus aufnehmen, entwickelt sich ihr Leben nicht ganz so rosig, wie sie sich es vorgestellt hatten.

Amber (Ashley Johnson), eine intelligente Schülerin in Cody, arbeitet Währendessen schon eine ganze Weile im lokalen Mickeys um Geld fürs College zu verdienen. Eine Aufgabe, die an ihr Tag für Tag mehr oder weniger belanglos vorbeizieht. Doch als urplötzlich ihr Onkel zu Hause auftaucht, erinnert er sie wieder an die Prioritäten im Leben.

Alle drei Geschichten oder Hauptfiguren der Geschichten, wird man wohl in der Realität so auffinden können. Und wie in der Realität, so haben sie im Film bis auf den Ort an dem sie sich befinden, nichts miteinander zu tun. Was sie aber verbindet ist die gnadenlose Auslieferung ihres Lebens an diesen überdimensional großen Industriezweig. Denn Don, auch wenn ihm seine Ergebnisse außerordentlich gegen den Strich gehen, findet sich gefangen zwischen den geldregierenden Mächten. Er will seiner Familie wegen nicht schon wieder umziehen oder gefeuert werden, und wählt daher den diplomatischen „ich halt den Mund“-Weg. Raul, Sylvia und Coco sind illegal im Land. Ihnen wird ohne Papiere nirgendwo anders als beim Fleischzulieferer ein Job angeboten. Sie müssen nehmen was sie kriegen können. Auch, wenn sie dafür Moral und Gesundheit über den Haufen werfen müssen. Genau wie Amber, die in einem Land, in dem das Äußere so unheimlich wichtig ist, eben nicht mal gerade so bei ‚Banana Republic’ eingestellt wird. Doch mit ihren Schulnoten und dem Einfluss Gleichgesinnter, hat sie eine Chance dem Kreis zu entkommen. Vielleicht.

Der Film beinhaltet so viele Facetten des amerikanischen Lebens, das es schwer wird sie alle aufzuzählen. Aber es sind Probleme, die tagtäglich bei CNN über den Bildschirm flattern. Probleme, die lauthals diskutiert wohl aber nie geändert werden (können). Und das fängt an bei der Immigration und den Grenzkontrollen, und geht bis hin zu Sicherheitsbestimmungen, Sauberkeit, Drogen, Raub und Menschenverachtung. Alles ist dabei und noch viel mehr. Das ist wohl auch der Grund, warum ‚Fast Food Nation’ fast 2 Stunden geht. Eine äußerst lange Zeit, bei der man sich manchmal etwas schwer tut aufzupassen.

Nichtsdestotrotz ist ‚Fast Food Nation’ aber ein recht guter Film, der abgesehen vom elendigen Geschäft mit „verdorbenem“ Fleisch und massakriert gequälten Rindern, wohl vor allem auch die Umstände im Land deutlich machen soll. Zumindest für den Amerikaner, der ja manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Ob das gut ankommt wage ich zu bezweifeln und die Einspielquote bestätigt es. Allerdings ist der Film auch sehr langatmig, was ihn wiederum stellenweise langweilig macht. „Action speaks louder than words“ lautet hier wohl der Schlachtruf. Ein Vorschlag für den oder die nächste(n) Präsident(in) der USA?

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