Es gibt neues. Neues vom Wixxer. Nachdem der erste Teil der Krimi-Persiflage im Jahre 2004 bereits ein beachtlicher Erfolg an den deutschen Kino-Kassen (rund 2 Millionen Besucher) darstellte, versuchen Kalkofe, Pastewka und Co. diese Marke in einer Fortsetzung nun zu übertreffen. Aus qualitativen Aspekten heraus ist dies bereits geschehen.
Das gab es in Deutschland noch nie zuvor: Der meist als grobe Beleidgung aufgenommene Begriff “Wichser” wird durch eine minimale Abänderung zu “Wixxer” gesellschaftsfähig. Leichter denn je gleitet einem das Wort über die Lippen und selbst Europas erfolgreichte Entertainment-Show, “Wetten dass…” lädt die Protagonisten ein, um über den neuen Wixxer zu sprechen. Manchmal geschehen doch noch Wunder.
Natürlich konnte die “Wixxer”-Reihe noch nie komplett überzeugen, dennoch merkt man dem zweiten Teil eine klare Qualitätssteigerung an. Die Pointen sitzen besser, die Gags treffen öfters ins Schwarze, denn je zuvor. Die Story hingegen ist eh nur Mittel zum Zweck und daher nichts weiter als eine Vartiation des ersten Teils: Die beiden Scotland Yard Kommisare Even Longer (Oliver Kalkofe) und Very Long (Bastian Pastewka) sind wieder auf der Jagd nach dem gewalttätigen und extrem gefährlichen Wixxer. Etwas überrascht sind die beiden Ermittler dann aber doch. Hatten sie nicht erst vor 3 Jahren den Wixxer selbst erlegt? Schnell kommen sie dahinter, dass es wohl einen neuen, trittbrettfahrenden Wixxer geben muss.
Auf der Suche nach dem neuen Verbrecher begegnen die Kommissare alten Bekannten. Zum Beispiel Alfons Hatler aka Christoph Maria Herbst, der zwischenzeitlich einen seiner Lebensträume verwirklicht hat: Er ist Leiter einer Psycho-Anstalt. Das große Schaulaufen der deutschen TV-Stars endet hier natürlich bei weitem nicht. Cameos von Oliver Welke, Hella von Sinnen, Christian Tramitz oder Ingrid von Bergen verstärken den Eindruck, Klakofe und Pastewka haben beste Kontakte zur deutschen Komiker-Szene. Als Spezialgast konnte man sogar Edgar Wallace Held Joachim Fuchsberger gewinnen, der sich noch im ersten Teil vehement gegen eine Gastrolle sträubte – aus Gründen des niedrigen Gag-Niveaus.

Doch gerade diese in “Neues vom Wixxer” zelebrierte Niveaulosigkeit ist im Endeffekt der Reiz des Films. Zugeschnitten auf den deutschen Mainstream, stimuliert der Streifen erstaunlicherweise häufiger die Lachmuskeln, als nach dem ersten Teil vermutet werden durfte. Witzbaustellen gibt es hingegen auch mehr als nötig.
Ist der Titel “Neues vom Wixxer” nun schlussendlich gerechtfetigt? Nicht in allen Belangen. Die starke Fokussierung auf die alten Edgar Wallace Filme gibt dem aktuellen “Wixxer” ein frisches Gesicht. Neben dieser Neuerung konnte man auch Christoph Maria Herbsts Rolle weiter ausbauen. Im Gegensatz zum misslungenen “Führer”-Film von Helge Schneider wird hier mit Schärfe und enormen Gegensätzen gearbeitet. Leider passiert das nicht bei allen Charakteren und genau hier liegt der größte – und nicht gerade neue – Kritikpunkt. Möglichkeiten zur Behebung dieses Mankos gibt es aber zukünftig massig: Ein dritter Teil ist bereits angekündigt. Der Name: “Triple Wixx”.










