22nd May 2012

Filmreview: Fluch der Karibik 3

Posted by Reviewnator on Mai-30-2007 Add Comments

Fluch der Karibik 3

Nach „Spideman 3“ steht nun also seit dem 24.05.2007 ein weiterer Blockbuster in den Programmheften der deutschen Kinos. Wobei der Begriff „Blockbuster“ bei „Fluch der Karibik 3“ eine mittelschwere Untertreibung darstellt. Denn Gore Verbinskis dritter Teil der Piraten-Saga sprengt alle zuvor aufgestellten Special-Effect Grenzen und ist dabei noch äußerst humorvoll und charmant.

Wenn altbekannte Charaktere ein weiteres Mal die Leinwand betreten, kann es dem gemeinen Cineasten schon warm ums sonst so tiefgefrorene Kellerkind-Herz werden. So auch im Falle von Jack Sparrow, Will Turner, Elizabeth Swann, Captain Barbarossa und Davy Jones. Schmerzlich hatte man die Protagonisten seit dem offenen Ende im zweiten Teil vermisst, überbrückte die lange Durststrecke mit halbgaren Hollywood Movies wie „King Kong“ oder gar dem wirklich miesen, bereits oben genannten „Spiderman 3“. Dass gerade letztgenannter Film momentan Kassenschlager Nr. 1 weltweit (und erfolgreichster Film aller Zeiten) ist, scheint perfide. „Fluch der Karibik 3“ könnte dieser Spidey-Euphoriewelle  allerdings die Suppe gehörig versalzen.

Diesmal steht bei dem Piraten-Abenteuer die Freiheit aller Freibeuter auf dem Spiel.  Angelehnt an den zweiten Teil beginnt die Story mit einer erschütternden Erkenntnis:  Lord Cutler Beckett ist immer noch im Besitz des Herzens von Tintenfischkapitän Davy Jones . Mit seinem Schiff, der „Flying Dutchman“ versucht er nun, die restlichen Piratenkapitäne dem Erdboden gleich zu machen. Doch diese zeigen sich ebenso gewieft wie in vielen Szenen hirnlastig und sehen den einzigen Ausweg die Misere abzuwenden darin, die neun Piratenlords zusammenzutrommeln. Und genau an diesem Punkt kommt unser aller Liebling Jack Sparrow aka Johnny Depp ins falsche Spiel. Mittlerweile haust er unter den Toten, was für die restliche Piratenmeute bedeutet, einen Ausflug ins Reich der Gestorbenen zu unternehmen um Jack aus seiner Einsamkeit zu befreien. Doch der ist natürlich allen einen Schritt voraus und macht sich mitten in einer Wüste ans Werk, die „Black Pearl“ gen Meer zu ziehen.

Fluch der Karibik 3

Nach erreichtem Zwischenstopp ist erst mal Pause. Bei einer Gesamtlaufzeit von 170 Minuten ist das auch dringend angebracht. Zeit also, sich von den ersten 90 Minuten geistig zu regenerieren, die Action auf sich wirken zu lassen und Spannung abzubauen. Dann geht es weiter: Eine Konferenz der Piratenoberhäupter wird einberufen und es wird kurzerhand beschlossen, die Wassergöttin aus ihrem menschlichen Körper zu befreien und nebenbei einen Krieg gegen die übermächtig erscheinende Armada von Lord Beckett anzuzetteln. In einer finalen Schlacht stehen sich schließlich Sparrow und der im wahrsten Sinne des Wortes herzlose Davy Jones gegenüber und kämpfen – wie gewohnt – um Leben und Tod…

„Fluch der Karibik 3“ ist endlich mal ein Streifen, der wirklich alles bietet. Als reines Actionfeuerwerk geht er damit nicht durch, obwohl gerade diese Szenen atemberaubend inszeniert sind. Ins spezielle die Seeschlachten sehen extrem echt aus und wurden mit modernster Technik und vielen Programmierstunden ins Leben gerufen. Zwischen Realität und Fiktion kann man – auch bedingt durch eine relativ schnelle Kameraführung und harte Szenenumbrüche – kaum mehr unterscheiden. Was den Film aber erst zu einem Meisterwerk macht, sind die gewohnt spritzigen Dialoge und die wieder einmal grandiose schauspielerische Leistung aller Akteure. Spontan fällt mir zumindest kein Schauspieler ein, der fehlbesetzt wäre oder gar wirklich schlecht. Großes Kompliment an dieser Stelle.

Welchen Eindruck hinterlässt „Fluch der Karibik 3“ am Ende? Ohne Frage einen bleibenden. 2007 habe ich noch kein Action-Abenteuer gesehen, das mich so fesseln konnte. Ganz nebenbei belebt die „Fluch der Karibik“-Reihe außerdem seit Jahren ein totgeglaubtes Genre neu: Den klassischen Piraten-Film. Ein moderneres und faszinierenderes Märchen gibt es wohl momentan nirgends anders.

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