Was hab ich mich damals über Shaun Of The Dead gelacht. Das war zu einer Zeit, da dachte ich vernünftige Filmparodien lehnen sich qualitativ an Der Wixxer an und sind vom Aussterben bedroht. Drei Jahre später hat sich die Situation zugespitzt: „Der Wixxer II“ ist erschienen und gute Filmparodien sucht man besser auf Youtube als in Hollywood. Doch jeder Tunnel hat auch ein Ende, welches in dem Falle Hot Fuzz heißt – eine gnadenlos geniale Parodie auf das Genre „Krimi“.
2004 widmete sich Regisseur und Drehbuchautor Edgar Wright wie schon erwähnt dem Verunglimpfen des Horrorgenres. Das war in einer Zeit von Texas Chainsaw Massacre, The Hills Have Eyes und Saw . Zwar standen viele dem englischen Parodienmeister mit Skepsis gegenüber, „Shaun Of The Dead“ räumte jedoch alle Kritik aus. 2007 widmet sich Wright also dem Krimigenre mit, wie man doch zugeben muss, einer Mischung aus ernsthafter Action und viel schwarzem Humor.
Sergeant Nicholas Angel ist der mit Abstand beste Cop Londons. Weil es ihn gibt, hat das Polizeirevier seit Jahren zu wenig Streetwork, dafür aber zu viel Papierarbeit. Seine Quote für gelöste Fälle liegt bei 100 %. Angel ist definitiv der vorbildlichste Kriminalbeamte Englands. Genau deshalb wird er dann auch in ein kleines Dorf auf dem englischen Land versetzt, in dem die Kriminalitätsrate scheinbar Nullkommanull beträgt. Mit seinem klaren Verstand und einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe erkennt der Polizist schnell, dass in dem kleinen Dörfchen einiges daneben läuft: Betrunkene pinkeln an Hauswände, Unbekannte malen ein Graffiti an den Dorfbrunnen und Geschwindigkeitssünder gibt es auch!
Doch komischerweise scheint das keinen der verantwortlichen Beamten auf dem Polizeirevier zu stören. Sie wollen nur ihren Frieden und abends im Pub die Gläser heben. Angel kommt das äußerst verdächtig vor und so stößt er auf die Geheimnisse der Dorfgemeinde, nachdem eine Reihe von Todesfällen im Dorf auf den ersten Blick nach Unfällen aussehen. Entpuppt sich das friedliche Örtchen am Ende doch als Massengrab?
Was Edgar Wright in „Hot Fuzz“ auf die Leinwand zaubert, ist schon erstaunlich: Die Szenen sind extrem professionell und sollen auch ernsthaft wirken. Genau das also, was die meisten Macher von Parodien vergeigen: Um einen Film mit Humor zu füllen, muss er erstmal glaubhaft rüberkommen. Realität meets Comedy, sozusagen. Da passen die Hauptdarsteller auch wunderbar ins Bild: Simon Pegg, der bereits in „Shaun Of The Dead“ die Hauptrolle übernahm, spielt den von seinem Beruf besessenen Polizist mit Bravour, sein Kollege Nick Frost verkörpert den verblendeten Dorfbulle par excellence. Selbst bei den Nebendarstellern kann man nicht meckern. Teilweise überzogen, teilweise comichaftes Erscheinungsbild – eben genau die Indikatoren, die eine gelungene Parodie auszeichnet.
„Hot Fuzz“ wird die selben Leute ansprechen, die schon „Shaun Of The Dead“ gefeiert haben. Das Prinzip blieb das gleiche, nur das Genre wurde gewechselt. Außerdem ist der Streifen filmtechnisch deutlich ausgereifter und macht ihn dadurch eine Ecke glaubwürdiger. Schwarzer Humor, „Stirb langsam“-Action und auch Teile aus dem Horrorgenre wurden hier in einen brodelnden Hexenkessel geworfen. Was dabei rauskommt ist der nahezu perfekte Zaubertrank für einen unterhaltsamen Kinoabend.










