5th February 2012

Die coolste Comedy-Serie der Summer Season: Entourage

Posted by Reviewnator on Juli-27-2007 Add Comments

Entourage

Für einen Serien-Junkie wie mich, ist es manchmal schon hart nicht im Mekka der TV-Produktionen zu leben: Den USA. Zu vieles geht da an einem spurlos vorbei oder findet erst Jahre später seinen Weg über den Ozean nach Europa. Mit über 50 verschiedenen Sendern zählt die USA zu den Ländern mit der größten TV-Vielfalt, was es für einen Europäer nicht gerade leicht macht, sich durch die unendlichen Weiten der amerikanischen Kanäle zu wühlen. Zumal man über Satellit maximal die News-Channel und den ein oder anderen Wissenschaftskanal empfängt. Was tut der geneigte Zuschauer also, um sich stets auf dem neuesten Stand zu halten? Er schaut sich Late Night Shows übers Internet an und wird somit an Perlen der US-TV Landschaft heran geführt. Wie z.B. die hervorragende Serie „Entourage “.

Lange Einleitung, kurzer Sinn: „Entourage“ ist in Sachen Comedy momentan das beste, was im amerikanischen TV läuft und wird dementsprechend gehyped. Eine Handvoll Argumente sprechen für die Klasse der Serie:

1. Sie läuft auf dem Bezahlsender HBO. Damit unterliegt sie nicht maßgeblich den Einschaltquoten, weil die Zuschauer eh für das ganze Paket zahlen, ähnlich wie bei uns Premiere. Das kommt wiederum der Qualität der Serie zugute.

2. „Entourage“ ist weit davon entfernt, eine normale Comedy-Serie zu sein. Sie ist von hochkarätigen Produzenten ins Leben gerufen, unter anderem beteiligt sich Schauspieler Mark Wahlberg als einer der Hauptproduzenten daran.

3. Die Serie hat – und das ist ungewöhnlich für eine Comedy – nur eine Altersfreigabe ab 16 bekommen und darf erst ab 22 Uhr gesendet werden. Aufgrund der ständigen Flüche und Ausdrücke der Hauptakteure ist das auch kein Wunder.

4. Es gäbe noch viele weitere Argumente, die für „Entourage“ sprechen. Da ihr aber noch nicht mal wisst, worum es darin eigentlich geht, gibt’s jetzt erstmal einen kurzen Überblick.

Kevin Connolly in Entourage

Vincent Chase steht am Anfang einer großen Schauspiel-Karriere. Als aufstrebender Star am amerikanischen Movie-Himmel hat er gerade seinen ersten Blockbuster namens „Head On“ gedreht. Von der Millionengage mietet er sich mit seiner Gefolgschaft (engl. Entourage) in einer Luxusvilla ein und lässt sich jeden Abend von einer anderen Schönheit vögeln nach dem Motto „je berühmter, desto mehr Frauen“. Vince, hat also ein Leben, von dem man nur träumen kann.

Aufgewachsen in den Queens-Projects hat Vince etwas aus seinem Leben gemacht und da er ein wirklich loyaler Kerl ist, wanderte er zusammen mit dem Erfolg und seinen besten drei Kumpels aus dem Ghetto aus. Hier kommen also Eric, Turtle und Vinces größerer Bruder Johnny ins Spiel. Jeder der Gefolgsleute hat einen Job zugeteilt bekommen: Eric, auch kurz „E“ genannt, ist fortan Vinces Manager. Turtle, dessen wirklichen Namen man wohl nie erfahren wird, ist der Driver der Bande und Johnny, auch „Drama“ genannt, verköstigt die Entourage. Als Belohnung für die Dienste bekommt die drei einen geringen Lohn, dürfen sich aber am Fame des Moviestars hochziehen und bekommen so auch die ein oder andere Perle ab.

Neben der Story beinhaltet „Entourage“ aber noch etwas besonderes: Der Realness-Faktor. So tummeln sich die vier Hauptakteure ständig auf Promi-Parties, deren Gastgeber sich selbst spielen. Soll heißen: Zu Beginn von Season 1 gibt Jessica Alba eine Hausparty. Wer taucht also auf? Jessica Alba als sie selbst. Dieses Prinzip zieht sich durch die bis dato abgedrehten 3 Staffeln und die gerade gestartete vierte Season. So sind unter anderem Promis wie Mandy Moore, Regisseur James Cameron, U2-Frontmann Bono, Rapper Saigon und DJ Quik oder Playboy Chef Hugh Hefner zu sehen. Hochkaräter an allen Ecken und Enden also.

Entourage

Doch „Entourage“ ist über den derben Humor hinaus viel mehr als reine Comedy. Mark Wahlberg, der maßgeblich an der Produktion der Serie beteiligt ist, legt ebenso Wert darauf, seine Zuschauer ein wenig hinter die Kulissen eines Hollywoodstar-Lebens zu führen. Vieles, was Vincent Chase erlebt, hat auch Wahlberg so erfahren. Zum Beispiel einen vollkommen durchgedrehten Agenten. In „Entourage“ heißt er Ari Gold und hat für seine Rolle bereits einen Grammy als bester Nebendarsteller erhalten – zurecht. Denn der hyperaktive, manisch rumbrüllende und ausrastende Ari ist in jeder Szene einen Lacher wert. Man muss den Schauspieler dahinter, Jeremy Piven, einmal in seiner Rolle erlebt haben um ansatzweise beschreiben zu können, was für ein krankes Arschloch sein Charakter ist.

Diejenigen unter euch, die also das TV-Sommerloch sinnvoll überbrücken wollen, sollten sich „Entourage“ mal anschauen. Die erste Season ist mit 8 Folgen schnell geschaut. Season 2 wird mit 14 Episoden schon umfangreicher und ab Season 3 habt ihr das totale „Entourage“-Feeling mit vollen 20 Folgen. Ein weiteres Indiz dafür, dass dieser Serie die Zuschauer nicht davon laufen. Warum sollten sie auch. Sie ließen sich ernsthaft etwas Besonderes entgehen.

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