Dass die CIA viel Dreck am Stecken hat, ist nicht erst seit den jüngsten Enthüllungen ein offenes Geheimnis. Glaubt man den Aussagen einiger Experten, so stellen die bisher bekannten Skandale bloß die Spitze des Eisbergs dar. In diese Thematik reiht sich die Bourne-Trilogie ein, die jetzt mit „Das Bourne Ultimatum“ in die (höchstwahrscheinlich) letzte Runde geht.
Nachdem Jason Bourne (Matt Damon) in der „Die Bourne Identität“ ohne Erinnerung an der Küste angespült wurde und sich über zwei Filme lang auf einer haarsträubenden Suche nach seiner Vergangenheit befand, scheint Ruhe um seine Person eingekehrt zu sein. Doch sein Name und seine Geschichte rücken wieder ins Zentrum des Interesses, als der britische Journalist Simon Ross eine Enthüllungsstory über Bourne und ein geheimes Projekt der CIA veröffentlicht. In der Story wird ein geheimer Informant zitiert, der für die Verantwortlichen der CIA ein wenig zu gut Bescheid weiß und mit seinem Wissen zu großzügig umgeht. Was der Journalist jedoch nicht ahnt: Einige einflussreiche Leute haben ihn längst im Visier und lassen ihn bloß gewähren, weil sie hoffen, so an den Informanten oder gar an Jason Bourne heranzukommen.
Jason Bourne hingegen wittert die Chance, endlich die ganze Wahrheit über seine Rolle im Spiel der CIA zu erfahren und endlich die Verantwortlichen, die damals auch seine Freundin (Franka Potente) ermordeten, zur Rechenschaft zu ziehen. Ein Wettlauf durch ganz Europa beginnt.

Zwar teilt Jason Bourne mit einem britischen Agenten die Initialen, sonst haben die beiden aber wenig gemeinsam. Man müsste Jason Bourne wohl eher als die Dirty Version eines James Bond bezeichnen. Denn bevor die CIA ihn fallen ließ, war er ein eiskalter Killer. Nun funktioniert er wie eine Maschine, der plötzlich bewusst wird, dass sie eine Maschine ist. Und anstatt mit den neuesten Gimmicks eines innovativen Wissenschaftlers ausgestattet zu sein, muss Bourne sich eher als Mac Gyver behaupten. Während Bond heftig flirtet und das Bett nicht nur zum Schlafen nutzt, trauert Bourne um seine ermordete Freundin und wird von den Geistern seiner Vergangenheit heimgesucht. Schlaf- und rastlos eilt er mit dem Zug quer durch Europa, immer auf der Suche nach Erlösung.
Mit Paul Greengrass hat seit dem zweiten Teil der Trilogie ein durchaus politisch motivierter Regisseur („Bloody Sunday“, Oscar nominiert für „Flug 93“) das Ruder in der Hand. Seine Anklage an die CIA und deren skrupellose Methoden ist in perfide Action gekleidet. Wie schon im zweiten Teil dominieren wacklige Handkameras. Es sei sehr empfohlen, ein paar Euro mehr in einen Logenplatz zu investieren, damit einem nicht schwindelig wird. Schon eine der ersten Sequenzen im unüberschaubaren Londoner Bahnhof gehört zu dem Spannendsten, was das Kinojahr 2007 zu bieten hat. Dem Zuschauer bleibt kaum Zeit, zwischendurch zu verschnaufen.
Daher ist „Das Bourne Ultimatum“ die absolute Thriller-Empfehlung des Jahres. Da lässt sich die ein oder andere unrealistische Szene durchaus verschmerzen. Auch fällt die Auflösung etwas unspektakulär aus, doch ist man am Ende froh, in dieser Hinsicht wenigstens wieder sicheren Boden unter den Füßen zu haben. Bleibt zu hoffen, dass die wahren Machenschaften der CIA hinter dieser filmischen Verarbeitung weit zurückbleiben.










