Seit über 30 Jahren schon finden die Geschichten von Stephen King in regelmäßigen Abständen den Weg vom bedruckten Papier zur bewegten Leinwand. Als unumstrittener Meister seines Faches gab er uns den bitteren Gruseleffekt ohne dabei in Blutlachen zu ertrinken oder mit Gliedmaßen zu spielen. Und so wurden viele seiner Novellen und Kurzgeschichten zu einzigartigen Kinoklassikern. Kann die letzte Adaption „1408“ mit diesem Erfolg mithalten?
Basierend auf einer 2002 publizierten Kurzgeschichte von Stephen King (Everything’s Eventual: 14 Dark Tales), hat sich der schwedische Regisseur Mikael Hafstroem mit der Verfilmung des Psycho Horror Thrillers „1408“ ein doch recht hohes Ziel gesetzt. Und zwar nicht, weil er bislang relativ wenig Erfahrung mit Hollywood hat oder hinsichtlich des Genres sich selbst und dem Zuschauer etwas beweisen muss, sondern weil der Fokus des Filmes einzig und allein auf dem Hauptdarsteller liegt. Ein oftmals gefährliches Unterfangen, wenn nur eine Person die komplette Geschichte trägt.
Mike Enslin (John Cusack), ein zynischer Autor, der für seinen täglichen Lebensunterhalt allem Übernatürlichen kritisch auf den Grund geht, hat schon so einige Nächte an den seltsamsten Orten dieser Welt verbracht. Mit dem Ziel tatkräftige Beweise für die Existenz des Paranormalen zu finden, geht er daher eines Tages routiniert aber interessiert einem anonymen Tipp nach. Suite 1408, Dolphin Hotel, New York. Passend für sein nächstes Buch ‚Zehn Nächte in spukenden Hotelzimmern’ wird Enslin jedoch bei Ankunft vom Hotelmanager Gerald Olin (Samuel L. Jackson) abgefangen. Da in der 95-jährigen Geschichte des Hotels insgesamt 56 Menschen aus unerklärlichen Gründen starben, versucht Olin den Pessimisten Enslin von seinem nächtlichen Aufenthalt in der eigentlich für Gäste verbotenen Suite abzubringen. Allerdings sind Olins Bemühungen in diesem Fall vergeblich. Mike Enslin lässt sich nämlich von was er annimmt ‚gutem Marketing’ nicht beeindrucken. Und so macht er sich letztendlich mit einem dicken Ordner an tödlichen Vorkommnissen in der Hand und warnenden Worten im Ohr (it’s a fucking evil room) auf zum 14. Stock. Einem Zimmer, das auf den ersten Blick nichts Besonderes darstellt. Doch Enslins Einstellung wird ziemlich bald herausgefordert, als geisterhaft Schokolade auftaucht und der Wecker ‚it’s only just begun’ spielt. Fasziniert und überzeugt davon, dass die Räumlichkeiten allein dafür nicht verantwortlich sein können, durchsucht er fanatisch jeden Schrank nach einem Angestellten. Und als sich kurze Zeit später auch noch der Wecker von ganz allein auf 60 Minuten programmiert, fängt Enslin plötzlich an die Angelegenheit ernster zu nehmen. Er zählt nämlich runter… 59 Minuten, 58 Minuten, 57 Min…
Der Film „1408“ hält, was er im Trailer verspricht. Angst, Schrecken und Terror. Allerdings nicht a la slashy ‚ Hostel’, sondern eher im Sinne von ursprünglichem klassischen Horror. Was Mikael Hafstroem uns nämlich gekonnt vermittelt ist das sich immer wieder aufdrängende Gefühl der Vorahnung und Furcht, kombiniert mit ausgewählten PG 13-Bildern für den gewissen grausamen Effekt. Sei es ins Leben gerufene Kunstwerke, blutende Wände oder schmerzhafte Erinnerungen seiner Vergangenheit im TV. Somit lässt sich auch der Zuschauer von Anfang an in die Geschichte(n) um Mike Enslin fallen und vor allem fesseln. Solche Effekte – meist eher subtiler Art – gibt es in diesem Film genug. Meine persönliche Lieblingsszene? Als Cusack den Zimmerschlüssel in das Schloss steckt. Man spürt den bald eintretenden Horror und somit wird die eigene Vorstellungskraft unwillkürlich in Bewegung gesetzt.

Um nicht von der Handlung und dem Ausgang des Filmes zu viel vorweg zu nehmen sei zumindest gesagt, dass selbst wenn in „1408“ eine Storyline (Plot) die andere jagt, so bleibt letztendlich ein Thema durchweg präsent – Klaustrophobie. So findet sich der Charakter John Cusack wie eine graue Maus die den gelben Käse suchte in der stählernen Mausefalle eingesperrt. Und ich kann mir kaum schlimmeres vorstellen, als bei Angriff nicht die geringste Möglichkeit zu haben diesem in irgendeiner Form zu entkommen. Jedes Frauenopfer versucht zumindest unter das Bett im zweiten Stock zu kriechen. Und angegriffen, wird er unaufhörlich und konsequent. Die Frage ist nur, ob von wirklich Übersinnlichem oder nur vom eigenen Verstand.
Wie zuvor erwähnt, trägt John Cusack die kompletten 94 Minuten des Filmes auf seinen Schultern. Hauptsächlich, in dem er mit sich selbst spricht. Dabei erinnert er natürlich mehr an Jack Nicholson in ‚ Shining’ als an Rob Gordon in ‚ High Fidelity’. Er ist das Zentrum. Glaubt man ihm und seinen Gesichtszügen aus szenenabhängigem Zynismus, Langerweile, Angst und Schrecken, dann glaubt man dem Film. Samuel Jackson, genau wie jeder andere aufgeführte Schauspieler im Cast, übt demnach mehr oder weniger nur ein Cameo aus.
Mikael Hafstroem und John Cusack haben mit „1408“ einen ausgesprochen ansprechenden und mitreißenden Horror Psycho Thriller ins Kino gebracht. Ein Film, der durch Storywendungen und Cinematography überzeugt und sicherlich die Erwartungen der Zuschauer übertreffen wird. Allerdings auch ein Film, der nicht mit ekelerregenden Toten sondern eher mit aussichtsloser Furcht arbeitet. Meist der wirkungsvollste Special Effect.










