8th February 2012

Künstlervorstellung/Vorschau auf „Battle Studies“: John Mayer

Posted by Reviewnator on November-8-2009 one Commented

John Mayer

Ein Newbie ist John Mayer in der Musikwelt sicher nicht. Seit seiner ersten EP im Jahre 1999 ist immerhin schon eine ganze Dekade vergangen und vieles hat sich bei Mayer nach Plan entwickelt. In den USA ist er einer der modernen Gitarrengötter und bekannt für seine Vorliebe für hübsche Hollywood Schauspielerinnen mit dem Vornamen Jennifer. In europäischen Breitengraden kennt man den Musiker mit der sanften Stimme und den minimalistisch tiefgründigen Texten höchstens von seiner Überhit-Single „Your Body is a wonderland“.

Reduziert man John Mayer jedoch auf dieses eine, mittelmäßige Popstück, tut man ihm unrecht. Denn Mayer ist viel mehr als ein massentauglicher Mädchenpop-Sänger. Er ist ein begnadeter Musiker, einer der besten momentan lebenden Gitarristen und ein hervorragender Songwriter. So schreibt der stets jovial wirkende Mayer seine Texte, wie es sich für einen anständigen Musiker eben gehört, in Eigenregie und lässt sich dabei gern von alten Blues-, Soul-, und Rocknummern beeinflussen.

John Mayer

John Clayton Mayer kommt 1977 als Sohn von Margaret (Englisch-Lehrerin) und Richard Mayer (Direktor einer High-School) im Bundesstaat Connecticut zur Welt. Als bürgerlich erzogener Sohn probiert Mayer bereits in seiner frühen Jugend verschiedene Wege der Selbstfindung aus. Blues- und Soulmusik nehmen schnell einen wichtigen Platz in Mayers Entwicklung ein. Als sein Vater ihm testweise eine Gitarre ausleiht, geht Mayer voll in den ersten Riffs und Akkorden auf. Mit einem Aushilfsjob an einer Tankstelle verdient er sich das nötige Geld für eine eigene, erste Gitarre und besorgt sich Tapes von Bluesrock-Legende Steve Ray Vaughan um den Gitarrensound nachzuspielen. Schnell entwickelt er seinen eigenen Stil und tritt in verschiedenen lokalen Bars auf. 1997 beginnt er als talentierter und engagierter Student ein Musikstudium am Berklee College of Music, bricht jedoch nach dem 2. Semester ab und widmet sich fortan verstärkt dem Songwriting und der Verbesserung seines Gitarrenspiels.

Nach einigen mehr oder weniger erfolgreichen Versuchen, als Mitglied einer Band an Bekanntheit zu gewinnen, beschließt Mayer eine Solo-Karriere zu starten. In dieser Zeit verbessert er seine Songwriter-Skills so stark, dass er zusammen mit seinem Freund und Bassisten David Labruyere erstmals auf eine offizielle Tour geht. Im März 2000 wird das Label Aware Records bei seinem Auftritt beim South by Southwest Festival auf ihn aufmerksam. Begeistert von der ersten EP „Inside Wants Out“, nimmt die Plattenfirma Mayer unter Vertrag. Im Frühjahr 2001 entsteht so das erste Solo-Album „Room For Squares“, das Radiohits wie „No Such Thing“, „Why Georgia“ und auch das bereits erwähnte „Your Body Is A Wonderland“ hervorbringt und die Charts stürmt. Bei den Grammy Awards gewinnt Mayer daraufhin zwei der begehrten Preise (u.a. Best Male Pop Vocal Performance für „Your Body Is A Wonderland“).

John Mayer

Mayers Werdegang bis zu diesem Punkt hört sich an, wie eine völlig normale Pop-Karriere mit gepachteter Erfolgsgarantie. Und genau das erkennt der Musiker rechtzeitig. Denn eigentlich möchte er nicht als Teenie-Star wahrgenommen sondern musikalisch wie persönlich ernst genommen werden. Ein erstes Zeichen in diese Richtung setzt er mit seinem zweiten Album „Heavier Things“. Zwar steigt die Platte nur auf Platz 25 in die Billboards ein, doch klingt sie ein ganzes Stück reifer und erwachsener als der Vorgänger. Auch Kritiker erkennen schnell, dass Mayer in die Leichtigkeit seiner Texte viel Message legt und Ende 2003 wird er mit einem weiteren Grammy (Best Male Pop Vocal) für den Schritt aus dem Schatten des Pop-Symbols belohnt.

Obwohl der Musiker immer wieder mit seinen Frauengeschichten in den Schlagzeilen erscheint, festigt sich sein Ruf als glaubwürdiger Künstler weiter. Im Frühjahr 2005 gründet er mit dem begnadeten Bassisten Pino Palladino und dem Schlagzeuger und Produzenten Steve Jordan das John Mayer Trio (JMT). Mit einer langen Tour, einem eigenen JMT-Album namens „Try!“ und einer Live-DVD spielt sich die lose Kombo in die Herzen vieler Blues- und Rockfans in ganz Amerika. Bereits zu dieser Zeit entstehen die ersten Stücke („Gravity“, „Vultures“) für John Mayers neues Album „Continuum“, das im September 2006 released wird.

John Mayer

Insgesamt 12 Tracks umfasst das ruhigste der bisher veröffentlichten Alben „Continuum“, und jedes Stück ist ein Meisterwerk. Wie bei so vielen Klassikern, zeigt sich auch bei „Continuum“ erst nach 5 – 7-maligem Durchhören die wahre Brillanz und Zeitlosigkeit dieses unfassbaren Tonträgers. Sei es das gesellschaftskritische und groovige „Waiting on the world to change“, das träumerische „Gravity“ oder die perfekt instrumentalisierte Ballade „Dreaming with a broken heart“, jedes Stück dieses Albums ist purer Genuss. Thematisch beschäftigt sich Mayer nunmehr mit dem Loslassen der Jugend, mit dem Älterwerden und mit Abschieden. Stets findet sich ein roter Faden in „Continuum“ wieder, es ist die optimale Mischung aus Konzeptalbum und loser Zusammenstellung und gehört nicht nur in die iTunes-Mediathek von Blues- und Bluesrock-Liebhabern, ganz im Gegenteil: Es ist so gut, dass es jeder Musikbegeisterte einmal gehört haben sollte.

Nach dem überragenden „Continuum“ kommt die große Enttäuschung. Mayer kündigt an, sich erst einmal zurück zu ziehen, um neue Inspiration zu finden. So kommt es, dass der Musiker bis Anfang 2009, bis auf wenige Cameo-Auftritte, völlig von der Bildfläche verschwindet. Doch dann die erlösende Nachricht: Mitte 2009 kündigt Mayer über seine Website an, sich mit ein paar befreundeten Musikern in ein abgelegenes Haus zurückziehen zu wollen, um ein neues Album aufzunehmen. Nach und nach werden mehr Details bekannt, z.B. dass die neue Platte den Titel „Battle Studies“ trägt und Mayer unter anderem die Trennung von Jennifer Aniston darauf musikalisch verarbeitet.

John Mayer

Am 17. November 2009 ist es nun soweit: Das mit 11 Titeln bestückte „Battle Studies“ kommt in die Läden. Die erste Single „Who says“ setzt genau dort an, wo „Continuum“ aufgehört hat. Es ist eine ruhige, folklastige Nummer geworden, die so wunderbar minimalistisch ist, dass sie viel Vorfreude auf das kommende Album macht. Immer wieder bemerkenswert ist, wie John Mayer es schafft, seine persönliche Lage in Tracks zu packen, die absolut auf den Punkt geschrieben sind. Jeder Mensch kann sich mit den Texten von Mayer identifizieren, weil sie von Alltäglichem erzählen und trotzdem diese Momente treffend beschreiben.

John Mayer

Auch mit „Battle Studies“ wird John Mayer wohl der große Durchbruch in Europa nicht gelingen. Nichts desto trotz ist und bleibt er ein großartiger Künstler, von dem man noch sehr viel in Zukunft erwarten kann. Doch für die nächsten zwei Jahre werden wir uns wohl erst einmal mit „Battle Studies“ zufrieden geben müssen.

P.S.: Eine Review von John Mayers „Battle Studies“ folgt natürlich hier auf PASSTHESTYLE.COM nach der Veröffentlichung des Albums am 17. November 2009. Hier kann man “Battle Studies” bereits vorbestellen!

John Mayer – “Who Says”: Das offizielle Video zur neuen Single!

Weitere Infos zu John Mayer:

Offizielle Website: http://www.johnmayer.com/

John Mayer in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/John_Mayer

John Mayer auf MySpace: http://www.myspace.com/johnmayer

John Mayer – Offizielle deutsche Website: http://www.johnmayermusic.de/

John Mayer auf Laut.de: http://www.laut.de/wortlaut/artists/m/mayer_john/index.htm

John Mayer Trio (JMT): http://www.johnmayertrio.com/

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