23rd May 2012

Faszination Street Art – eine Welt voll Adrenalin und Verwunderung

Posted by Reviewnator on Dezember-7-2009 one Commented

Street Art

„It’s very hard to define what is art“. Da ist wohl ein Funken Wahrheit dran. Kunst lässt sich schon lange nicht mehr in Schubladen einkategorisieren. Die Eindimensionalität des Kunstbegriffes hat ausgedient. So kommt es, dass Werke wie aufgeklebte Pappbecher auf einen mit Deckweiß bestrichenen Boden zu sechsstelligen Dollar-Beträgen verkauft werden. So kommt es aber auch, dass sich im Hochsicherheitstrakt des südkoreanischen „Museum of Art of Daejeon“ ein Charakter aus dem altbekannten Videospiel „Space Invaders“ wiederfindet. Kunst ist eben weder definierbar, noch aufhaltbar. Und genau das verkörpert die Street Art.

Street Art

„Shepard Fairey“. Ein Name, der wohl bis vor etwa einem Jahr außer einer kleinen Künstlergemeinde in Los Angeles niemandem geläufig war. Dann ging alles ganz schnell: Ein farbiger Senator aus Hawaii kandidiert für das höchste amerikanische Amt. Barack Obama for President. Die Magie des Moments geht auch an Fairey nicht vorbei. Er tut das, was er am besten kann. Er malt. Ein Poster nach dem anderen. Er schneidet Schablonen mit dem Konterfei Obamas und klebt und sprüht seine Kunstwerke überall in L.A. Dabei stellt er Obama als kantigen Mann dar mit einem rötlichen Schatten auf der einen Gesichtshälfte, einem bläulich auslaufenden Licht auf der anderen Hälfte. Unter jedes seiner Portraits schreibt er nur ein Wort: „Hope“.

Mittlerweile ist Shepard Fairey ein gefragter Mann. Ein John Lennon seiner Zunft, der Street Art-Bono. Seine Zeichnung von Präsident Obama hat ihn genau dazu gemacht, das Wort „Hope“ wurde im Wahlkampf zum Credo einer ganzen Generation. In der Zwischenzeit prangt die Marke „Fairey“ auf Skateboards, Kleidung, Drucken, Designerspielzeug und Lifestyleprodukten. Doch Fairey ist nicht der Einzige, der aus Straßenkunst Profit geschlagen hat.

Street Art by Shepard Fairey

Ein weiterer Aktionskünstler, dessen Malereien mittlerweile weltbekannt sind, versteckt sich hinter dem Pseudonym „Banksy“. Der Engländer wurde vor mehr als 20 Jahren mit den ersten Adbusters in der britischen Stadt Bristol auf nationaler Ebene bekannt. Doch schnell erschloss er auch die Vereinigten Staaten mit seinen typisch minimalistischen Schablonensprühereien, die stets eine politische Nachricht transportieren. Dabei macht Banksy bereits bestehende Motive zu seinem Spielzeug und modifiziert die Bilder so, dass meist ein konträrer Eindruck entsteht.

Hin und wieder erlaubt sich der Künstler einen kleinen Scherz. Dann tauchen auf einmal in weltbekannten Museen wie dem British Museum, dem Brooklyn Museum oder auch dem Louvre Bilder von ihm auf, die eigentlich gar nicht in die Galerien gehören. Er hängt sie einfach unbemerkt an eine freie Wand.

Street Art by Banksy

Wirft man einen Blick zurück in die Geschichte der Street Art, so könnte man behaupten, dass sie eine der ältesten Künste der Menschheit ist. Denn bereits die Höhlenbewohner in der Steinzeit malten ihre Zeichnungen von Tieren und Jagdszenen auf Felswände – im öffentlichen Raum. Bereits damals gab es bekannte Gemälde, die bald in ganzen Regionen zigfach auf den sandsteinernen Wänden zu finden waren. Da es aber zu Urzeiten noch keine Galerien und Kunstexperten gab, wäre es vermessen, den Ursprung ausschließlich dort zu suchen. Street Art wie sie heute bekannt ist, entstand in den späten 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit entwickelte sich in den schwarzen Ghettos der amerikanischen Großstädte eine noch völlig unbekannte Jugendbewegung, die später unter dem Namen „Hiphop“ zu weltweiter Bekanntheit führen sollte. Anfang der 70er fingen die ersten Afroamerikaner an, verschiedene Ausdrucksweisen für ihr Leid zu suchen. Sie ließen ihrem Unmut mithilfe von gereimten Wörtern freien Lauf und fingen an, mit Breakdance einen energetischen, progressiven Tanz zu entwickeln. Doch auch im malerischen Bereich setzten sie mit ihren Graffitis neue Akzente. Ob in Bahnhöfen, auf Stromkästen, an Hauswänden oder auf Zügen – zahlreiche bunte Malereien fanden sich im öffentlichen Raum wieder. Die moderne Street Art war geboren.

Street Art by Banksy

Street Art ist jedoch ein weiteres Feld als Graffiti. Bei Street Art spielt sich die Kunst nicht immer im zweidimensionalen Raum ab. Nicht nur ebene Oberflächen werden als Untergrund für Kunstwerke benutzt, auch Einrichtungen des öffentlichen Alltags wie Mülleimer, Straßenlaternen oder Hydranten werden mit in die Kunst einbezogen. Street Art ist alles das, was Verwunderung und Erstaunen auf die Gesichter der Betrachter treibt. Es ist der Aha-Effekt, von dem viele Künstler dieser Zunft so sehr schwärmen. Wenn ein Jogger morgens durch den Pariser Stadtwald läuft und plötzlich fassungslos stehen bleibt – vor einer aus Mosaik auf die Wand seines Lieblingscafés geklebten Figur von Super Mario.

Über diese Kunst könnte man Romane schreiben, so wie Banksy, der in seinen 3 Büchern eine sensationelle Mischung aus einem ‚track through history’ und Kommentaren zu seinen eigenen Werken gefunden hat. Doch was für Street Art in erster Linie spricht, sind ihre Kunstwerke.

Weitere Informationen zur Street Art:

Street Art auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Streetart

Offizielle Website von Shepard Fairey: http://obeygiant.com/

Offizielle Website von Banksy: http://www.banksy.co.uk/

Offizielle Website von Space Invader: http://www.space-invaders.com/

Informativer Artikel über Graffiti & Street Art

  • del.icio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • RSS
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • FriendFeed
  • LinkedIn
  • MySpace

Post a Comment

(required. But it will not be published)