23rd May 2012

Filmreview: Slumdog Millionaire

Posted by Amina Hassan on Dezember-1-2009 3 Commented

Slumdog Millionaire

In den Slums von Mumbai: Jamal Malik (Dev Patel), ein einfacher chaiwalla (Teejunge) in einem Callcenter, hat es geschafft: er ist Kandidat bei “Kaun banega croepati“ (zu deutsch: „Wer wird Millionär“). Aber wie kommt ein Waisenkind ohne Schulausbildung in solch eine Show? „Slumdog Millionaire“ erzählt in aufwühlender Weise davon.

Der genial fiese Quizmaster (Anil Kapoor) und das Publikum glauben nicht daran dass, Jamal eine Chance auf Sieg hat! Doch Jamal beantwortet nicht eine, sondern ALLE Fragen richtig. Woher sein Wissen stammt, das erfährt man anhand von Rückblenden, in denen man mehr über das Leben des Jungen erfährt. Jamal und sein Bruder Salim (Madhur Mittal) sind seit einem Anschlag auf ihr Viertel Waisen und verdienen ihr Geld mit kleinen Gaunereien. Eines Nachts lernen sie Latika (als Kind von Rubina Ali und als Erwachsene von Freida Pinto verkörpert) kennen, über ihre Vergangenheit ist nichts weiter bekannt außer dass sie ebenfalls Waise ist. Von nun an ziehen sie zu dritt umher und verrichten kleinere Arbeiten. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit Latika: die Freunde begegnen einem Mann der ihnen ein besseres Leben verspricht doch in Wahrheit betäubt er die Kinder, die gut singen können und lässt sie erblinden damit sie als Straßensänger für ihn arbeiten. Salim jedoch, der ein ausgesprochen großes Geltungsbedürfnis hat, kommt dahinter und warnt seinen Bruder und Latika. Die Kinder fliehen, doch Latika kann nicht mehr auf den Zug aufspringen – sie bleibt zurück.

Slumdog Millionaire

Die Jahre vergehen und die Brüder wachsen zu jungen Männern heran. Salim versinkt immer tiefer in einem Netz aus Mord, Drogen und Gewalt, denn er arbeitet für die Mafia. Jamal jedoch, der mit dem Lebensstil seines Bruders nichts anfangen kann, arbeitet in einem Callcenter in Mumbai als Teejunge. Es ist zwar kein guter Job aber es ist ehrliche Arbeit. In der Zwischenzeit haben die Brüder Latika wiedergetroffen doch sie arbeitet für einen reichen, einflussreichen Mann und es scheint als ob die Liebesgeschichte zwischen Jamal und Latika keine Zukunft hat.

Slumdog Millionaire

Zwar besucht Jamal Latika einmal heimlich um ihr klar zu machen, dass er mit ihr fliehen und ein besseres Leben anderswo aufbauen will. Er wartet am Bahnhof auf sie aber in letzter Minute wird sie von den Hintermännern ihres Herrn überwältigt und entführt. Nur um wieder Kontakt mit ihr aufnehmen zu können, nimmt Jamal bei KBC teil. Wenn Latika ihn im Fernsehen sieht, so hofft er, wird sie sich mit ihm in Verbindung setzen. Dass er tatsächlich bis zur Millionenfrage kommt, damit hätte Jamal nie gerechnet. Doch es kommt wie es kommen muss: als er die letzte Frage beantwortet hat wird er von Polizisten, die der Quizmaster gerufen hat, überwältigt und auf die Polizeiwache gebracht. Der Inspektor (Irfhan Khan) glaubt ihm zunächst nichts. Jamal wird gefoltert um zuzugeben, dass er betrogen und Indien hinters Licht geführt hat. Doch Jamal wehrt sich gegen die Vorwürfe. Langsam dämmert es auch dem Inspektor: der Junge vor ihm kennt zwar nicht mal die Nationalhymne und hat von Mathematik nicht den Hauch einer Ahnung aber was er erzählt klingt zu spektakulär als dass man es erfinden könnte.

Slumdog Millionaire

Danny Boyles Oscar-gekröntes Werk basiert auf dem Roman “Q&A: Question and Answer” von Vikas Swarup. „Slumdog Millionaire ist anders“: die Schauspieler sind allesamt aus Indien mit Ausnahme von Dev Patel, der in London aufgewachsen ist. Irfhan Khan und Anil Kapoor sind in ihrer Heimat schon lange große Stars. Durch „Slumdog Millionaire“ sind sie nun der ganzen Welt bekannt. Ursprünglich wollte Danny Boyle die Rolle des Quizmasters mit Shah Rukh Khan besetzen doch King Khan lehnte aus zeitlichen Gründen ab und so bekam Anil Kapoor die Rolle.

Slumdog Millionaire

„Slumdog Millionaire“ ist kein Bollywoodfilm, er erzählt eine realistische Geschichte, keine wahre Geschichte aber eine Geschichte über ein Land, dessen Rechtssystem korrupt und bestechlich ist. Das Leben in den Slums wird gezeigt, doch auch das Taj Mahal und die Aussage des Films ist, wenn man so will: Gib niemals auf ,kämpfe für ein besseres Leben und halte an deinen Träumen fest.

Slumdog Millionaire

In Indien wurde der preisgekrönte Film einerseits euphorisch gefeiert, denn er ist der erste “hinglishe” (Mischung aus englisch und hindi) Film, der mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Auf der anderen Seite wurde Boyle vorgeworfen, ein falsches Bild von Indien zu zeigen. Boyles Slum trägt einen fiktiven Namen und präsentiert der Welt einen Ort, den es so nicht gibt.

Allen Vorwürfen zum Trotz ist „Slumdog Millionaire“ der Beweiß, dass die indische Filmindustrie, mit dem Gewinn des Oscars auch weiterhin ihren Ruf als aufstrebende und vielversprechende Kreativschmiede ausbauen kann.

Bewertung:

Bewertung 5 von 5

Filminformationen:

Genre: Liebesdrama

DVD/Blue-Ray-Release: 26.11.2009

Regie: Danny Boyle

Drehbuch: Simon Beaufoy, Vikas Swarup

Schauspieler: Dev Patel, Freida Pinto, Madhur Mittal, Anil Kapoor

Offizielle Website: http://www.slumdog-millionaer.de/

Trailer: Jetzt anschauen!

IMDB-Seite: http://www.imdb.com/title/tt1010048/

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