19th May 2012

Lass die Bluse zu, Emmanuelle!

Posted by Tino Socaly on Dezember-15-2009 one Commented

Lass die Bluse zu Emmanuelle

Starten wir heute mal mit einem Film, den das Jungvolk wahrscheinlich nicht kennt, nämlich „A League Of Their Own“ (im Deutschen: „Eine Klasse Für Sich“). Es geht um eine ausschließlich aus Frauen bestehende Baseballmannschaft, und in einer Szene schlägt die von Madonna gemimte Spielerin Mae vor, aus PR-Gründen sollte während des aktuellen Matches ihr Trikot aufspringen, um ihre Brüste zu enthüllen.

Worauf Kollegin Doris anmerkt: „You think there are men in this country who ain’t seen your bosoms?“ Tatsächlich bleibt Madonnas Busen während der gesamten Laufzeit züchtig bedeckt, beispielsweise durch einen an Hässlichkeit kaum zu überbietenden BH, aber es stimmt schon: Im Laufe einer beeindruckenden Karriere hat Frau Ciccone ihre Brüste so oft nackt in diverse Kameras gehalten, dass man(n) die Dinger irgendwann schon kaum mehr sehen wollte.

Emmanuelle Beart

Wenden wir uns in direkter Folge dem heutigen Thema zu, welches mit unverhüllten Körperteilen zu tun hat. Aus nicht näher definierten Gründen scheint es nämlich im Interesse des meist männlichen Kinogängers zu liegen, seine Idole zu sehen, wie Mutter Natur sie schuf. So mancher fängt sich einen Virus ein, wenn er mit ausgeschaltetem Hirn den Anhang einer Mail öffnet, welche „Pamela Anderson nude!“ verspricht. Im Internet kursieren unzählige Seiten, die verwackelte Fotografien von Promis im Badeanzug oder noch leichter bekleidet anbieten. Wer es gar nicht mehr aushält, besucht andere Websites, um dort grausam schlechte Fotomontagen zu sichten, welche die Körper irgendwelcher Pornostars mit – je nach Interessenlage – dem Gesicht von weiblichen oder männlichen Stars verzieren. Warum das so ist, mögen Psychologen klären; schließlich haben weder Angelina Jolie noch Brad Pitt etwas, das man nicht schon in anderer Ausführung zigfach gesehen hätte.

Emmanuelle Beart

Womit wir wieder bei unserer zeigefreudigen Möchtegern-Darstellerin Madonna wären. In ihrem Fall mag das permanente Blankziehen ja auch mit eher minderwertigem schauspielerischen Talent zusammenhängen, doch es gibt auch fähige Mimen, die permanent im Evaskostüm um die Bäume springen und sich auf Dauer nur noch lächerlich machen. Willkommen, Emmanuelle Béart! Eine schöne Frau, die man gern anschaut, ohne Zweifel. Dass sie als „La Belle Noiseuse“ („Die Schöne Querulantin“) bei einer Laufzeit von knapp vier Stunden gerade mal ungefähr zehn Minuten bekleidet war, macht im Kontext des elegischen, ästhetischen Films auch wirklich Sinn. Doch Béart scheint später auf den Geschmack gekommen zu sein und sparte zukünftig immer wieder Kleidung, wo es sich als unnötig erwies. Man erinnere sich beispielsweise an „Un Crime“ („A Crime“), grundsätzlich ein – leider ziemlich fahriges – Krimidrama, wo sie neben Harvey Keitel auftrat: Wieso musste Béart sich auch in diesem finsteren Bild menschlicher Abgründe nackt vor die Kamera begeben, um mit Keitel, auf dessen Blöße man zudem verzichten könnte, eine Liebesszene zu drehen?

Emmanuelle Beart

Noch viel alberner ging es in „L’enfer“ („Wie In Der Hölle“) zu: Hier gab Béart eine von drei psychisch gebeutelten Schwestern namens Sophie, welche seitens ihres Gatten nicht mehr begehrt wird und sich selbst ständig beim Versuch demütigt, ihn der Untreue zu überführen. Schwerer Stoff also, leider blödsinnig umgesetzt, nämlich wie folgt: Sophie steht am Rande des mentalen Zusammenbruchs – und reißt sich deswegen die gesamte Oberbekleidung vom Körper. Sophie folgt ihrem Mann in ein Hotel, welches als Stätte seines Fremdgehens dienen könnte – was läge näher, als sich dort sogleich der Bluse zu entledigen? Sophie sitzt weinend in ihrem Haus – natürlich nackt. Sophie schreit und kreischt sich ihre gebrochene Seele aus dem Leib – dazu passen in die Linse geschwenkte Brüste. Und so weiter. Bei solchem Übermaß an völlig falsch eingesetzter Erotik (?) könnte man glatt vergessen, dass es sich bei Béart um eine superbe Darstellerin handelt, welche mit Blicken, einem Lippenkräuseln oder gehobenen Augenbrauen ganze psychische Welten anzudeuten in der Lage ist.

Emmanuelle Beart

Kürzlich erschien ihr bislang vorletzter Film „Vinyan“ auf DVD, erneut ein finsteres Drama. Da es unglücklicherweise aber im Dschungel spielt, wo es bekanntlich warm und feucht ist, darf man befürchten, Béart wieder mal ohne alles erleben zu müssen. Liebe Emmanuelle, Du kannst doch so viel mehr! Lass die Brüste dort, wo sie hingehören, sonst wirst Du irgendwann wirklich nur noch auf ein Tittenmäuschen reduziert! Und das wollen wir doch alle nicht. Oder?

Der Tino

Weitere Informationen zu Emmanuelle Béart:

IMDB-Seite

Filmstarts.de Seite

Wikipedia Eintrag


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