5th February 2012

Posts Tagged 'Drama'

Filmreview: Black Snake Moan

Posted by Reviewnator on Juli 18 2007 Add Comments

Black Snake Moan

Selten hat man ein so irreführendes Filmplakat gesehen: „Everything is Hotter Down South“ verkündet es in reißerischer Schrift. In der Mitte des Bildes sieht man einen grimmigen Samuel L. Jackson im Unterhemd, an einer schweren Kette vor ihm auf den Knien ein blondes, wohlproportioniertes Weib wie ein lüsterner Schoßhund. Man denkt, das Plakat für einen weiteren Teil der Grindhouse -Reihe vor sich zu haben oder tief in die Blaxploitation-Zeit zurückgeworfen worden zu sein. Aber weit gefehlt – denn statt stumpfem Sexismus und derber Gewalt bekommt man mit „Black Snake Moan“ ein durchaus feinfühliges und atmosphärisches Drama,  das bis in die kleinste Pore vom Blues durchtränkt ist.

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Filmreview: Zodiac

Posted by Reviewnator on Juli 14 2007 Add Comments

Zodiac

Nun endlich also doch, besser spät als nie und auf mehrmaligen Wunsch: Die Kritik zu Zodiac. Passend also zum DVD-Start, zumal der Film mit seinen 158 Minuten ein enorm ausgeprägtes Sitzfleisch erfordert, das man sicher im trauten Heim besser aufzubringen vermag als im Kino.

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Filmreview: Alpha Dog

Posted by Reviewnator on Mai 4 2007 Add Comments

Alpha Dog

So genannte Alphatiere sind der Definition zufolge in der Regel die kräftigsten und erfahrensten Tiere einer Gruppe. Abweichend von der Definition bezeichnet man als Alpha-Tier häufig auch autoritäre, nicht kompromißbereite und/oder machtbesessene Menschen. In Nick Cassavetes neuem Film wimmelt es davon geradezu.

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Filmreview: Das Streben nach Glück

Posted by Reviewnator on Februar 13 2007 Add Comments
Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. So wird es doch immer wieder angepriesen, wenn es sich um Zukunftsträume handelt. Jährlich versuchen Millionen von Menschen dort ihr Glück, vom Tellerwäscher zum Millionär aufzusteigen. Dabei vergessen viele, dass jährlich Millionen von Menschen auf ihrem Weg dahin einfach nur versuchen, ein Dach über dem Kopf zu behalten. Ein Paradebeispiel dafür ist Chris Gardner. Ein intelligenter und arbeitswilliger Ehemann und Vater, der trotz immer wiederkehrender Enttäuschungen täglich ums Überleben seiner Träume kämpft. Basierend auf einem 20/20 Bericht über den jetzigen erfolgreichen San Francisco Börsenmakler, der einst Armut, Schulden und Obdachlosigkeit durchlebte, hat sich Regisseurin Gabriele Muccino und Drehbuchautor Steven Conrad seiner Geschichte angenommen.
San Francisco 1981. Chris Gardner (Will Smith) und seine Frau Linda (Thandie Newton) führen ein typisch amerikanisches Leben an der Grenze zur Armut. Nachdem beide vor 5 Jahren von der Idee überzeugt waren all ihr Gespartes in teures medizinisches Equipment zu investieren um es profitreich an Krankenhäuser zu verkaufen, sitzen sie heute immer noch auf der Hälfte der teuren Scanner rum. Ihr Geld ist knapp, ihr Essen rar und ihre Miete im Rückstand. Doch auch wenn Chris mit Anzug und Krawatte nicht aufgibt die Geräte ambitioniert an den Mann bringen zu wollen, muss Linda inzwischen schon Doppelschichten in schlecht bezahlten Jobs annehmen. Eine Situation, die sich stark auf ihre Beziehung auswirkt. Sogar so sehr, dass sie sich eines Tages einfach ihren Sohn Christopher (Jaden Smith) schnappt mit der Idee, zu ihrer Schwester nach New York zu reisen. Und der Moment hätte nicht schlechter gewählt sein können für den hingebungsvollen Vater. Chris hat nämlich nach gezeigter Beharrlichkeit mehr schlecht als recht eine 6-monatige Wettkampf bestimmende Praktikantenstelle beim Börsenmakler Dean Witter erhalten. Unbezahlt und für eine zukünftige Anstellung mit mehr Risiken als Versprechungen verbunden, kann er Linda in letzter Minute jedoch davon überzeugen, das alleinige Sorgerecht zu bekommen. Doch das Leben ist wie immer alles andere als gerecht und unglückliche Umstände scheinen Chris geradezu zu verfolgen. Denn während er nun tagsüber versucht mit seinem Potential ein geordnetes Leben zu erzielen, muss er nachts stets nach einer Unterkunft für ihn und seinen Sohn ringen. Er begibt sich auf eine Odyssee an der physischen und emotionalen Grenze der Machbarkeit.
Der Film wurde vom realen Leben des Chris Gardners, der inzwischen seine Autobiographie geschrieben hat, nur leicht abgeändert. Er ist kein Werk das einen himmelhoch jauchzend in gute Stimmung bringen soll, sondern eher eine Widerspiegelung der dramatischen Verhältnisse seines damaligen Lebens. Mehr noch, es ist vor allem ein Film der Vaterliebe portraitiert. Eine Vater-Sohn Beziehung, die buchstäblich durch Dick und Dünn geht.
Will Smith spielt die Rolle des Chris Gardner. Ein Mann der immer beste schulische Noten erzielte und durch ungünstige Zufälle auf der Schattenseite des Lebens landete. Er scheint sich konstant rennend auf dünnem Eis zu befinden mit mehr Töpfen auf dem Herd als er händeln kann. So kümmert er sich um die Erziehung und das Wohlbefinden seines Sohnes während er gleichzeitig aber auch versucht Geld in die Taschen zu bekommen. Aufgeben kommt ihm dabei nicht in den Sinn, denn das würde verlieren bedeuten. Und das letzte was er für seinen Sohn will, ist ein Verlierer zu sein. Smith zeigt dabei zu welch gutem Schauspieler er seit ‚Prince of Bel Air’ herangereift ist und beweist in diesem Film ganze Bandbreite. Doch vielleicht hatte er es auch einfach, mit seinem eigenen Sohn an seiner Seite. Jaden Smith der in der Rolle des Christopher Gardner prämiert, konnte bei seinem Vater mit ein wenig Vorstellungskraft wahrscheinlich besser Emotionen erringen als jeder andere Jungschauspieler. Das fantastische an ihrer Leistung ist die nicht überzogene Beziehung. Sie fühlen sich wohl miteinander ohne sich jedoch übertriebene Aufmerksamkeit zu schenken. Und Jaden hat definitiv Talent. Er könnte die männliche Antwort auf Dakota Fanning sein.
Seine Frau Linda, gespielt von einer knochigen Thandie Newton, kann den Stress und die Sorge ums Überleben nicht mehr länger verkraften. Ihre Liebe zu ihrem Mann scheint sie schon lange verloren zu haben. Und auch wenn sie ihren Sohn liebt, so weiß sie um ihre eigene Unfähigkeit. Newton hat dabei den Part des Bösewichts erwischt. Sie wird in ihrer Rolle als geduldlose Ehefrau und aufgebende Mutter keine Sympathie des Zuschauers erhalten.
Der echte Chris Gardner, der seit Bekanntgabe des Filmes etliche Interviews gab und in unzähligen Talkshows zu sehen war, läuft am Ende des Filmes in teurem Zwirn über SF’s Strassen. Seine Geschichte ist das Sinnbild für das am Anfang erwähnte Sprichwort. Und wahrscheinlich warum auch dieses Jahr wieder horrende Anzahlen an Green Cards ausgestellt werden.
Auch wenn sich der deutsche Titel „Das Streben nach Glück“ eigentlich mehr nach einer Überschrift auf einem Sekten-Handout anhört, handelt der Film doch nur um eines – Vaterliebe. Als Thema noch heute aktuell, zeigt er uns wie nah wir täglich am Abgrund stehen, wie schnell man tief fallen kann und wie schwer es ist aus dem Loch wieder herauszuklettern. Ein Film der das Leben von Millionen von Menschen portraitiert.

Das Streben nach Glück

Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. So wird es doch immer wieder angepriesen, wenn es sich um Zukunftsträume handelt. Jährlich versuchen Millionen von Menschen dort ihr Glück, vom Tellerwäscher zum Millionär aufzusteigen. Dabei vergessen viele, dass jährlich Millionen von Menschen auf ihrem Weg dahin einfach nur versuchen, ein Dach über dem Kopf zu behalten. Ein Paradebeispiel dafür ist Chris Gardner.

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Filmreview: Blood Diamond

Posted by Reviewnator on Februar 2 2007 Add Comments
Selten hat mich ein Thema so bewegt wie der illegale Handel mit so genannten „Blutdiamanten“ auf dem afrikanischen Kontinent. Mit „Blood Diamond“ wird dieses unfassbare Dilemma nun endgültig ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Zeitungen nehmen das Thema wieder auf und selbst der ein oder andere TV-Sender berichtet dieser Tage über die schrecklichen Ereignisse Mitte und Ende der 90er im zweitärmsten Land dieser Erde: Sierra Leone.
Ob man will oder nicht – jeder einzelne von uns wird noch immer mit den blutigen Diamanten konfrontiert, nämlich in den unzähligen Schaufenstern der Juweliers. Tragischerweise geschieht dies nur unterbewusst, denn wer weiß schon, dass die Klunker in der Auslage von Swarovski und Co. eventuell aus den Krisengebieten Sierra Leone, Liberia oder Guinea stammen könnten. Trotz angeblich beendetem Krieg in diesen Regionen und dem scheinbar glaubhaften Gütesiegel „konfliktfrei“ gelangen beispielsweise über Angola noch immer illegale Blutdiamanten auf den europäischen Markt, die vorher in Indien mit konfliktfreien Steinen gemischt wurden. Und obwohl man über dieses Thema ein 12-seitiges Essay schreiben könnte, hat es Regisseur Edward Zwick geschafft, mit „Blood Diamond“ einen äußerst dichten, kritischen und informativen Thriller zu kreieren.
Danny Archer (Leonardo DiCaprio) ist ein knallharter Diamantenschmuggler. Durch den frühen und gewaltvollen Verlust der Eltern und andauernden Auseinandersetzungen mit der Regierung Sierra Leones und der Revolutionary United Front (RUF) wirkt der frühere Soldat gefühlskalt und skrupellos. Als er wegen Diamantenschmuggels festgenommen wird, trifft er in einem Gefängnis einen Mann, der angeblich einen rosaroten Stein von der Größe eines Frühstückseis gefunden und anschließend in den Regenwäldern Sierra Leones vergraben haben soll. Danny versucht mit allen Mitteln den Stein zu bekommen, der zugleich sein Ticket raus aus einem vom Bürgerkrieg zermürbten Land ist. Doch als er die Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly) kennen lernt und vom tragischen Schicksal seines Wegbegleiters Solomon Vandy erfährt, beginnt Archer über sich selbst und seine permanent abweisende Art nachzudenken. Der Reiz des großen, rosa Steins überwiegt im Endeffekt aber doch und so kommt es zu einer riskanten Suche nach dem Schatz, auf der Solomon seinen 10-jährigen Sohn wieder trifft, der in der Zwischenzeit ein Mitglied der RUF geworden ist.
Normalerweise tut es politisch orientierten Filmen nicht gut, wenn große Schauspielernamen wie die eines DiCaprios oder einer Jennifer Connelly die eigentliche Handlung in den Hintergrund drängen. Glücklicherweise ist das bei „Blood Diamond“ nicht der Fall und so ist man doch positiv überrascht, wie hart die Story die blutige Diamantenpolitik Afrikas und des Westens bloß stellt. Gerade erwähnter Leonardo DiCaprio spielt ganz nebenbei die Rolle seines Lebens. Schon nach „The Departed“ konnte man tendenziell erkennen, dass die Liebhaberzeiten Leos passé sind. „Blood Diamond“ unterstreicht diese Tendenz voll und ganz und schlussendlich muss jeder loyale Zuschauer eingestehen: DiCaprio eignet sich exzellent für solche Rollen. Jennifer Connelly spielt dabei den perfekten Konterpart. Neben nicht unerheblichem schauspielerischen Talent verfügt sie über eine faszinierende Ausstrahlung, die durch Reife und charakteristische Züge geprägt ist.
„Blood Diamond“ ist das erste Kino-Highlight des noch jungen Jahres 2007. Ein unfassbar packender Film über den grausamen Schmuggel der Blutdiamanten und über ein Land, das in vielen Sagen vorkommt, dessen Realität wahrscheinlich aber noch erheblich ernüchternder aussehen mag. Nach diesem Film und einer anschließenden Internet-Recherche könnten selbst leidenschaftliche Jesus-Piece Träger und Pseudo-Pall-Wall-Griller zur Vernunft kommen und endlich begreifen, dass wahrscheinlich Unmengen afrikanisches Blut für die kostbaren Edelsteine am Hals geflossen ist. „In America it is bling, bling. Here it is bling, bang!” (Danny Archer)

Blood Diamond

Selten hat mich ein Thema so bewegt wie der illegale Handel mit so genannten „Blutdiamanten“ auf dem afrikanischen Kontinent. Mit „Blood Diamond“ wird dieses unfassbare Dilemma nun endgültig ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Zeitungen nehmen das Thema wieder auf und selbst der ein oder andere TV-Sender berichtet dieser Tage über die schrecklichen Ereignisse Mitte und Ende der 90er im zweitärmsten Land dieser Erde: Sierra Leone.

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Filmreview: Dreamgirls

Posted by Reviewnator on Januar 31 2007 Add Comments
Es gibt Leute im Fernsehen, die sind einem einfach sympathisch. Leute, denen man von ganzem Herzen den Erfolg nicht nur gönnt sondern geradezu auch wünscht. Und dabei ist es scheiß egal ob man selbst zu guter letzt immer noch Tag ein Tag aus Stulle essen muss und der Favorit inzwischen teuren Kaviar futtert.
Vor allem dann wenn das alte Sprichwort ‚Vom Tellerwäscher zum Millionär’ wahr zu werden scheint. Eine dieser Personen bei der das zutrifft ist Jennifer Hudson. Finalist der Reality Show American Idol im Jahre 2004, unverständlicherweise rausgeflogen mit den Worten „you will never be a star“, Anlass zum Aufschrei Elton Johns von wegen Diskriminierung und heute, 3 Jahre später – gefeierter Star des neuen Hit Musicals „Dreamgirls“ von Bill Condon. Ein Film, angelehnt an die Geschichte der Supremes um Diana Ross und für sage und schreibe 8 Oscars nominiert.
Effie White (Jennifer Hudson), Deena Jones (Beyonce Knowles) und Lorelle Robinson (Anika Noni Rose) singen schon zusammen seit sie 12 Jahre alt waren. Doch auch wenn sie sich von einem Talentwettbewerb zum anderen durchschlagen, der erhoffte Erfolg bleibt immer noch aus. Eines abends aber treffen sie auf Curtis Taylor Jr. (Jamie Foxx), Autoverkäufer bei Tag, Manager bei Nacht. Er verspricht ihnen einen Auftritt als Background Sängerinnen mit James Early (Eddie Murphy), bei dem sie von einer Minute zur anderen mit Curtis nicht nur einen Manager sondern auch einen Job haben und richtiges Geld verdienen. Jimmy Early und die Dreamettes gehen auf Tour. Kurze Zeit später durch Effis Bruder C. C. (Keith Robinson) landen sie sogar einen Hit, doch das weiße Amerika geprägt von Rassismus klaut den Song und ihnen das Geld. Curtis fährt jetzt schwere Geschütze auf und kauft sich in das korrupte Radiogeschäft ein. Doch als er die Band in einem nur für Weiße zugängigen Club auftreten lässt, fällt ihm auf – die Dreamettes und Early passen nicht mehr zusammen. Early ist nicht gemacht für das weiße konservative Publikum, denen seine sexuellen Gesten gar nicht gefallen. Er entscheidet, sie von ihm zu trennen. Doch als er auch noch festlegt die graziöse engelsgleiche Deena statt der stimmgewaltigen robusten Effie lead vocal singen zu lassen, ist das der Anfang vom Ende. Denn auch wenn sich jetzt plötzlich der internationale Erfolg der neuen Dreamgirls einstellt, wird Effie langsam aber sicher nicht nur aus der Band, sondern auch aus der Liebesbeziehung zu Curtis gedrängt.
Auch wenn ich persönlich ein Freund von Musical Filmen bin, zumindest was die alten 40/50’ger mit Fred Astaire, June Allyson oder Judy Garland betrifft, Moulin Rouge und Chicago haben mich damals nicht aus den Angeln gehoben. Der eine Film war mir zu schnulzig und zu seicht und der andere bis aufs tapdancing uninteressant. ‚Dreamgirls’ aber ist ein Kaliber anderer Natur. Er hat ein gute Storyline gefüllt mit amerikanischer Geschichte, hervorragende Schauspieler und eine Musik, bei der sich jeder mit nur einem Funken an Rhythmusgefühl nicht gegen die automatischen Bewegungen seiner Beine wehren kann. Doch viel besser noch ist, dass der Film Einblick in den Aufstieg und Fall der Supremes gibt.
Diana Ross wird wohl angenehm überrascht sein. Als Grund für das Auf und Ab der original Supremes kommt sie als Deena Jones erstaunlich gut weg. Jungfräulich, unterwürfig und sooo lieb und nett. Und obwohl jeder in der Musikbranche weiß, dass das wohl eine dicke fette Lüge ist, war es wohl hinsichtlich eventueller Klagen ihrerseits eine Notwendigkeit des Filmstudios. Lebende Legenden verärgert man schließlich nicht. Bei den anderen Original Mitgliedern Florence Ballard und Mary Wilson ist das aber wieder was ganz anderes. Ballard (Effie) wird als egoistisches und stures Dickerchen dargestellt und Wilson (Lorelle) als graue nebensächliche Teenie Maus ohne besonderen Status. Ballard, die ja im wahren Leben so einiges durchmachen musste, wird sich wohl im Grabe umdrehen.
In der ersten Stunde des Filmes wird einem Stück für Stück die Geburt der Dreamgirls (Supremes) näher gebracht. Vom schweren Anfang über den mittelträchtigen Erfolg bis hin zum internationalen Starrummel. Doch danach – mit dem Rausschmiss von Effie – verliert die Geschichte ein wenig an Momentum. Der Regisseur versucht die einigermaßen komplette Story um jeden Darsteller bis zu Deenas Ausstieg 1970 in nahezu 25 Minuten unterzubringen. Doch das ist meiner Meinung nach das einzige Manko am Film. Oder an der letzten halben Stunde, denn die Kostüme, die Frisuren, die Fotos oder die falschen Jackson Five, lassen nie an der Story zweifeln.
Auch hätten die Schauspieler nicht besser gecastet werden können. Jennifer Hudson, die ja bekanntermaßen für die Rolle einen Golden Globe bekam und bereits für den Oscar nominiert wurde, stiehlt der eigentlichen Hauptperson Beyonce klar die Show. Sie hat den Part einer starken Frau mit einer starken Stimme übernommen. In dem Film geht’s um sie und niemanden anders. Beyonce wie gesagt, hat zwar eine tolle Stimme, eine super Figur, ein hübsches Gesicht und schauspielerisches Talent, doch wen interessiert es hier. Sie geht neben Hudson unter, wirkt ein wenig zart und ragt nicht hinaus. Ich nehme an sie wird definitiv mehr Erfolg mit laszivem Hüften bewegen erringen als als ernstzunehmende Darstellerin.
Eddi Murphy – ebenfalls verdienter Golden Globe Gewinner – spielt zwar einen exzentrischen und irgendwann drogenabhängigen Verlierer, doch all das mit soviel Seele, dass er einem sympathisch ist. Allerdings lacht er in einer Szene wie Professor Klump, das man annimmt er würde gleich 100 kg zunehmen. Der einzige, den man zum Schluss nicht mehr leiden kann ist Jamie Foxx als Curtis. Seiner Rolle gerecht, scheint Geld wirklich den Charakter zu verderben, was er sehr gut rüberbringt. Und auch wenn Kritiker meinen, er gäbe in seiner Rolle nicht alles, bin ich hierzu anderer Meinung. Er tat was von ihm verlangt wurde. Er spielt Barry Gordy.
Dreamgirls ist ein Musical Film mit Power und Unterhaltung wie wir ihn heutzutage selten zu sehen bekommen. Er überzeugt mit emotionsgeladenen Charakteren und musikalischen Klassikern. Dabei wirkt er weder überzogen noch langatmig oder schnulzig. Er ist für jeden sehenswert – vor allem aber für diejenigen, die gute alte klassische R&B Musik lieben.

Dreamgirls

Es gibt Leute im Fernsehen, die sind einem einfach sympathisch. Leute, denen man von ganzem Herzen den Erfolg nicht nur gönnt sondern geradezu auch wünscht. Und dabei ist es scheiß egal ob man selbst zu guter letzt immer noch Tag ein Tag aus Stulle essen muss und der Favorit inzwischen teuren Kaviar futtert.

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Filmreview: Children Of Men

Posted by Reviewnator on Dezember 2 2006 Add Comments
Wir schreiben das Jahr 2027. Die Welt ist dem Terror und der Gewalt verfallen. Angst, Elend und Machtlosigkeit spiegeln sich in den trostlosen Gesichtern der Bevölkerung wider. Eine Situation, in der auf den verkommenen grauen Straßen niemand dem grausamen Alltag entkommen kann. Überall Gewehre. Überall Schüsse. Überall Schreie. Wir haben die Hölle auf Erden. Eine Hölle, in der vor allem seit 18 Jahren Unfruchtbarkeit auf allen Kontinenten herrscht. Wir haben eine aussterbende Welt ohne Kinderlachen. Ein Ort des Horrors im aussichtslosen Kampf ums Überleben.
Dies ist mehr oder weniger der Hintergrund des neuen Filmes „Children of Men“, dem sich der Direktor Alfonso Cuaron (Great Expectations, Harry Potter 3) nach dem Buch von P. D. James angenommen hat. Eine eigentlich unvorstellbare und zugleich nach heutigem Menschheitsbild vielleicht sogar doch vorstellbare Zukunft, wenn man Politik, Umwelt und Wahnsinn bedenkt. Cuaron macht mit Hilfe seiner Hauptdarsteller aus diesem Film einen Thriller und ein Drama zugleich. Ganz im Sinne von Zyniker trifft Unschuldslamm mit massenweise Explosionen und Blut.
London. Der frühere Aktivist Theo (Clive Owen), knapp einem herkömmlichen Morgen-Attentat entkommen, wird auf seinem Weg nach Hause von seiner ehemaligen Geliebten und heutigen Rebellenführerin Julian (Julianne Moore) gekidnappt. Sie braucht seine Hilfe. Wenn auch zuerst zögernd willigt er letztendlich für viel Geld ein, Überführungspapiere für die junge illegale Einwanderin Kee (Clare-Hope Ashitey) zu besorgen. Doch die Flucht von Kee, Julian und Theo zusammen mit 2 anderen Rebellen verläuft nicht wie geplant. Mitten in den Wäldern Englands werden sie von einer Schar Aufsässigen attackiert, wobei Julian sogar erschossen wird. Gehetzt sowohl von Rebellen als auch von Soldaten kommen sie in einem fragwürdigen Organisationshaus unter. Dabei entpuppt sich Kee aber zu Theos Erstaunen als schwangere Frau. Als erste schwangere Frau seit 18 Jahren auf der ganzen Welt. Eine Situation, die alles nicht nur komplizierter aber vor allem auch blutiger macht. Denn jeder will dieses Baby. Das Baby der Hoffnung. Auch mit Gewalt. Theo und Kee bleibt daher nur eines: rennen…
Cuaron hat schon eine hervorragende Vorstellungskraft, das muss ich zugeben. Er verbindet in diesem Film anschaulich jede einzelne mögliche Misere der zukünftigen Menschheit bei der man das Gefühl hat, Bilder eines modernen dritten Weltkrieges zu sehen. Maskiert wie ein Mix aus Europa in den 40’ern und Mittlerer Osten heute, samt Käfigen für illegal Eingewanderte mit fortschrittlicher Technologie als Hintergrundbild, sah London selbst an den besten Regentagen nie so schlecht aus. Mit hervorragender Kameraführung schuf Cuaron einen Thriller mit magenumdrehendem Effekt, bei dem man jeden Moment das schlimmste erwartet, die Hoffnung aber nie verliert. Der Film bringt uns in eine Welt des Grauens. Alles natürlich mit Hilfe seiner Charaktere, die ihm dabei helfen die Geschichte glaubwürdig und nachdenklich rüberzubringen.
Das bringt mich auch gleich zu Clive Owen. Ein Schauspieler mit Hits und Flops. Eine Art moderner James Stewart, der nie eine Waffe zieht oder jemanden umbringt, trotzdem aber der Rolle den notwendigen Charakter verleiht. So auch in „Children of Men“, den er ehrlich gesagt ganz allein auf seinen Schultern trägt. Ob blutverschmiert heulend, in Flip Flops rennend oder einfach nur nachdenklich starrend – Owen ist der Held des Filmes wie einst der große Star der goldenen Hollywood Ära.
Julianne Moore auf der anderen Seite wird zwar namentlich den ganzen Film über erwähnt, hat aber realistisch nicht allzu viel Screentime. Als frühere Frau an Theos Seite stirbt sie nämlich relativ schnell. Jedoch verleiht auch sie ihrem Charakter Julian den gewünschten Effekt. Als dreifache Oscarnominierte war das ja auch zu erwarten. Trotz alledem hätte ich gern mehr von ihr gesehen. Mit Owen nämlich hat sie hervorragende Chemistry.
Der im Film als einziger Freund Theos in Rente gegangene dope-rauchende Zeitungscartoonist Jasper, wird gespielt von einem wie immer brillanten Michael Caine. Er verleiht einfach jedem Film die besondere Note. Aussehend wie der Zwillingsbruders Albert Einsteins ist sein Charakter zwar nicht ernst zu nehmend gedacht, für die Story aber notwendig. Scheint, als konnte er wohl mal richtig locker lassen.
Der Neuling Claire-Hope Ashitey (Kee) aber ist die Frau um die es im Film wirklich geht. Sie spielt die schwangere Welthoffnung ohne wirkliche Ahnung um ihre Person. Eine illegale Einwanderin mit einem schwerlastigen Akzent, deren Rolle zeitweise wirklich nervig ist. Aus welchem Grund auch immer. Nicht das sie schlecht spielt, aber sie kommt gegen die Stars nicht an. Eigentlich spielt sie eine Nebenrolle als Hauptrolle. Owen hätte auch mit einem Reagenzglas durch die Gegend laufen können.
Auch wenn ich Parallelen zur Story von ‚Enemy of the State’ mit Will Smith sehe, hat Cuaron mit „Children of Men“ den vielleicht bisher nachdenklichsten Zukunftsfilm für Mann und Frau auf die Leinwand gebracht. Bestückt mit viel schwarzem Humor, Gewalt und technischen Besonderheiten, würde mich ein Klettern auf Nummer 1 des Box Offices nicht wundern.

Children of Men

Wir schreiben das Jahr 2027. Die Welt ist dem Terror und der Gewalt verfallen. Angst, Elend und Machtlosigkeit spiegeln sich in den trostlosen Gesichtern der Bevölkerung wider. Eine Situation, in der auf den verkommenen grauen Straßen niemand dem grausamen Alltag entkommen kann. Überall Gewehre. Überall Schüsse. Überall Schreie. Wir haben die Hölle auf Erden. Eine Hölle, in der vor allem seit 18 Jahren Unfruchtbarkeit auf allen Kontinenten herrscht. Wir haben eine aussterbende Welt ohne Kinderlachen. Ein Ort des Horrors im aussichtslosen Kampf ums Überleben.

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Filmreview: Snow Cake

Posted by Reviewnator on November 20 2006 Add Comments

Snow Cake

Autismus ist eine Persönlichkeitsstörung, bei der sich der Betroffene von der Umwelt abkapselt und sich in die eigene Vorstellungs- und Gedankenwelt versenkt. So zumindest lautet im Großen und Ganzen die Definition, wenn man sich im Internet über die ‚Krankheit’ Autismus schlau machen möchte. Eine körperliche Verfassung, die 2-4 von 10 000 Kinder betrifft. Und vor allem auch eine ‚Krankheit’, die heutzutage zwischen dem prominenteren Aids, Alzheimer und Krebs meist in Vergessenheit gerät. Vielleicht dachten sich das auch Angela Pell und Mark Evans. Die nämlich haben zusammen einen wunderschönen und herzzerreißenden Film namens „Snow Cake“ kreiert, der sich mit diesem Thema befasst.

Filmreview: Der Teufel trägt Prada

Posted by Reviewnator on Oktober 31 2006 Add Comments

Der Teufel trägt Prada

Welche Realität sich doch manchmal in Filmen für uns widerspiegeln kann. Zumindest für die Assistentinnen/Sekretärinnen dieser Welt, welche ihre Anstellung in Multi Millionen Dollar Firmen haben. „The Devil wears Prada“, das neueste Glanzstück des Regisseurs David Frankel der eigentlich mehr in TV Produktionen (Sex and the City, Band of Brothers) zu Hause ist, wirkt in diesem Fall fast wie die Faust aufs Auge. Für den ein oder anderen – je nach professioneller Branche – vielleicht ein wenig überzogen, zeigt Frenkel auf witzige aber äußerst treffende Weise wie nämlich so ein Leben als „minderwertiger Untertan“ eines überdimensional mächtigen Bosses abläuft. Für mich, eine Reise in die Vergangenheit, wenn ich an den ein oder anderen garstigen Chef auf der anderen Seite der Glastür denke. Szenen, die mein Blut in Wallung bringen.

Filmreview: Das Parfum

Posted by Reviewnator on Oktober 16 2006 Add Comments

Das Parfum

50 Millionen Euro für einen Film auszugeben, dessen Handlung vor allem auf der Welt der Gerüche basiert, ist schon mutig genug. Nebenbei auch noch den Weltbestseller und Klassiker der Neuzeug von Patrick Süskind zu verfilmen, grenzt durchaus an Wahnsinn. Tom Tykwer und Bernd Eichinger, sozusagen die Gurus der deutschen Filmwelt, versuchten diesem irrwitzigen Projekt ein Gesicht zu verleihen – leider teilweise ohne Erfolg.

Filmreview: World Trade Center

Posted by Reviewnator on September 5 2006 Add Comments

World Trade Center

Diese Filmkritik wird anders als meine üblichen. Es gibt dieses Mal keine typische, manchmal vielleicht auch sarkastische Einführung in die Umstände des Filmes bei der ich jegliche Produktionsmotive in Frage stelle. Warum auch. Dieses Werk lässt keinen Platz für Sarkasmus. Nur für Emotionen. Und es fällt einem schwer diese Kritik ohne Emotionen zu schreiben.

Filmreview: Brokeback Mountain

Posted by Reviewnator on März 16 2006 Add Comments

Brokeback Mountain

Was wurde über diesen Film im Voraus nicht alles geschrieben. Zu homosexuell wäre er. Zu sehr würde sich das Motiv des “Anders sein” in den Vordergrund drängen und damit einen reinen Schwulenepos schaffen. Außerdem würde des Mannes heiligstes Terrain, der Western, öffentlich denunziiert, proklamierten einige hoch angesehene Filmkritiker. In einigen Bundesstaaten der USA wurde der Streifen gar verboten und durfte somit nicht im Kino gezeigt werden. Das machte natürlich weltweit Schlagzeilen und unterstrich nicht zuletzt die Prüderie der Amerikaner.

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