23rd May 2012

Posts Tagged 'Keanu Reeves'

Filmreview: A Scanner Darkly

Posted by Reviewnator on Dezember 4 2006 Add Comments
Wie kann es eigentlich soweit kommen, dass ein Film in den USA schon auf DVD erschien, in Europa jedoch noch nicht mal den Weg ins Kino gefunden hat? Das fragt sich der allwissende Cineast wohl häufiger. Manchmal muss man wohl froh sein, dass nicht alle US-Releases den Sprung über den großen Teich schaffen, im Falle von Richard Linklaters “A Scanner Darkly” ist diese Annahme allerdings weit gefehlt. Zwar kann man dem Film nicht unbedingt Massenkompatibilität nachsagen, eine Bereicherung für alle Experimentierfreunde und Liebhaber gleichermaßen schwer verdaulicher und psychedelischer Dramakunst stellt er dennoch dar.
Im großen und ganzen ist der Drogenfahnder Fred (Keanu Reeves) Dreh- und Angelpunkt des Geschehens. Angesetzt auf zahlreiche Drogendealer und Konsumenten durchforstet er die Datenbanken der Polizei und überwacht das Geschehen rund um die Zielpersonen. Doch eines Tages bekommt Fred, der auf dem Revier besser unter seinem Alter Ego Bob Actor bekannt ist, einen ungewöhnlichen Job. Er wird auf sich selbst angesetzt. Denn wer Fred privat kennt weiß, dass er selbst der Psycho-Droge “Substance D” verfallen ist und unter einer gespaltenen Persönlichkeit leidet. So sitzt der Drogenfahnder tagsüber an seinem Schreibtisch und scannt sich durch die Überwachungsvideos, die im seinem eigenen Haus aufgenommen wurden. Stets mit den “Jedermanns-Anzug” bekleidet, bleibt seine wahre Identität vor den Kollegen verborgen. Denn dieses Kleidungsstück bewirkt eine ständige Änderung der äußeren Erscheinung und kann dem Zuschauer nach einiger Zeit durchaus auf die Nerven gehen. Als Fred jedoch auf wundersame Weise doch enttarnt wird, bricht sein Leben in sich zusammen. Er endet in einer Drogenanstalt und wird einer gehörigen Gehrinwäsche unterzogen.
Regisseur Richard Linklater setzt für diesen Film erstmals die Rotoskopie Technik flächendeckend ein. Dabei handelt es sich um eine Methode, bei der zuerst der Film ganz gewöhnlich abgedreht und im Nachhinein mit Zeichentricktexturen überlagert wird. Gewöhnungsbedürftig ist das allemal. Man muss sich zu 100 % sowohl auf die Optik, als auch auf den Inhalt von “A Scanner Darkly” einlassen, Scheuklappen-Mentalität hat hier nichts zu suchen. Wenn dem Zuschauer das gelingt, steht einem fesselnden Filmerlebnis eigentlich nichts mehr im Wege. Denn “A Scanner Darkly” bewegt. Polarisiert. Wühlt auf.
Des Weiteren fällt auf, dass sich Richard Linklater jeglicher Einordnung in eine Schublade mal wieder gekonnt widersetzt. Sind dem filminteressierten Betrachter noch seichte Streifen wie “School Of Rock” oder Romanzen wie “Before Sunrise” im Gedächtnis, hat der neuste Streich des Filmemachers rein gar nichts mit den Vorgängern gemein. Selbst Vergleiche mit anderen Regisseuren sind zwecklos. Auf technischer Seite könnte man höchstens das Musikvideo “Take On Me” der schwedischen Band a-ha als Referenz nennen.
Jetzt wird sich der ein oder andere wohl denken: “Wenn die Optik eh schon verwaschen ist, wird die schauspielerische Leistung nur unerheblich besser sein”. Vollkommen falsch. Gerade Keanu Reeves spielt seine Rolle mit einer nie zuvor gesehenen Hingabe, welche sich durch permanente Gleichgültigkeit seines Charakters Fred bemerkbar macht. Selbst die sonst nicht besonders herausstechende Winona Ryder geht in der Rolle der Donna auf und Robert Downey Jr. als Mitbewohner James ist eine Klasse für sich.
Natürlich schüttelt man solch ein durchdachtes Konzept nicht mal ebenso aus dem Ärmel. Deshalb diente “A Scanner Darkly” auch Philip K. Dicks Roman “Der dunkle Schirm” als Vorlage. Ist dem Buch selbst noch eine ganze Menge mehr Sci-Fi zu entnehmen, reduzierte Linklater den fiktionalen Teil auf ein Minimum und will damit nur die verschrobene Welt in mitten von Drogen nochmals hervor heben. Wer bei diesem Abenteur kurz den Atem verliert, kann die Vorstellung im Grunde gleich verlassen. Und wer nach wenigen Minuten schon fragt, wie sich drei Menschen 5 Minuten lang nur über eine Fahrradschaltung unterhalten können, hat wohl auch nicht recht verstanden, was da auf der Leinwand gerade abläuft.
“A Scanner Darkly” bräuchte schon ein Wunder, um sich kommerziell durchzusetzen. Mit einem Produktionsbudget von nur 9 Millionen Dollar ist der Streifen alles andere als Mainstream-kompatibel. Und die Arthaus-Besucher könnten eventuell vor den großen Namen wie Reeves und Ryder zurückschrecken. Es ist eine Schande, denn gerade so einem wahnsinnig interessanten Film gehört viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

A Scanner Darkly

Wie kann es eigentlich soweit kommen, dass ein Film in den USA schon auf DVD erschien, in Europa jedoch noch nicht mal den Weg ins Kino gefunden hat? Das fragt sich der allwissende Cineast wohl häufiger. Manchmal muss man wohl froh sein, dass nicht alle US-Releases den Sprung über den großen Teich schaffen, im Falle von Richard Linklaters “A Scanner Darkly” ist diese Annahme allerdings weit gefehlt. Zwar kann man dem Film nicht unbedingt Massenkompatibilität nachsagen, eine Bereicherung für alle Experimentierfreunde und Liebhaber gleichermaßen schwer verdaulicher und psychedelischer Dramakunst stellt er dennoch dar.

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Filmreview: Das Haus am See

Posted by Reviewnator on Juli 24 2006 Add Comments

Das Haus am See

Sandra Bullock und Keanu Reeves. Jippee! Sie, Miss Congeniality mit schneller Zunge und er, Neo mit dem monotonen Einschlafeffekt. Ich kann’s kaum erwarten. Zwölf Jahre ist es bereits her. „Speed“ meine ich. Der Film, in dem sie mit einem mit Sprengstoff gefüllten Bus durch Los Angeles kurvten und der beide nicht nur berühmt machte, sondern sie auch von der B-Liste in die A-Liste katapultierte. In Hollywood geht das ja schnell. Ein guter Film und du bist der Star. Aber ein schlechter und du bist runter.