
Neulich gefiel es einer meiner homosexuellen Freundinnen, Euren alten, manchmal etwas trotteligen Tino weiterzubilden. Und so erfuhr ich denn, dass Getrude Stein in Lesbenkreisen angeblich quasi Ikonenstatus besitzt, welcher wiederum auf ihrem Zitat „Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose“ fußt. Nun möchte diese Kolumne weder das Literarische Quartett noch die fröhliche Metaphern-Interpretations-Ecke sein. Was immer Frau Stein mit ihren tiefsinnigen Worten sagen wollte, ob sie vielleicht auch bloß im Vollrausch sprach, möge also jeder für sich ganz allein herausfinden. Nichtsdestotrotz bringt uns besagter Sinnspruch zum Thema der heutigen Kolumne.
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Tino geht ins Kino: Von duplizierten Blumen und aufgewärmten Ideen
Tino geht ins Kino: Von Kindheitstraumata und unterdrückten Rufnummern

Es gibt Ereignisse im Leben jedes Menschen, die entscheidend prägenden Charakter besitzen und meist in der Kindheit stattfinden. Beispielsweise könnte folgendes Szenario gewisse dunkle Flecke auf der Seele hinterlassen: Man schläft als grünes Gör den Schlaf der Gerechten und wird plötzlich von einem wüsten Schrei aus süßen Träumen gerissen. Ausgestattet mit dem Heldenmut eines Kindes geht man diesem nach und sieht plötzlich Mutti, Oma oder Tante mit Häschenpantoffeln beschuht auf dem Küchentisch stehen, fiese Gurkenmaske im Gesicht, das dünne Nachthemd bis zum Kinn gezogen, noch immer haltlos kreischend und unter Einsatz ihres Fußes zitternd auf eine winzige, kaum weniger verängstigt wirkende Spinne deutend. Da rückt der Berufswunsch „Kammerjäger“ unvermittelt in greifbare Nähe.
Tino geht ins Kino: Von verknoteten Zungen und geistigen Höhenflügen

Am einfachsten erscheint wohl die Lösung, gar nichts zu verändern und damit dem im Englischen nicht so sattelfesten Teil des hiesigen Publikums böse Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Ich möchte nicht wissen, wieviele bedauernswerte Kinokassendamen sich literweise fremden Speichel vom Gesicht wischen mussten, weil am laufenden Meter Karten für „The Sixth Sense“ (sprecht das mal laut aus!) verlangt wurden… Möglichkeit Nummer 2 und ganz besonders clever: Man ersetzt das Original durch einen anderen englischen Titel. Ja, das ist originell, darauf muss man erst einmal kommen! Erinnert sich beispielsweise noch jemand an die fiese kleine Thriller-Komödie „Heathers“? Nein? Geht ja auch nicht, schließlich hieß sie hierzulande „Lethal Attraction“. Boah! Gratulation an das dafür zuständige Hirn.
Tino geht ins Kino – und bleibt bei seinen Leisten

Man mag es kaum glauben, aber auch Euer guter alter Tino war einmal jung… voller Hoffnung… mit Illusionen, Träumen und Zielen… dem Tatendrang erlegen. Lang ist das her. Mittlerweile sehe ich meinem Körper nur noch beim Verfall und meinen Träumen beim Davonfliegen zu. Dennoch oder gerade deshalb kann ich verstehen, wenn andere Menschen ihre Ziele anpacken – und sich dabei brutal verheben.










